Warum werden die Sprachaufzeichnungen der ukrainischen Fluglotsen nicht veröffentlicht? Warum bleiben die AWACS-Daten unter Verschluss? Und wo bleiben die Aufnahmen des Voice-Recorders aus der malaysischen Maschine? In Mali beim Flugzeugabsturz wusste man ganz schnell, was vorgefallen war, als die Blackbox gefunden worden war! So berichtete die New Straits Times aus Malaysia, dem Herkunftsland des Flugzeuges, am Mittwoch über Hinweise, dass Einschüsse an den gefundenen Trümmern auf den Beschuss aus einem Maschinengewehr hindeuten könnten. Als Quelle wird verwiesen auf ein Interview mit Michael Bociurkiw, der als Beobachter der OSZE mit einem der ersten Teams im Bereich der Absturzstelle der Wrackteile angekommen war.

Da stimmt etwas nicht

Christoph Jehle 07.08.2014

Vor genau drei Wochen wurde Flug MH17 abgeschossen

Das Band mit den Gesprächen zwischen Fluglotsen und den Piloten der Malaysia-Airlines-Maschine wurde unmittelbar danach beschlagnahmt und ist seither nicht mehr aufgetaucht. Die Blackboxes wurden von Malaysia über die Niederlande nach Großbritannien weitergereicht. Seither herrscht tiefstes Schweigen.

Als man nach dem kurz danach erfolgten Absturz der Air-Algérie-Maschine in Mali die zweite Blackbox gefunden hatte, hieß es „sie solle zur Auswertung in die 100 Kilometer entfernte Stadt Gao gebracht werden“. Kurz darauf wurde aus den ersten Auswertungen bekannt, dass die Piloten der Unglücksmaschine offensichtlich umkehren wollten. Offensichtlich lassen sich zumindest Teile der Blackboxes auch in einem afrikanischen Entwicklungsland auslesen. Zum Lesen der Aufzeichnungen aus dem Tower dürfte der technische Aufwand noch geringer sein.

Nachdem MH17 nach MH370 schon die zweite Maschine der Malaysia Airlines ist, die in diesem Jahr unter fragwürdigen und bislang ungeklärten Umständen abgestürzt ist, ist es kaum verwunderlich, dass man in Kuala Lumpur nach Erklärungen sucht. So berichtete die New Straits Times am Mittwoch über Hinweise, dass Einschüsse an den gefundenen Trümmern auf den Beschuss aus einem Maschinengewehr hindeuten könnten.

Als Quelle wird verwiesen auf ein Interview mit Michael Bociurkiw, der als Beobachter der OSZE mit einem der ersten Teams im Bereich der Absturzstelle der Wrackteile angekommen war, auf einen Beitrag des US-Journalisten Robert Parry und einen Artikel von Peter Haisenko , der die im Cockpitbereich sichtbaren Ein- und Austrittslöcher als Hinweise auf einen beidseitigen Beschuss der Maschine bezeichnet. Verwiesen wird auch auf das zu Verschwörungstheorien neigende Centre for Research on Globalization (CRG) in Montreal, das Erklärungsversuche anhand von Belegen, die frei zugänglich und entsprechend dokumentiert sind, verfolgt. Verlinkt wird hier auf den inzwischen aus dem BBC-Archiv gelöschten Beitrag zum Absturz von MH17.

Teil des Cockpits von MH17.

Warum werden die Sprachaufzeichnungen der ukrainischen Fluglotsen nicht veröffentlicht? Warum bleiben die AWACS-Daten unter Verschluss? Und wo bleiben die Aufnahmen des Voice-Recorders aus der malaysischen Maschine? Würden diese Informationen vorliegen, könnte man mit hoher Wahrscheinlichkeit den Vorgängen am 17. Juli deutlich näher kommen.

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42476/1.html

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