„Wir kommen nicht als Eroberer“ – Papst bietet China und ganze Asien brüderlichen Dialog an! Das Aussenministerium in Peking teilte in einem Fax mit, es habe das päpstliche Grusstelegramm erhalten. «Wir sind gewillt, (…) mit dem Vatikan in einen konstruktiven Dialog zu treten und uns um bessere bilaterale Beziehungen zu bemühen» Papst Franziskus strebt einen «brüderlichen» und partnerschaftlichen Dialog des Vatikans mit China und anderen asiatischen Ländern an. Er hoffe «aufrichtig», die Beziehungen verbessern zu können, sagte Franziskus am Sonntag am dritten Tag seiner Südkoreareise. Er betonte, die katholische Kirche komme nicht als «Eroberer», der versuche, die Identität anderer wegzunehmen, sondern als Partner für einen Dialog.

Kirche als Dialogpartner, nicht als «Eroberer»

Papst sucht Dialog mit asiatischen Ländern

Heute, 17. August 2014, 17:37
Papst Franziskus hält im Stadion in Daejen in Südkorea die Messe (17. August 2014).
Papst Franziskus hält im Stadion in Daejen in Südkorea die Messe (17. August 2014). (Bild: imago)
Papst Franziskus will die Beziehungen zu den asiatischen Ländern verbessern, zu denen der Vatikan keine diplomatischen Beziehungen unterhält. Das Dialog-Angebot gilt insbesondere China.

(ap) Papst Franziskus strebt einen «brüderlichen» und partnerschaftlichen Dialog des Vatikans mit China und anderen asiatischen Ländern an. Er hoffe «aufrichtig», die Beziehungen verbessern zu können, sagte Franziskus am Sonntag am dritten Tag seiner Südkoreareise. Er betonte, die katholische Kirche komme nicht als «Eroberer», der versuche, die Identität anderer wegzunehmen, sondern als Partner für einen Dialog. Keine diplomatischen Beziehungen unterhält der Vatikan laut eigenen Angaben mit China, Nordkorea, Vietnam, Myanmar, Laos, Bhutan und Brunei.

Franziskus unterstrich bei einem Treffen mit Bischöfen aus der Region die Wichtigkeit von Asien für die katholische Kirche. Er forderte die Bischöfe auf, den Menschen anderer Kulturen zuzuhören, aber ihrer katholischen Identität trotzdem treuzubleiben.

Kirche ist kein «Eroberer»

Mit deutlichem Bezug auf China sagte der Papst: «In einem Geist der Offenheit zu anderen hoffe ich aufrichtig, dass diese Länder des Kontinents, mit denen der Heilige Stuhl keine diplomatischen Beziehungen hat, nicht zögern werden, einen Dialog für das Wohl aller zu fördern». Dann fügte er abweichend von seinem Text hinzu, er habe nicht über einen politischen Dialog gesprochen, sondern über einen «brüderlichen». Das Wichtige sei, «zusammen zu gehen». Der Vatikan und China unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr.

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15. August: Am Schrein von Solmoe in Tangjin spricht Papst Franziskus vor dem Haus des heiligen Andreas Kim Taegon ein Gebet.
15. August: Am Schrein von Solmoe in Tangjin spricht Papst Franziskus vor dem Haus des heiligen Andreas Kim Taegon ein Gebet. (Bild: Chung Sung-Jun / EPA / Keystone)

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi sagte, die Bemerkungen des Papstes seien offensichtlich ein Zeichen dafür, dass der Papst einen Dialog mit China und auch anderen asiatischen Ländern wertschätze. «Dieses Angebot des Papstes für einen Dialog geht an alle diese Länder und nicht nur an eines, auch wenn China das grösste ist.»

Zwölf Millionen Katholiken in China

Auf seinem Weg nach Seoul war die Maschine von Papst Franziskus letzte Woche auch über China geflogen. Gemäss dem Protokoll des Vatikans, das Grusstelegramme an alle Staatsoberhäupter der überflogenen Länder vorsieht, sendete der Papst ein solches auch an Chinas Präsidenten Xi Jinping. Der Überflug stellte eine seltene Gelegenheit für einen solchen Kontakt dar, denn der Vatikan und das kommunistische Land unterhalten seit 1951 keine diplomatischen Beziehungen mehr. In China gibt es etwa schätzungsweise zwölf Millionen Katholiken.

Das Aussenministerium in Peking teilte in einem Fax mit, es habe das päpstliche Grusstelegramm erhalten. «Wir sind gewillt, (…) mit dem Vatikan in einen konstruktiven Dialog zu treten und uns um bessere bilaterale Beziehungen zu bemühen», hiess es weiter.

124 Südkoreaner seliggesprochen

Am Samstag hatte Franziskus vor mehreren Hunderttausend Menschen 124 südkoreanische Märtyrer seliggesprochen. Die Katholiken mussten im 18. und 19. Jahrhundert wegen ihres Glaubens sterben, weil die damals herrschende Joseon-Dynastie westliche Werte ablehnte. Die Seligsprechung in Seoul war einer der Höhepunkte der Reise des Papstes in das ostasiatische Land.

Ein weiterer wichtiger Grund für die Südkoreareise des Papstes ist die Teilnahme an der asiatischen Version des Weltjugendtags. Am Sonntag sollte der Papst die Abschlussmesse halten. Am Montag, dem letzten Tag seiner Reise, soll er eine Messe für Frieden und Versöhnung halten. Sein Besuch ist der erste eines Papstes auf der koreanischen Halbinsel seit einem Vierteljahrhunder

http://www.nzz.ch/international/papst-sucht-dialog-mit-asiatischen-laendern-1.18364861

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