Amnesty: Shell tut nichts zur Beseitigung der katastrophalen Umweltschäden durch seine Ölförderung im Nigerdelta! Drei Jahre nachdem ein Bericht der UNO die schwere Ölverschmutzung in der Region Ogoniland angeprangert hatte, geschehe immer noch kaum etwas, kritisierten Amnesty und vier weitere Nichtregierungsorganisationen. In seinem vor drei Jahren veröffentlichten Bericht war das UNO-Umweltprogramm UNEP zu dem Ergebnis gekommen, dass es mindestens 25 bis 30 Jahre dauern wird, um die ölverseuchte Region Ogoniland wieder zu säubern. UNEP empfahl die Einrichtung eines Sonderfonds, in den die Ölunternehmen und die nigerianische Regierung eine Milliarde Dollar (744 Mio. Euro) einzahlen sollten. Der Angriff der NGOs auf den Ölmulti erfolgt wenige Tage nach Bekanntwerden der Quartalszahlen, denen zufolge Shell dank gestiegener Ölpreise seinen Gewinn überraschend stark um 33 Prozent auf 6,1 Mrd. Dollar steigern konnte. Die A-Aktien des Ölkonzerns waren um bis zu 3,78 Prozent auf ein Rekordhoch von 25,83 Pfund (32,63 Euro) gestiegen.

Nigeria: Scharfe Amnesty-Kritik an Shell wegen Ölverseuchung

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Nigeria und dem Ölriesen Shell vorgeworfen, bis heute so gut wie nichts gegen die schweren Umweltschäden durch die Ölförderung im Niger-Delta unternommen zu haben.

Drei Jahre nachdem ein Bericht der UNO die schwere Ölverschmutzung in der Region Ogoniland angeprangert hatte, geschehe immer noch kaum etwas, kritisierten Amnesty und vier weitere Nichtregierungsorganisationen am Montag. Alle bisher von Shell und der Regierung in Abuja ergriffene Maßnahmen hätten reine Feigenblattfunktion.

UNO forderte Sonderfonds

In seinem vor drei Jahren veröffentlichten Bericht war das UNO-Umweltprogramm UNEP zu dem Ergebnis gekommen, dass es mindestens 25 bis 30 Jahre dauern wird, um die ölverseuchte Region Ogoniland wieder zu säubern. UNEP empfahl die Einrichtung eines Sonderfonds, in den die Ölunternehmen und die nigerianische Regierung eine Milliarde Dollar (744 Mio. Euro) einzahlen sollten.

Das westafrikanische Nigeria ist der größte Ölproduzent des Kontinents, und Shell ist dort traditionell einer der größten Ölförderer. Aus Ogoniland musste sich der niederländisch-britische Konzern 1993 angesichts von Unruhen zurückziehen.

Shell bestreitet Vorwürfe seit Jahren

Bis heute aber habe er nicht für die von ihm verursachten Schäden geradestehen müssen, kritisierte Audrey Gaughran von Amnesty International. Viele Umweltschutzorganisationen werfen den großen Ölkonzernen vor, in Nigeria wesentlich laxer mit Schutzmaßnahmen umzugehen als beispielsweise in den USA und Europa – was Shell bestreitet.

Amnesty erinnerte daran, dass die Ölförderung über Jahrzehnte hinweg Regierungsvertreter und Ölkonzerne reich gemacht habe, der Bevölkerung aber nichts anderes als verseuchte Böden und Flüsse hinterlassen habe.

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