Im Südkaukasus hat sich der seit Jahren schwelende Territorialkonflikt um Nagorni Karabach in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt. Bei mehreren Gefechten zwischen armenischen und aserbeidschanischen Truppen sind nach verschiedenen Angaben bis am Sonntag mindestens 15 Personen ums Leben gekommen. Bei den schwersten Zusammenstössen seit Jahren um Nagorni Karabach sind mindestens 15 Personen getötet worden. Trotz internationalen Vermittlungsbemühungen zeichnet sich keine Lösung des Territorialstreits zwischen Armenien und Ascherbeidschan im Südkaukasus ab, zwei früheren Republiken der Sowjetunion, aus deren Zeit auch der Streit herrührt. Seit dem armenisch-aserbeidschanischen Krieg von 1991 bis 1994 übt Armenien jedoch die vollständige Kontrolle über das Gebiet aus, das völkerrechtlich zu Aserbeidschan gehört. Erewan hält zudem Teile sieben weiterer aserbeidschanischer Provinzen besetzt. Dem Waffengang fielen Tausende zum Opfer. Es kam zu ethnischen Säuberungen, auf beiden Seiten wurden Hunderttausende vertrieben . Ein Trauma, , das bis heute das Verhältnis zwischen Erewan und Baku sowie die Aussöhnung von Armeniern und Aserbeidschanern belastet.

Angespannte Lage im Südkaukasus

Tödliche Gefechte um Nagorni Karabach

Daniel Wechlin, Moskau Gestern, 3. August 2014, 19:43
Bei den schwersten Zusammenstössen seit Jahren um Nagorni Karabach sind mindestens 15 Personen getötet worden. Trotz internationalen Vermittlungsbemühungen zeichnet sich keine Lösung des Territorialstreits ab.

Im Südkaukasus hat sich der seit Jahren schwelende Territorialkonflikt um Nagorni Karabach in den vergangenen Tagen dramatisch zugespitzt. Bei mehreren Gefechten zwischen armenischen und aserbeidschanischen Truppen sind nach verschiedenen Angaben bis am Sonntag mindestens 15 Personen ums Leben gekommen. Am meisten Opfer soll es in den Reihen aserbeidschanischer Einheiten gegeben haben. Über die Hintergründe der Zwischenfälle herrscht Unklarheit. Erewan und Baku bezichtigen sich gegenseitig der Provokation, ab Donnerstag Späh- und Sabotagekommandos losgeschickt und die Waffenstillstandsbedingungen von 1994 verletzt zu haben. Am Samstag liess Baku Kampfflugzeuge aufsteigen, offenbar wurden auch Bodentruppen disloziert. Gleichentags hiess es aus Erewan, dass sich der armenische Präsident Sersch Sargsjan und sein aserbeidschanischer Amtskollege Ilham Alijew womöglich in den kommenden Tagen im südrussischen Sotschi zu Gespräch treffen sollen. Moskau rief am Wochenende alle Seiten zur Zurückhaltung auf . Eine weitere Eskalation sei nicht akzeptabel.

Vergiftetes Klima

Der Konflikt um die 11 000 Quadratkilometer kleine, international nicht anerkannte Republik Nagorni Karabach ist der älteste Streitfall im postsowjetischen Raum. Seit dem armenisch-aserbeidschanischen Krieg von 1991 bis 1994 übt Armenien jedoch die vollständige Kontrolle über das Gebiet aus, das völkerrechtlich zu Aserbeidschan gehört. Erewan hält zudem Teile sieben weiterer aserbeidschanischer Provinzen besetzt. Dem Waffengang fielen Tausende zum Opfer. Es kam zu ethnischen Säuberungen, auf beiden Seiten wurden Hunderttausende vertrieben . Ein Trauma, das bis heute das Verhältnis zwischen Erewan und Baku sowie die Aussöhnung von Armeniern und Aserbeidschanern belastet. In beiden Ländern ist das Thema emotional höchst aufgeladen und wird innenpolitisch ausgeschlachtet. Um Ausgleich bemühte Stimmen werden marginalisiert. Immer wieder ist von angeblichen Spionagefällen die Rede. Im autoritär regierten Aserbeidschan dienen solche auch als Vorwand, sich Kritikern zu entledigen. Erst am Donnerstag wurde die bekannte Bürgerrechtsaktivistin Leyla Yunus in Baku verhaftet, weil sie laut Staatsanwaltschaft für Armenien spioniert haben soll. Der 58-jährigen Leiterin des Instituts für Frieden und Demokratie droht ein Prozess wegen Landesverrats.

Bewohnt wird das völlig verarmte Nagorni Karabach hauptsächlich von Armeniern. Die lokalen Behörden in Stepanakert geben die Bevölkerungszahl mit 146 000 an. Die erneut aufgeflammten Kämpfe zählen zu den gravierendsten seit Jahren. Die Gefechte haben sich dabei nicht nur an der Demarkationslinie zwischen Nagorni Karabach und Aserbeidschan zugetragen, sondern ebenfalls direkt an der regulären armenisch-aserbeidschanischen Staatsgrenze. Auch Zivilisten und ein Fahrzeug des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz kamen unter Beschuss. Die Gegend ist vermint. In Schützengräben stehen sich Verbände der Konfliktparteien gegenüber. In unregelmässigen Abständen observiert eine kleine Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) das Gebiet.

Ambivalentes Russland

Mit der Konfliktlösung ist in erster Linie die Minsker Gruppe der OSZE beschäftigt. Den Co-Vorsitz teilen sich Frankreich, die USA und Russland. Doch das Mediationsverfahren kommt seit Jahren nicht vom Fleck. Nicht alle Konfliktparteien sind an den Verhandlungen beteiligt, es fehlen Behördenvertreter aus Nagorni Karabach und aus diesem vertriebene Repräsentanten der aserbeidschanischen Gemeinde. Kontrovers ist auch die Rolle Russlands. Moskau tritt im Südkaukasus einerseits als Schutzmacht des regional isolierten Armenien auf, wo es über einen mehreren tausend Mann starken Militärstützpunkt verfügt; dessen Pacht läuft bis 2044. Nach Pressionen aus Moskau hat sich Erewan mittlerweile dazu entschieden, der von Russland dominierten Eurasischen Zollunion beizutreten. Andererseits umwirbt der Kreml auch das rohstoffreiche Aserbeidschan und versorgt Baku mit Waffenlieferungen wie etwa Panzern oder Raketensystemen.

 

http://www.nzz.ch/international/toedliche-gefechte-um-nagorni-karabach-1.18355851

Bergkarabach

Dieser Artikel behandelt die geographische Region Bergkarabach, für die gleichnamige Republik Bergkarabach siehe dort.

Aserbaidschan mit dem früheren Autonomen Gebiet Bergkarabach (dunkelbraun) und den armenisch kontrollierten Gebieten (hellbraun).

Detailkarte von Bergkarabach

Bergkarabach (armenisch Լեռնային Ղարաբաղ/Lernajin Gharabagh, wissenschaftliche Transliteration Lernayin Łarabał; aserbaidschanisch Dağlıq Qarabağ oder Yuxarı Qarabağ, „gebirgiger schwarzer Garten“ oder „oberer schwarzer Garten“; auch Berg-Karabach) ist eine mehrheitlich von Armeniernbewohnte Region im Südosten des Kleinen Kaukasus, welche zwischen Armenien undAserbaidschan umstritten ist. Gebräuchlich ist außerdem die von der russischen Bezeichnung Нагорный Карабах abgeleitete Transkription „Nagorny Karabach“.

Als politischer Begriff wird Bergkarabach oft mit dem ehemaligen Autonomen Gebiet Bergkarabach innerhalb der früheren Aserbaidschanischen SSR und dem daraus entstanden de-facto-Regime der Republik Bergkarabach gleichgesetzt, das unter anderem nach Ansicht der Vereinten Nationen und des Europarates weiterhin Teil des Staatsgebietes Aserbaidschans ist. Gleichwohl ist das Gebiet zwischenArmeniern und Aserbaidschanern umstritten, der Bergkarabachkonflikt dauert noch immer an.

Nach Auflösung der Sowjetunion 1991 entzündete sich ein militärischer Konflikt. Seit 1992 ist Bergkarabach und angrenzende Gebiete zu einem großen Teil von Truppen der Republik Bergkarabach kontrolliert, die sich am 2. September 1991 für unabhängig von Aserbaidschan erklärte. Rund ein Drittel der Waffenstillstandslinie vom 12. Mai 1994 wird allerdings von Truppen der Republik Armenien gehalten. Die heutige Einwohnerzahl liegt bei etwa 145.000, nach der Flucht der Aserbaidschaner sind dies zum allergrößten Teil Armenier.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bergkarabach

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