Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein deutscher General verletzt worden. Überall, wo die Aufständischen jetzt auf dem Vormarsch sind, waren zuvor Truppen der Internationalen Schutztruppe (ISAF) für die Sicherheit verantwortlich. Die Gewalt hat zum Beispiel in der Provinz Kunduz zugenommen, wo deutsche Soldaten gekämpft haben und gestorben sind. Bei dem Attentat in einem von Briten geführten Trainingszentrum wurde ein Soldat der internationalen Schutztruppe ISAF getötet. Nach einem Bericht von Spiegel Online handelt es sich dabei um einen hochrangigen US-General. Bei dem Angriff erlitten zudem mindestens 14 ISAF-Soldaten Verletzungen. Nach afghanischen Angaben wurden auch drei afghanische Militärangehörige verwundet. Insgesamt sind noch 1900 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz, die meisten von ihnen in Masar-i-Scharif im Norden des Landes. In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach tödliche Angriffe von afghanischen Sicherheitskräften auf NATO-Verbündete gegeben.Im Mai 2011 wurde schon einmal ein deutscher General bei einem Attentat in Afghanistan verwundet: Der damalige Regionalkommandeur im Norden, Markus Kneip, überlebte einen Bombenanschlag im Ort Talokan bei Kundus. Zwei deutsche Soldaten wurden dabei getötet und fünf weitere zum Teil schwer verwundet. Beim bisher schwersten Angriff eines sogenannten Innentäters auf die Bundeswehr wurden im Februar 2011 in der Provinz Baghlan drei deutsche Soldaten getötet, als ein afghanischer Soldat am Stützpunkt OP North das Feuer auf sie eröffnete. Die Taliban gewinnen in Afghanistan an Boden. Überall, wo die Aufständischen jetzt auf dem Vormarsch sind, waren zuvor Truppen der Internationalen Schutztruppe (ISAF) für die Sicherheit verantwortlich. Die Gewalt hat zum Beispiel in der Provinz Kunduz zugenommen, wo deutsche Soldaten gekämpft haben und gestorben sind.

AFGHANISTAN

Deutscher General bei Anschlag in Afghanistan schwer verletzt

Bei einem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt Kabul ist ein deutscher General verletzt worden. Das teilte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mit.

Deutscher General bei Angriff in Afghanistan verletzt

Der Brigadegeneral sei außer Lebensgefahr und werde medizinisch versorgt, teilte die Bundeswehr-Dienststelle in der Nähe von Berlin mit. Bei dem Attentat in einem von Briten geführten Trainingszentrum wurde ein Soldat der internationalen Schutztruppe ISAF getötet. Nach einem Bericht von Spiegel Online handelt es sich dabei um einen hochrangigen US-General. Bei dem Angriff erlitten zudem mindestens 14 ISAF-Soldaten Verletzungen. Nach afghanischen Angaben wurden auch drei afghanische Militärangehörige verwundet.

Ein Bundeswehr-Sprecher konnte noch nicht sagen, ob der verwundete deutsche General ausgeflogen wird. Der Soldat sei in Kabul stationiert, wo derzeit noch rund 225 Bundeswehr-Angehörige Dienst tun. Insgesamt sind noch 1900 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz, die meisten von ihnen in Masar-i-Scharif im Norden des Landes.

Unklarer Tathergang

Zum Tathergang gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Das afghanische Verteidigungsministerium meldete, dass ein „Terrorist in der Uniform der Nationalarmee“ das Feuer auf afghanische und ausländische Truppen eröffnet habe. Aus der afghanischen Armee hieß es dagegen, der Schütze sei ein Soldat gewesen, der nach einem Streit auf seine Ausbilder geschossen habe. Bundeswehr und ISAF machten zunächst keine Angaben zum Täter. Der Anschlag ereignete sich während eines Treffens mit afghanischen Führungspersönlichkeiten in Camp Kargha.

In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach tödliche Angriffe von afghanischen Sicherheitskräften auf NATO-Verbündete gegeben. Zuletzt waren solche Anschläge aber seltener geworden. Der jüngste Anschlag ist nach Angaben aus Sicherheitskreisen der fünfte sogenannte Innentäterangriff in diesem Jahr in Afghanistan.

Im Mai 2011 wurde schon einmal ein deutscher General bei einem Attentat in Afghanistan verwundet: Der damalige Regionalkommandeur im Norden, Markus Kneip, überlebte einen Bombenanschlag im Ort Talokan bei Kundus. Zwei deutsche Soldaten wurden dabei getötet und fünf weitere zum Teil schwer verwundet. Beim bisher schwersten Angriff eines sogenannten Innentäters auf die Bundeswehr wurden im Februar 2011 in der Provinz Baghlan drei deutsche Soldaten getötet, als ein afghanischer Soldat am Stützpunkt OP North das Feuer auf sie eröffnete.

Kritische Phase

Afghanistan befindet sich in einer kritischen Phase: Die NATO-geführten ISAF-Truppe einschließlich der Bundeswehr will nach 13 Jahren bis Ende des Jahres ihre Kampfverbände vollständig abziehen. Dann soll eine Mission mit 12.000 Soldaten zur Ausbildung der afghanischen Armee folgen, die auf dem anstehenden NATO-Gipfel in Wales beschlossen werden soll. Voraussetzung ist aber die Unterschrift des neuen afghanischen Präsidenten unter ein Abkommen, das ausländischen Soldaten Schutz vor Strafverfolgung durch die afghanische Justiz gewährt.

Die politische Lage am Hindukusch ist aber nach der zweiten Runde der Präsidentenwahl von Mitte Juni weiterhin angespannt. Nach Angaben der Wahlkommission gewann der ehemalige Finanzminister Aschraf Ghani die Stichwahl. Sein Kontrahent, der frühere Außenminister Abdullah Abdullah, warf ihm jedoch Manipulationen vor und beansprucht den Sieg für sich. Nun soll eine Neuauszählung der Stimmzettel Klarheit bringen.

kle/uh (dpa, afp, rtre, ape)

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Smith: „Die Taliban gewinnen in Afghanistan an Boden“

Während in Kabul die umstrittenen Wahlergebnisse geprüft werden, vergrößern die Taliban ihr Einflussgebiet. Graeme Smith von der International Crisis Group spricht im DW-Interview über die Folgen.

Taliban-Kämpfer in Afghanistan (Foto: TERENCE WHITE/AFP/Getty Images)

Deutsche Welle: Inwiefern profitieren die Taliban vom ungelösten Streit über die Ergebnisse der Stichwahl?

Graeme Smith: Da gibt es bisher keinen sehr engen Zusammenhang, was die Wahlkrise in Afghanistan und die Zunahme von Angriffen durch Aufständische betrifft. Die International Crisis Group (ICG) hat aufgrund von Feldstudien aus dem Jahr 2013 eine Zunahme der Gewalt für 2014 vorhergesagt. Die Studien ließen erwarten, dass die afghanische Regierung ebenso wie die afghanischen Sicherheitskräfte unter erhöhtem Druck stehen würden, sobald die internationalen Truppen anfangen, sich aus dem Land zurückziehen. Leider haben sich alle unsere Vorhersagen bewahrheitet.

Und die Sicherheitslage wird sich 2015 weiter verschlechtern, da die Taliban und andere militante Gruppen nach Abschluss des Abzugs der NATO-Truppen ihren Einfluss weiter vergrößern können. Nur ein kleiner Teil der Gewalt der vergangenen Monate kann auf die Spannungen im Umfeld der Wahlen zurückgeführt werden.

Erobern die Taliban strategisch bedeutsame Regionen?

Graeme Smith Experte der International Crisis Group (Foto: ICG)Graeme Smith von der International Crisis Group

Nein, keine der von den Taliban eroberten Regionen aus diesem Jahr sind von besonderer militärischer Bedeutung. Die Aufständischen verzeichnen vor allem Landgewinne in abgelegenen Distrikten.

Nur in wenigen Regionen, wie etwa im Sangin-Distrikt in der südafghanischen Provinz Helmand, konnten die Aufständischen möglicherweise wirtschaftliche Knotenpunkte erobern. Sie versuchen zum Beispiel die Fernstraße 611 unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Straße ist wichtig, da es sich um die Hauptroute für den Drogenschmuggel zwischen den Opiumfeldern in Helmand und den Märkten im Iran und Pakistan handelt. Allerdings ist noch unklar, ob die Aufständischen ihr Ziel tatsächlich erreicht haben.

Die Offensive der Taliban ist vor allem von symbolischer Bedeutung. Der Angriff auf das Gebäude der Distrikt-Verwaltung in Registan vor wenigen Tagen (27.07.2014) etwa hatte keine militärische Bedeutung. Es handelt sich bloß um einen isolierten Außenposten in der Wüste. Aber der Angriff zeigt, dass die Taliban in der Lage sind, in einer regulären militärischen Auseinandersetzung gegen die afghanischen Sicherheitskräfte zu bestehen. Das hat durchaus politische Bedeutung.

Standen die in der jüngsten Zeit von den Taliban eroberten Gebiete zuvor unter der Kontrolle von NATO-Truppen?

Überall, wo die Aufständischen jetzt auf dem Vormarsch sind, waren zuvor Truppen der Internationalen Schutztruppe (ISAF) für die Sicherheit verantwortlich. Die Gewalt hat zum Beispiel in der Provinz Kunduz zugenommen, wo deutsche Soldaten gekämpft haben und gestorben sind. Das gleiche gilt für Faryab, wo die Norweger stationiert waren. Kanadische Truppen ließen einen wachsenden Bürgerkrieg in Kandahar zurück, ebenso wie britische Truppen in Helmand. Am meisten hat sich die Sicherheitslage wahrscheinlich in den östlichen Provinzen Afghanistans verschlechtert, wo bisher US-amerikanische Truppen die Sicherheitsverantwortung hatten.

Wie groß ist die Bedrohung der gegenwärtigen Offensive?

Viel hängt davon ab, in welchem Umfang die internationalen Geldgeber die afghanischen Sicherheitskräfte unterstützen werden. Die Geldgeber müssen ihre Annahmen vom NATO-Gipfel in Chicago aus dem Jahr 2012 überdenken. Damals gab es einige überoptimistische Vorhersagen über den Rückgang von Aufständen. Die Vereinbarung von Chicago forderte eine Verringerung des afghanischen Sicherheitspersonals auf 228.000 Mann. Aber heute ist der Bürgerkrieg in Afghanistan viel heftiger als damals.

Die Kernfrage ist, ob die Geldgeber ihre jährlichen Zusagen erhöhen werden, damit die afghanischen Sicherheitskräfte ihre momentane Truppenstärke von etwa 370.000 aufrechterhalten können. Ein weiterer wichtiger Faktor ist natürlich die Frage, inwiefern die afghanische Regierung in der Lage ist, die Ressourcen effektiv einzusetzen. Die Streitereien über die Präsidentenwahlen machen die Lage nicht einfacher und es wird für Afghanistan schwierig sein, auf dem NATO-Gipfel im September in Wales die eigene Position zu vertreten.

Graeme Smith ist leitender Analyst für Afghanistan bei der International Crisis Group.

DIE REDAKTION EMPFIEHLT

http://www.dw.de/smith-die-taliban-gewinnen-in-afghanistan-an-boden/a-17821752

AUDIO U

http://www.dw.de/deutscher-general-bei-anschlag-in-afghanistan-schwer-verletzt/a-17832602

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