Russland bittet Kiew und Rotes Kreuz um Mitarbeit: Land plant angesichts der sich verschlimmernden Lebensbedingungen in der Ostukraine einen zweiten Hilfskonvoi. Russland sei bereit, in jedem beliebigen Format zu einer Lösung der Ukraine-Krise beizutragen, betonte Lawrow.

Begründung mit humanitärer Lage

Russland plant zweiten Hilfskonvoi

25.8.2014, 11:03 Uhr
Einwohner von Donezk scharen sich um ein zerstörtes Militärfahrzeug der ukrainischen Armee.
Einwohner von Donezk scharen sich um ein zerstörtes Militärfahrzeug der ukrainischen Armee. (Bild: Imago)
Trotz massiver internationaler Kritik an russischen Hilfslieferungen für die Ostukraine plant die Regierung in Moskau einen zweiten Konvoi.

(Reuters) Der russische Aussenminister Sergei Lawrow hat einen weiteren Hilfskonvoi für die Ukraine angekündigt. Über das Vorhaben sei das Nachbarland bereits informiert worden, sagte Lawrow am Montag an einer Pressekonferenz in Moskau. «Die humanitäre Lage verbessert sich nicht, sondern wird schlimmer», sagte er. Eine Vereinbarung über die Hilfslieferung soll demnach in den kommenden Tagen getroffen werden.

Die Lastwagen sollen noch diese Woche auf derselben Route wie der erste Konvoi fahren, sagte Lawrow. Russland hatte in der vergangenen Woche eigenmächtig mehr als 200 Lastwagen über die Grenze ins Krisengebiet rollen lassen.

Appell an Kiew und IKRK

Lawrow rief die Ukraine und das Internationale Rote Kreuz auf, bei der Hilfsaktion mitzuarbeiten. Die humanitäre Krise im Osten des Landes solle auch beim Gipfeltreffen der Eurasischen Zollunion in Minsk an diesem Dienstag mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko besprochen werden, sagte der Minister.

Russland sei bereit, in jedem beliebigen Format zu einer Lösung der Ukraine-Krise beizutragen, betonte Lawrow. Auch Treffen mit Frankreich und Deutschland, der EU und den USA seien möglich, sagte er. Russland sei überdies bereit zu einer Harmonisierung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Ukraine und der Eurasischen Zollunion bestehend aus Russland, Weissrussland und Kasachstan.

Kritik im Westen

In der vergangenen Woche waren russische Laster ohne die Zustimmung der Regierung in Kiew über die Grenze gefahren. Sie hatten nach Darstellung Russlands Hilfsgüter wie Wasser oder Babynahrung geladen. Der Schritt stiess in der Ukraine, im Westen und bei den Vereinten Nationen auf Kritik. Die USA drohten Russland mit Konsequenzen, wenn die Lastwagen nicht umgehend das Land wieder verliessen. Nach Erkenntnissen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) fuhren die letzten Lastwagen am Samstag wieder nach Russland zurück.

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