Die deutsche Landwirtschaft leidet unter Russlands Sanktionen. Russland zählt zu den größten Lebensmittelimporteuren der Welt. Die EU führte 2013 landwirtschaftliche Waren im Wert von 11,8 Milliarden Euro nach Russland aus. Die USA exportierten nach Angaben ihres Landwirtschafsministeriums während dieser Zeit Agrarprodukte im Wert von 1,3 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro) nach Russland. Treffen wird es aber vor allem die Viehzüchter und Bauern. Die Bauern würden dies ohne Frage zu spüren bekommen, so der Verband. Westfleisch-Mitarbeiter Klokkers sagte unumwunden, die eigenen Verluste werde man bei den Landwirten einpreisen müssen. Jetzt kosten uns die Russland-Sanktionen Arbeitsplätze und Einkommen und staatliche Mittel, immerhin noch nicht das Leben! Viele glauben unkritisch den Medien! Sie berichten aber nicht ausgewogen, sondern manipulieren die Bevölkerung! Jetzt, wo es viele trifft, sollten sie mehr Zeit nehmen und sich mit dem Konflikt und seinen Ursachen beschäftigen und fragen, ob die Sanktionen gegen Russland gerechtfertigt sind? Warum gibt es Sanktionen gegen Russland, aber nicht gegen die USA und England, obwohl sie völkerrechtswidrig den Irak angegriffen haben und die Verantwortung für den Tod von Hunderttausenden von Menschen tragen? Warum haben unsere Regierung den Sturz einer rechtmäßigen Regierung in der Ukraine unterstützt oder geduldet? Warum wollten sie das politisch gespaltene Land, das neutral sein wollte, mit allen Mitteln auf die Seite des Westens ziehen und damit die Einheit zu zerstören? Warum wissen wir bis heute nicht, was die jetzige Regierung mit den Morden auf dem Maidan zu tun hat, dem Brand in Odessa und dem Abschuss der MH17? In eurem, unserem eigenen Interesse, informieren wir uns ausgewogen und drängen wir auf eine friedliche Lösung, etwa eine Volksabstimmung in der Ostukraine über ihre Zukunft! Warum dürfen das die Schotten oder Kosovaren oder Slowaken, aber nicht die Ostukrainer? Warum geben wir so schnell die Fortschritte bei der Marktintegration zwischen Westeuropa und Russland auf, die beiden Seiten große Vorteile gebracht haben – dient das nicht nur den USA?

AUSWIRKUNG DER RUSSLAND-SANKTIONEN

„Russland schießt mit Kanonen auf Spatzen“

07.08.2014, 16:05 Uhr

exklusiv

Die deutsche Landwirtschaft leidet unter Putins Sanktionen. Unternehmen verurteilen, dass die Krim-Krise auf ihrem Rücken ausgetragen werde. Die einen stöhnen. Doch längst nicht alle.

von Lisa Hegemann

Russland fährt riesen Geschütze gegen die Sanktionen auf.

Düsseldorf Die Meinung von Egbert Klokkers zu den russischen Sanktionen gegen den Westen ist deutlich. „Man schießt mit Kanonen auf Spatzen“, sagt der Exportleiter des viertgrößten deutschen Fleischlieferanten Westfleisch im nordrhein-westfälischen Münster Handelsblatt Online. Das Importverbot träfe vor allem die einzelnen Betriebe, weniger die ganze Wirtschaft. Westfleisch zählt zu einem dieser Unternehmen. Die Firma ist damit ein weiteres Opfer der Krim-Krise geworden.

 

Am Donnerstag hatte der russische Regierungschef  Dmitri Medwedew verkündet, dass die EU und die USA, Australien, Kanada und Norwegen künftig kein Fleisch, keine Milch und kein Obst und Gemüse mehr nach Russland liefern dürften. Das Verbot gilt vorerst für ein Jahr. Damit reagierte der Kreml auf die Sanktionen, die der Westen zuvor verhängt hatten.

 

Russland zählt zu den größten Lebensmittelimporteuren der Welt. Die EU führte 2013 landwirtschaftliche Waren im Wert von 11,8 Milliarden Euro nach Russland aus. Die USA exportierten nach Angaben ihres Landwirtschafsministeriums während dieser Zeit Agrarprodukte im Wert von 1,3 Milliarden Dollar (knapp eine Milliarde Euro) nach Russland. Doch nun ist für die Händler des Westens der Markt gesperrt.

Für Westfleisch seien die Sanktionen zwar nicht existenzbedrohend, so der Exportleiter. Der Markt würde sich verschieben. Doch: „Umsatzmäßig wird sich das bei uns sicherlich auswirken.“

  • Es ist Putins Retourkutsche auf die westliche Sanktionen. Um Moskau zum Einlenken in der Ukraine-Krise zu zwingen, hatte die EU in der vergangenen Woche erstmals harte Strafmaßnahmen bei Rüstungsgeschäften, Energie und Finanzen beschlossen.

Auch die Milchindustrie wird das Importverbot zu spüren bekommen – allerdings nicht so schlimm, wie es noch vor ein paar Jahren gewesen wäre. Damals hätten 140 Molkereien ihre Produkte nach Russland importiert, sagte ein Sprecher des Milchindustrieverbands zu Handelsblatt Online. Heute sind es weniger als zehn. Daher sei man nur mittelbar betroffen.

Für die einzelnen Betriebe sei dies jedoch „bedauerlich“. „Es ist tragisch, dass die Auswirkungen der Ukraine-Krise auf dem Rücken der deutschen Landwirtschaft ausgetragen werden“, sagte der Sprecher weiter. Der Milchindustrieverband vertritt die Verarbeiter der Branche.

„Esst drei Hamburger mehr am Tag“Treffen wird es aber vor allem die Viehzüchter und Bauern. Die Bauern würden dies ohne Frage zu spüren bekommen, so der Verband. Westfleisch-Mitarbeiter Klokkers sagte unumwunden, die eigenen Verluste werde man bei den Landwirten einpreisen müssen.

„Esst drei Hamburger mehr am Tag“

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Der deutsche Bauernverband zeigte sich zunächst unbeeindruckt. Am Donnerstag teilte der Verband mit, dass die Sanktionen die deutsche Landwirtschaft nur begrenzt zusätzlich treffen würden. Die wichtigsten Agrarprodukte, die Deutschland demnach exportiert, seien Schweinefleisch, Backwaren, Käse und Kakaoprodukte. Andere Produkte hätten nur eine geringe Bedeutung. Zudem gebe es bereits seit vergangenem Jahr Einfuhrsperren für Schweinefleisch aus der EU und Käse aus Deutschland.

Manche deutschen Betriebe haben aber nichts zu befürchten. Zwar dürfen die westlichen Unternehmen weder Milch noch Fleisch nach Russland einführen, wohl aber dort ihre Produkte herstellen. Zu diesen Unternehmen zählt auch die deutsche Käserei Hochland. Sie betreibt zwei Produktionsstätten in Russland und ist nach eigenen Angaben von den Sanktionen nicht betroffen. Man stelle keine Rückgänge fest, sagte eine Sprecherin zu Handelsblatt Online. Für das Unternehmen gebe es keine Sperren.

Das sind die Sanktionen des Westens gegen Russland

  • Banken

    Die EU erschwert den Zugang zu den EU-Finanzmärkten für russische Banken. Gilt für alle Banken mit einem staatlichen Anteil von mindestens 50 Prozent. Sie können auf den EU-Kapitalmärkten keine neuen Wertpapiere oder Aktien von russischen Unternehmen mehr verkaufen.

  • In den USA fallen drei weitere Banken im russischen Staatsbesitz unter die Strafmaßnahmen, damit sind es nun fünf von sechs: Die Bank von Moskau, die Russische Landwirtschaftsbank und die VTB Bank kamen hinzu. Ihnen wird der Zugang zu mittel- und langfristiger Dollarfinanzierung für Russland erschwert. Sie dürfen aber weiter in den USA operieren.
  • Waffen
  • Technologie
  • Energie

Der Deutsche Raiffeisenverband reagierte hingegen schockiert auf die Sanktionen. DRV-Präsident Manfred Nüssel appellierte an das Landwirtschaftsministerium, „zeitnah alle Exportkompetenzen“ zu bündeln. Bestehende Drittlandmärkte müssten erweitert und neue Märkte erschlossen werden. „Nur so wird verhindert, dass die negativen Auswirkungen für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft ins Uferlose steigen“, sagte Nüssel in einer Stellungnahme. Der DRV vertritt die Interessen von knapp 2400 deutschen Unternehmen der Agrar- und Ernährungsindustrie.

Nüssel befürchtet, dass die Märkte massiv unter dem Importverbot leiden werden. Damit trügen Landwirte, Verarbeiter und Händler „die Konsequenzen aus der Ukraine-Krise“, so Nüssel.

Doch das geht nicht nur den Importeuren in Deutschland so, sondern auch den europäischen Nachbarländer. Polen liefert zum Beispiel 677.000 Tonnen Äpfel pro Jahr nach Russland. Für die nächsten zwölf Monate wird das nicht mehr möglich sein.

Statt mit Resignation reagierten die Polen darauf mit Patriotismus: „Steht auf gegen Putin – esst Äpfel, trinkt Cidre“, forderte ein polnisches Wirtschaftsmagazin. Daraufhin entstanden bei Facebook und Twitter etliche Selfies, also Selbstporträts, von äpfelessenden Menschen.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/auswirkung-der-russland-sanktionen-russland-schiesst-mit-kanonen-auf-spatzen/10304292.html

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