Proteste in Pakistan Demonstranten marschieren auf Islamabad zu – Sprecher, Ex-Kricket Star Imrhan Khan beschossen – Die Atommacht Pakistan hängt am Tropf internationaler Geldgeber. Nun gerät die Regierung Sharif innenpolitisch massiv unter Druck. Das Ringen um die Zukunft Pakistans wird härter. Zwei große Gruppen von Demonstranten marschieren von Lahore aus auf die Hauptstadt Islamabad zu. Die eine wird geführt von dem früheren Kricket-Weltstar Imran Khan. Er hatte im vergangenen Jahr die Wahl gegen den amtierenden Ministerpräsidenten Nawaz Sharif verloren. Die andere Gruppe wird angeführt von dem islamischen Geistlichen Tahir ul Qadri. Die Demonstranten fordern einen Regierungswechsel, einige sprechen von einer „Revolution“. Die Regierung sei korrupt und habe den Wahlausgang gefälscht. Quadri: „Jeder, der kein Haus besitzt, wird eine Unterkunft erhalten. Jeder Arbeitslose wird eine Stelle bekommen. Die Armen werden das bekommen, was sie täglich benötigen“, rief er seinen Anhängern zu. Wohlstandsversprechen, die auf ähnliche Weise schon in Thailand die Regierung Thaksin an die Macht gebracht hatten. In einem Land, das von Bürgerkriegen zerrissen ist und unter Armut stöhnt, greifen sie schnell. Khan greift die Regierung vor allem mit dem Vorwurf an, die Reichen ungeschoren davonkommen zu lassen. Kaum einer der Besserverdiener in Pakistan zahlt Steuern. Das Land aber hängt weiter am Tropf der ausländischen Geber und erhält Milliarden. Die Polizei sprach von 45.000 Teilnehmern der Protestzüge, die Veranstalter von mehr als 120.000 Demonstranten. Einige internationale Fluggesellschaften haben ihre Flüge in die Hauptstadt gestrichen. Zeitweise bot die Börse in Pakistan Spekulanten die höchsten Zuwächse weltweit. Die Kurse der Aktien und der Außenwert der Rupie aber fallen seit Tagen. Der Index hatte in diesem Jahr schon 13 Prozent gewonnen. Nach Ankündigung der Märsche kam es dann aber zu den höchsten Kursverlusten seit fünf Jahren. Militär und Regierung nicht einig über Umgang mit Taliban: Krieg oder Verhandlungen!

Schüsse auf Oppositionspolitiker Khan

 
15. August 2014, 12:22
 
 

Früherer Cricket-Profi unverletzt – Oppositionspolitiker will aus Protest gegen Wahlverlauf Hauptstadt blockieren

Islamabad – Nach Schüssen auf den pakistanischen Oppositionspolitiker Imran Khan ist es zu Zusammenstößen zwischen seinen Anhängern und Gegnern gekommen. Bei dem Zwischenfall in der ostpakistanischen Stadt Gujranwala am Freitag wurde Khan nach Angaben seiner Sprecherin nicht verletzt. Die Wagenkolonne wurde nach ihren Angaben auch mit Steinen beworfen. Die Polizei habe nicht eingegriffen.

Der frühere Cricket-Profi Khan will mit seinen Anhängern in die Hauptstadt Islamabad ziehen und dort so lange wichtige Verkehrsverbindungen blockieren, bis Ministerpräsident Nawaz Sharif zurücktritt. Eine weitere Protestbewegung wird vom oppositionellen Geistlichen Tahir ul-Qadri organisiert. In der Hauptstadt sperrte die Polizei in Erwartung der Protestmärsche Hauptstraßen mit Frachtcontainern und Stacheldraht ab. Trotz der starken Präsenz der Bereitschaftspolizei versammelten sich Hunderte Anhänger der Opposition.

Khan protestiert mit seiner Aktion gegen angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl im vergangenen Jahr, während Qadri der Polizei vorwirft, gewaltsam gegen seine Anhänger vorgegangen zu sein. Dabei seien in Lahore 22 Menschen getötet worden.

Ob Khan und Qadri erfolgreich sind, dürfte auch vom Verhalten der Streitkräfte abhängen, die zu Amtsinhaber Sharif ein gespanntes Verhältnis haben. Für Streit sorgt etwa der Umgang mit den radikalislamischen Taliban. Während die Regierung auf Verhandlungen setzt, befürwortet die Armee einen Militäreinsatz. Erst am Donnerstag griffen Aufständische zwei Luftwaffenstützpunkte in Quetta an. Dabei wurden nach aktuellen Behördenangaben zehn Angreifer getötet und 13 Angehörige der Sicherheitskräfte verletzt. (APA, 15.8.2014)

http://derstandard.at/2000004398491/Schuesse-auf-Oppositionspolitiker-Khan

Gegner der Sharif-Regierung in Pakistan protestieren

Proteste in Pakistan
Demonstranten marschieren auf Islamabad zu

Die Atommacht Pakistan hängt am Tropf internationaler Geldgeber. Nun gerät die Regierung Sharif innenpolitisch massiv unter Druck.

15.08.2014, von CHRISTOPH HEIN

 

© DPAVergrößernDer ehemalige Cricket-Spieler Imran Khan (mitte) führt die pakistanische Oppositionspartei Tehreek-e-Insaf an.

Das Ringen um die Zukunft Pakistans wird härter. Zwei große Gruppen von Demonstranten marschieren von Lahore aus auf die Hauptstadt Islamabad zu. Die eine wird geführt von dem früheren Kricket-Weltstar Imran Khan. Er hatte im vergangenen Jahr die Wahl gegen den amtierenden Ministerpräsidenten Nawaz Sharif verloren. Die andere Gruppe wird angeführt von dem islamischen Geistlichen Tahir ul Qadri. Die Demonstranten fordern einen Regierungswechsel, einige sprechen von einer „Revolution“. Die Regierung sei korrupt und habe den Wahlausgang gefälscht.

Christoph HeinFolgen:  

Zehntausende von Menschen haben sich auf den Marsch begeben. Die meisten werden auf Lastwagen oder in Bussen transportiert. Khan legt die fast 400 Kilometer lange Strecke in einem kugelsicheren Container mit Fenstern zurück. Sie könnten Islamabad frühestens am heutigen Freitag erreichen. Die Polizei sprach von 45.000 Teilnehmern der Protestzüge, die Veranstalter von mehr als 120.000 Demonstranten. Einige internationale Fluggesellschaften haben ihre Flüge in die Hauptstadt gestrichen.

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So verdüstern sich die Aussichten für die Atommacht. Sie braucht die Unterstützung des Internationalen Währungsfonds, um wirtschaftlich überleben zu können. Zeitweise bot die Börse in Pakistan Spekulanten die höchsten Zuwächse weltweit. Die Kurse der Aktien und der Außenwert der Rupie aber fallen seit Tagen. Der Index hatte in diesem Jahr schon 13 Prozent gewonnen. Nach Ankündigung der Märsche kam es dann aber zu den höchsten Kursverlusten seit fünf Jahren. Die Rupie pendelt inzwischen um den tiefsten Stand seit fünf Monaten gegenüber dem Dollar. Das Land hat großes Potential, kommt aber politisch nicht zur Ruhe. Sharifs Amtsantritt war die erste Amtsübergabe von einer gewählten Regierung auf die andere – bislang hatte immer wieder das Militär die Macht übernommen. Sharifs fünfjährige Amtszeit endet 2018.

Mangelnde Stromversorgung drückt Wachstumsrate

Gleichwohl gibt sich die Regierung optimistisch. „Wir müssen eine zusammengebrochene Volkswirtschaft wieder aufbauen. Die Herausforderungen sind riesig, das Land ist (aber) auf dem Wachstumspfad“, sagte Finanzminister Ishaq Dar. Sharif will Südasiens zweitgrößte Volkswirtschaft festigen. Dazu dienen soll auch der Kurs der Annäherung an den Kriegsgegner Indien, die Sharif gemeinsam mit dem neuen indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi vorantreiben will. Einen Dämpfer erhielt sie, als Modi gerade in einer Rede im umkämpften Gebiet Pakistan hart anging. Die Wachstumsrate soll von 4,1 Prozent auf 5,1 Prozent in diesem Fiskaljahr (30. Juni) zulegen. Allein die mangelnde Stromversorgung kostet die Wachstumsrate 1,75 Prozentpunkte, heißt es.

Bislang ist es Sharif freilich nicht gelungen, Wahlversprechen wie die flächendeckende Versorgung mit Strom, einzulösen. Manche fürchten, das Militär wolle die Proteste nutzen, um einen weitere Putsch anzuzetteln. Qadri, der aus dem Exil in Kanada zurückkehrte, hat radikale Anhänger um sich gescharrt. Sie drohen mit einem Sitzstreik auf Islamabads wichtigster Straße, bis die Regierung abtritt. Qadri ködert die Menschen mit großen Versprechen: „Jeder, der kein Haus besitzt, wird eine Unterkunft erhalten. Jeder Arbeitslose wird eine Stelle bekommen. Die Armen werden das bekommen, was sie täglich benötigen“, rief er seinen Anhängern zu. Wohlstandsversprechen, die auf ähnliche Weise schon in Thailand die Regierung Thaksin an die Macht gebracht hatten. In einem Land, das von Bürgerkriegen zerrissen ist und unter Armut stöhnt, greifen sie schnell.

Khan fordert eine faire Untersuchung seiner Vorwürfe der Wahlfälschung. Er hat in den vergangenen Jahren viele Anhänger gefunden, besonders unter Studenten – sie glauben, dass sich der ehemalige Playboy zu einem ernsthaften, konservativen Politiker gewandelt hat. Khan lässt seinen Marsch unter dem Stichwort „Azadi“, was Freiheit bedeutet, stark im Internet vermarkten und ködert so die jungen Pakistani. Khan greift die Regierung vor allem mit dem Vorwurf an, die Reichen ungeschoren davonkommen zu lassen. Kaum einer der Besserverdiener in Pakistan zahlt Steuern. Das Land aber hängt weiter am Tropf der ausländischen Geber und erhält Milliarden.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fruehaufsteher/proteste-in-pakistan-demonstranten-marschieren-auf-islamabad-zu-13099242.html

 
14. August 2014, 15:07
 
 

Oppositionspolitiker wie Ex-Kricket-Star Imran Khan wollen Sturz der Regierung

Islamabad – Tausende Regierungsgegner haben in Pakistan gegen Premierminister Nawaz Sharif protestiert. Angeführt wurden die beiden getrennten Protestzüge von Ex-Kricket-Star Imran Khan, der der Oppositionspartei PTI vorsteht, und dem Prediger Tahirul Qadri.

Sie machten sich am Donnerstag – dem Unabhängigkeitstag der südasiatischen Atommacht – mit Konvois von der ostpakistanischen Metropole Lahore in die Hauptstadt Islamabad auf. Erklärtes Ziel Khans und Qadris ist der Sturz der Regierung. Zunächst wurden keine Zusammenstöße gemeldet. Die Behörden erlaubten die Proteste am Donnerstag, nachdem Khan und Qadri zugesichert hatten, ihre Anhänger würden friedlich bleiben.

Der Sender Geo TV berichtete, an Khans Protestzug würden sich etwa 7.000 Menschen und an Qadris rund 5.000 Menschen beteiligen. Erwartet wurde ein Anwachsen der Zahl, je näher die Konvois auf Islamabad vorrücken. Wann sie die Hauptstadt erreichen, war am Abend angesichts der langsamen Geschwindigkeit der Protestzüge unklar.

Khan wirft Sharif vor, die Parlamentswahl im Mai vergangenen Jahres durch Betrug gewonnen zu haben. Qadri sprach vor Beginn der Proteste von einem „Revolutionsmarsch“ mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen. (APA, 14.8.2014)

http://derstandard.at/2000004380799/Gegner-der-Sharif-Regierung-in-Pakistan-protestieren

Hintergrund:

Soziale Lage[Bearbeiten]

Pakistan weist die für ein Entwicklungsland typischen sozialen Probleme auf. Besonders stark ausgeprägt ist das Phänomen derLandflucht. Geringe Einkommen und Unterbeschäftigung in der Landwirtschaft zwingen viele Dorfbewohner aus unterentwickelten ländlichen Gebieten zum Umzug in die Städte. Zumeist sind die städtischen Ballungsräume jedoch nicht in der Lage, dem enormen Bevölkerungsdruck, der durch hohe Geburtenraten noch verschärft wird, standzuhalten. In den Elendsvierteln an den Stadträndern herrscht Massenarbeitslosigkeit. Zwar betrug die offizielle Arbeitslosenquote 2005 nur 6,6 Prozent, doch liegt die Dunkelziffer weitaus höher, da die weit verbreitete Unterbeschäftigung nicht miterfasst wird. Gleichzeitig müssen Millionen Kinder als billige und fügsame Arbeitskräfte oft schwere körperliche Arbeit in der Industrie bzw. im Handwerk (Herstellung von Fußbällen, Teppichknüpfereien) oder in der Landwirtschaft leisten. Ursache ist die Armut ihrer Eltern, die ohne das Einkommen ihrer Kinder kaum überleben könnten, denn in Pakistan leben nach Angaben der Vereinten Nationen 17 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem US-Dollar am Tag.[28] Diesen Problemen der Urbanisierung hat sich die Verwaltung und Governance in Stadt und Land noch nicht anzupassen vermocht.[29]

Noch immer gravierend ist die Benachteiligung von Frauen. Sowohl das öffentliche Leben als auch Familienangelegenheiten werden weitestgehend von Männern bestimmt. Zwangsehen sind in Pakistan übliche Praxis. Ein muslimischer Mann darf zwar bis zu vier Ehefrauen haben, aber polygame Verbindungen stellen dennoch eine Ausnahme dar. Der Ehepartner wird vor allem nach sozialen Gesichtspunkten ausgewählt. Mit der Heirat verpflichtet sich die Familie der Braut zur Zahlung einer Mitgift, die nicht selten die finanziellen Möglichkeiten der Familie übersteigt. Verdächtigungen auf Untreue in der Ehe sind der Grund für Gewalttaten gegen Frauen bis hin zu gelegentlich vorkommenden Ehrenmorden. Unterernährung, Sterblichkeit und Analphabetismus sind daher bei Mädchen höher als bei Jungen. Folge der Benachteiligung

wikipadia

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