Wie Deutschlands Bündnispartner operiert! Der US-Amerikaner William Blum, in der 60Jahren Mitarbeiter im US-Verteidigungsministerium, enttäuscht von dem, was er da erlebte: Seither untersucht er die US-Außenpolitik: „Zwischen 1945 und 2005 haben die Vereinigten Staaten versucht über 50 ausländische Regierungen zu stürzen und mehr als 30 nationale Volksbefreiungsbewegungen zu vernichten, die gegen unerträgliche Regimes kämpften. In diesem Prozess haben die USA das Leben von mehreren Millionen Menschen ausgelöscht und viele weitere Millionen zu einem Leben in Not und Verzweifelung verurteilt.“ Seine Bücher gibt es auch in Deutsch!

William Blum

William Blum (* 1933) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Kritiker der Außenpolitik der USA. Er war früher beimState Department beschäftigt, das er 1967 wegen seiner Opposition zum Vietnamkrieg verließ.

William Blum (2007)

Leben[Bearbeiten]

Blum, Sohn polnischer Immigranten, machte zunächst eine Ausbildung zum Buchhalter und wurde Mitte der 1960er Jahre Angestellter beim State Department. Zunächst überzeugter Antikommunist, desillusionierte ihn nach eigenen Angaben die US-Politik gegenüber Vietnam und Blum wurde einer der Begründer der Untergrundzeitung Washington Free Press, die in den 1960er und 70er Jahren kritisch über den Vietnamkrieg berichtete. Er hat ausführlich zuGeheimoperationen und Morden der CIA geforscht und publiziert. Sein Hauptwerk, Rogue State: A Guide to the World’s Only Superpower, erschienen zunächst 2000, dann 2002 erneut, fand die Würdigung zahlreicher Kritiker der US-Außenpolitik. Blum war mit einer Deutschen verheiratet und hat einen Sohn. Er lebt in Washington D. C.

Schriften[Bearbeiten]

  • Killing Hope: US Military and CIA Interventions Since World War II – Updated, Common Courage Press 2003, ISBN 978-1567512526
    • deutsch: Killing Hope. Zerstörung der Hoffnung – Globale Operationen der CIA seit dem 2. Weltkrieg (mit einem Vorwort von Ignacio Ramonet), Zambon Verlag, Frankfurt 2014, ISBN 978-3889751416
  • Rogue State: A Guide to the World’s Only Superpower, Updated Edition, London: Zed Books 2002
  • West-Bloc Dissident: A Cold War Memoir, New York, Soft Skull Press 2002

Weblinks[Bearbeiten]

Schurkenstaat (Buch)

Schurkenstaat (engl. Titel: Rogue State: A Guide to the World’s Only Superpower) ist ein politisches Sachbuch vonWilliam Blum. Es erschien erstmals im Jahr 2000. Blum beschreibt und kritisiert darin kaum bekannte Aspekte derAußenpolitik der Vereinigten Staaten in der Zeitspanne vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart. Kurzzeitig weltbekannt wurde das Buch, als Osama bin Laden es 2006 in einer seiner Videobotschaften zur Lektüre empfahl.

Der Titel spielt auf das von verschiedenen US-Regierungen verwendete politische Schlagwort vom Schurkenstaat an, mit dem gewöhnlich andere Nationen bezeichnet werden. Nach Blums Meinung stellen die USA jedoch selbst einen Schurkenstaat dar, was er durch umfangreiche Analysen von weniger bekannten Aspekten der US-Politik zu belegen versucht. Seine Kritik richtet sich unter anderem gegen die Einflussnahme der USA auf die Innenpolitik anderer Länder mittels verdeckter Operationen der CIA und des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten. Seiner Meinung nach ist der gegen die USA gerichtete Terrorismus und die Feindseligkeit in Teilen der arabischen Welt die Folge (im Sinne eines Blowback) einer jahrzehntelangen verfehlten Politik. Diese zeichne sich durch rücksichtslose Ausübung von Gewalt aus und sei in der Vergangenheit häufig ohne demokratische Kontrolle und ohne Wissen der Öffentlichkeit praktiziert worden.

Das erste Kapitel der englischen Ausgabe des Buchs trägt den Titel: „Warum hacken Terroristen immer wieder auf den Vereinigten Staaten herum?“. Die Titel der folgenden Kapitel: „Das Geschenk Amerikas an die Welt; die Freundschaft mit afghanischen Terroristen“, „Die Vereinigten Staaten gegen die Welt unter Vorsitz der Vereinten Nationen“ und „Wie dieCIA Nelson Mandela 28 Jahre lang ins Gefängnis schickte“.

Kritiken[Bearbeiten]

Schurkenstaat ist eine Anklageschrift, die an einen Pflasterstein gebunden und auf die Männer in Washington geworfen werden sollte. (Rogue State is a book of charges to be tied to a paving stone and thrown at the men in Washington)The Independent on Sunday

William Blum, ehemaliger Mitarbeiter des US-Außenministeriums, verschafft uns einen beängstigenden Denkanstoß – dass es zwar keine Rechtfertigung für den 11. September gab, dass es aber sehr wohl Gründe dafür gegeben haben könnte. (William Blum, once of the US State Department, gives a chilling reminder that while there may be no justification for 11 September, there may be reasons.) – Mavis Cheek, The Observer, Books of the Year 2001

Erwähnung durch Bin Laden[Bearbeiten]

Das Buch wurde bei einer Video-Ansprache von Osama bin Laden erwähnt, die am 19. Januar 2006 durch eine Ausstrahlung von Al-Dschasira bekannt wurde. Bin Laden sagte bei diesem Anlass: „Es ist nützlich für euch, das BuchDer Schurkenstaat zu lesen.“ Die Verkaufszahlen stiegen sofort erheblich an.

Als man den Autor fragte, ob er erstaunt über Bin Ladens Lob für das Buch sei, antwortete Blum: „Ich war froh. Ich wusste, dass es das Buch verkaufen würde, und mir war es egal von wem das Lob kommt. Wenn er genau wie ich einige bestimmte Punkte der US-Außenpolitik nicht mag, dann unterstütze ich jede positive Hervorhebung des Buches durch ihn. Ich finde es gut, dass er diese Ansichten teilt und ich bin nicht negativ davon berührt.“

Vor Bin Ladens Äußerung war das Buch auf Platz 209.000 auf der Amazon-Verkaufsliste. Am darauffolgenden Tag belegte es Platz 26.

Bin Laden zitierte eine Aussage Blums wörtlich, die allerdings aus seinem Buch Freeing the World to Death: Essays on the American Empire von 2004 stammt:

„Wenn ich Präsident wäre, könnte ich Terrorangriffe auf die Vereinigten Staaten innerhalb weniger Tage für immer unterbinden. Zuerst würde ich mich – öffentlich und sehr ernsthaft – bei all den Witwen und Waisen, bei den Verarmten und den Gefolterten und bei den vielen weiteren Millionen Opfern des amerikanischen Imperialismus entschuldigen. Anschließend würde ich in jedem Winkel der Welt verkünden, dass die Zeit der amerikanischen Militärinterventionen für immer beendet ist.“ (im Original: If I were president, I could stop terrorist attacks against the United States in a few days. Permanently. I would first apologize – very publicly and sincerely – to all the widows and orphans, the impoverished and the tortured, and the many millions of other victims of American imperialism. Then I would announce to every corner of the world that America’s global military interventions have come to an end.)

Deutsche Übersetzung[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

William Blum

Official website of the author, historian, and U.S. foreign policy critic.

Essays and Speeches

  • Suppressing revolt and revolution — October 2013

    Instances since the Second World War of the United States attempting to suppress a populist or nationalist movement. Keep reading →

  • Overthrowing other people’s governments: The Master List — February 2013

    Instances of the United States overthrowing, or attempting to overthrow, a foreign government since the Second World War. Keep reading →

  • Be nice to America. Or we’ll bring democracy to your country! — April 2010

    An animated short written by William Blum. Keep reading →

  • Team Obama/Cult Obama — June 2009

    The praise heaped on President Obama for his speech to the Muslim world by writers on the left, both here and abroad, is disturbing.  I’m referring to people who I think should know better, who’ve taken Politics 101 and can easily see the many hypocrisies in Obama’s talk, as well as the distortions, omissions, and contradictions, the true but irrelevant observations, the lies, the optimistic words without any matching action, the insensitivities to victims.  Yet, these commentators are impressed, in many cases very impressed.  In the world at large, this frame of mind borders on a cult. Keep reading →

  • “Building A New World” conference speech, Radford University — May 2008

    My assignment here today, as I understand it, is to enlighten you all on how to quickly end the war in Iraq. And how to prevent the United States from attacking Iran. Or Venezuela, Cuba, Ecuador and Bolivia. In short, how to put an end to the American empire. Also, how to impeach Bush and Cheney. Keep reading →

  • Appealing to the United States is not very appealing — April 2006

    With his recent letter to President Bush, Iranian President Mahmoud Ahmadinejad has become part of a long tradition of Third-World leaders who, under imminent military or political threat from the United States, communicated with Washington officials in the hope of removing that threat. Let us hope that Ahmadinejad’s effort doesn’t result in the equally traditional outright US rejection. Keep reading →

  • The United States, Cuba and this thing called Democracy — December 2005

    For more than a decade, the sentiment has been proclaimed on so many occasions by the president and other political leaders, and dutifully reiterated by the media, that the thesis: “Cuba is the only non-democracy in the Western Hemisphere” is now nothing short of received wisdom in the United States. Let us examine this thesis carefully for it has a highly interesting implication. Keep reading →

  • If John Kerry is the answer, what is the question? — March 2004

    Of all the issues that the presidential campaign will revolve around, none is more important to me than foreign policy. I say this not because that is my area of specialty, but because the bombings, invasions, coups d’état, depleted uranium, and other horrors that are built into United States foreign policy regularly bring to the people of the world much more suffering and despair than any American domestic policy does at home. I do not yearn for “anybody but Bush”. I yearn for a president who will put an end to Washington’s interminable indecent interventions against humanity. This is, moreover, the only way to end the decades-long hatred that has spawned so many anti-American terrorists. Keep reading →

  • Debate on United States foreign policy — October 2003

    On October 9, 2003 a debate was held at venerable Trinity College in Dublin. Organized by the University Philosophical Society, the proposition to be debated was: “America’s foreign policy does more harm than good.” Keep reading →

  • The Warmongers need for a justification for the devastation of Iraq — April 2003

    When you wage a war that is strongly opposed by the great majority of those on the planet who are aware of such things, when your own people are becoming increasingly militant against your unilateral waging of that war, when you know well that your war is palpably and embarrassingly illegal, immoral, illogical and unjust, when you can’t admit the real reasons for the war … then you have a consuming need to find a moral-sounding and credible selling point—“Regime change”, to remove the evil Saddam, the Iraqi people will welcome us with flowers and music! Keep reading →

  • http://williamblum.org/essays

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