Scholl-Latour: Er war da, wo die meisten von uns nicht hinkommen und wo wir deshalb auf die Medien angewiesen sind, auch um überprüfen zu können, ob das stimmt, was uns unsere Außenpolitiker oder internationale Firmen oder die Nato erzählen und wo und wie etwa deutsche Steuergelder, Waffen und Soldaten eingesetzt werden. Und Scholl-Latour kritisiert die westlichen Politiker sehr häufig als Heuchler: Sie benutzen das Argument, Menschen in anderen Ländern helfen zu wollen vor allem, um dort militärisch zu intervenieren, wo die Konzerne Rohstoffinteressen haben. Sie organisieren dabei häufig Chaos und unendliches Leid in diesen Ländern. Er erzählt uns häufig genau das Gegenteil von dem, was uns die Medien über andere Länder erzählen und welche Meldungen sie auswählen: Ein Beispiel: „In dieser globalisierten Welt unserer Tage wo angeblich alle Menschen gleich sind, ist es offenbar nicht dasselbe, ab man im World Trade Center von Manhatten oder in einer Strohhütte der kongolesischen Ostprovins um Leben kommt. Das soll kein moralisierender Vorwurf sein, sondern nur die Feststellung, dass der ganze Afrikanisch Kontinent von den Medien als Randphänomen behandeln, zum wehrlosen Objekt ausbeuterischer Finanzinteressen geworden ist .Das sollte auch nicht verloren gehen: “Man dachte doch, der Kapitalismus sei die Formel, die die Menschheit retten würde. Vor allem nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Ein großer Irrtum. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat uns eines gelehrt: Der Kapitalismus gebärt immer neue Krisen. Dieses kapitalistische System hatte im Ursprung durchaus seine Tugenden, eine gewisse Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft und gegenüber Gott – das ist heute alles verschwunden.” “Am Ende des Krieges war ich drei Monate in Gestapohaft und habe in einen Abgrund von Grauen geblickt. Persönlich möchte ich auf diese Erfahrung nicht verzichten. Sie hat auf mich wie ein Stahlbad gewirkt und mich gegen alle anderen Prüfungen abgehärtet. Ich habe in jenen Tagen entdeckt, dass das Böse wirklich existiert” – “Gerade bei der Bildberichterstattung gibt es gezielte Irreführungen. Die Ereignisse in Darfur sind schrecklich, aber wenn ganze Annoncenseiten der Zeitungen finanziert werden, um eine Sache hochzuputschen, bin ich misstrauisch. In den meisten Fällen stecken auch die Interessen des sogenannten Raubtierkapitalismus hinter solchen Kampagnen. Im Sudan, den ich gut kenne, geht es um Erdöl.”

Scholl-Latour: Man dachte doch, der Kapitalismus sei die Formel, die die Menschheit retten würde. Vor allem nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Ein großer Irrtum. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat uns eines gelehrt: Der Kapitalismus gebärt immer neue Krisen. Dieses kapitalistische System hatte im Ursprung durchaus seine Tugenden, eine gewisse Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft und gegenüber Gott – das ist heute alles verschwunden.

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http://www.theeuropean.de/peter-scholl-latour/1616-im-gespraech-mit-peter-scholl-latour

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