Offener Brief Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza An die Mitglieder des Deutschen Bundestages An die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments An die deutsche Bundesregierung: Wenn die israelische Armee zum wiederholten Male in einer Großoffensive die Bevölkerung Gazas angreift und dabei für den Tod und unendliches Elend tausender Menschen verantwortlich ist, so geschieht dies auch mithilfe deutscher Waffen und im Rahmen einer engen deutsch-israelischen militärischen, politischen und kulturellen Zusammenarbeit. WDR-Journalist berichtet von der Angst vor dem Tod aus Gaza: Im Live-Stream des russischen Fernsehens kann man ein Bild davon gewinnen, was in Gaza passiert!

Gaza-Livestream von Russian TV
läuft 24h.

Website zum Gedenken der Opfer

Offener Brief Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza

An die Mitglieder des Deutschen Bundestages
An die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments
An die deutsche Bundesregierung


Seit dem Beginn des jüngsten Angriffs der israelischen Armee auf den Gazastreifen am 8. Juli 2014 bis heute – 1. August 2014 – wurden 1.437 PalästinenserInnen getötet und 8.265 zum Teil schwer verletzt. Die große Mehrheit der Opfer der israelischen Offensive sind Zivilisten, viele darunter Frauen und Kinder.

Christopher Gunness, Sprecher der UNRWA, verurteilt die Angriffe der israelischen Armee auf die palästinensische Zivilbevölkerung als Verstoß gegen internationales Recht.

In der gezielten Bombardierung von Krankenhäusern, Krankenwagen, Spielplätzen und von durch die UN als Schutzräume für Zivilisten ausgewiesenen Gebäuden durch eine Armee, die nach eigenem Bekunden über modernste Präzisionswaffen verfügt, vermögen wir nichts anderes als schwerste Kriegsverbrechen zu sehen.

In Gaza leben die 1,8 Millionen BewohnerInnen seit dem über das Gebiet verhängten Embargo, also seit 2006, dicht gedrängt im größten Freiluftgefängnis der Welt und in Abhängigkeit von der Versorgung durch die UN und Hilfsorganisationen sowie den
Entscheidungen Israels, lebensnotwendige Güter passieren zu lassen – ein untragbarer, ein menschenunwürdiger Zustand.

Die Abriegelung durch Mauern und Grenzbefestigungen bringt es mit sich, dass die eingeschlossene Zivilbevölkerung und ihre lebensnotwendige Infrastruktur den Angriffen der israelischen Armee schutzlos ausgeliefert sind. Das betrifft gerade jetzt besonders die
medizinische Versorgung, die weitgehend zusammengebrochen ist, während Tausende mit schwersten Verletzungen versorgt werden müssen. Wir können nicht erkennen, dass die elementaren Rechte und der Schutz der PalästinenserInnen vor massiven bewaffneten
Angriffen weniger wichtig sind als der Schutz der israelischen Zivilbevölkerung.

Wenn die israelische Armee zum wiederholten Male in einer Großoffensive die Bevölkerung Gazas angreift und dabei für den Tod und unendliches Elend tausender Menschen verantwortlich ist, so geschieht dies auch mithilfe deutscher Waffen und im Rahmen einer engen deutsch-israelischen militärischen, politischen und kulturellen Zusammenarbeit.

Als Kulturschaffende in Deutschland können wir dazu nicht schweigen. Wir fordern Sie, deutsche AmtsträgerInnen und ParlamentarierInnen, dringend dazu auf, sich für die elementaren Rechte und den Schutz auch der palästinensischen Bevölkerung
einzusetzen!

Wir fordern:

– sofortiger Rückzug der israelischen Armee aus Gaza
– Aufhebung der Blockade des Gazastreifens
– Öffnung der Grenzübergänge Gazas für Waren, Hilfsgüter und Menschen


Der Brief ist unterzeichnet von Kulturschaffenden in Deutschland:
SchriststellerInnen, FilmemacherInnen, MusikerInnen, TheatermacherInnen, TänzerInnen,
SchauspielerInnen, JournalistInnen und AkademikerInnen.

Unterzeichnerliste (wird fortgeführt):

Perceval, Luk – Theaterregisseur
Ruzicka, Werner – Festivalleiter Duisburger Filmwoche
Fischer, Erica – Autorin
Neudeck, Rupert, Journalist
Elias, Hanin – Musikerin
Veihelmann, Julia – Autorin
Steuer-v. Westphalen, Naomi – Filmemacherin
du Plessis, Nancy – Autorin
Finzi, Sylvia – Künstlerin
El-Qalqili, Pary – Regisseurin
Goldbach, Jelena – Filmproduzentin
El-Dabbas, Faten – Musikerin
Kötter, Iris Anna – Journalistin
Matthes, Sabine – Fotographin
Yassin, Lina – Neurowissenschaftlerin
Roldan Mendivil, Eleonora – Politikwissenschaftlerin
Özyurt, Çığır – Theaterpädagogin
Bender, Dominik – Schauspieler
Ludwig, Henning – attacChor

http://www.happeningmonitor.bplaced.net/new/media/rtv2.htm

„Die Angst ist spürbar“

Martin Lejeune hält sich derzeit als freier Journalist im Gazastreifen auf. Auf WDR 2 berichtete er über seine Eindrücke der humanitären Lage und die Angst der palästinensischen Bevölkerung vor den israelischen Angriffen.


Zerbombte Häuser in Gaza-Stadt
Bild 1 vergrößernZerbombte Häuser in Gaza-Stadt

Die israelische Armee hat die Angriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt – in Reaktion auf anhaltende Raketenangriffe palästinensischer Extremisten auf israelisches Gebiet. Der freie Journalist Martin Lejeune hält sich derzeit in Gaza-Stadt auf. Und er geht trotz der Gefahr für das eigene Leben durch die Straßen dort, wie er im Gespräch mit WDR 2 Moderator Uwe Schulz berichtete. „Ja, ich traue mich noch raus, weil ich einfach berichten möchte, wie sich der Angriff Israels auf den Gazastreifen, auf das Leben der Menschen auswirkt.“

„Angriff auf die Zivilbevölkerung“


Es sei viel Leid dort, so Lejeune. Etwa 10.000 Häuser seien bereits komplett zerstört und Hunderttausende weitere Gebäude zumindest beschädigt. Darunter seien Fabriken, Elektrizitätswerke, Schulen und auch Krankenhäuser. „Also, es ist wirklich ein Angriff auf die Zivilbevölkerung, und es ist ein Angriff auf die Infrastruktur des Gazastreifens.“

Schwierige humanitäre Lage im Gazastreifen

Er lebe bei einer muslimischen Familie im Zentrum von Gaza-Stadt. „Und dort ist wirklich die Angst spürbar vor den täglichen und auch nächtlichen Angriffen.“ Vor drei Tagen sei eine Rakete in ein Haus eingeschlagen, das nur 40 Meter entfernt gewesen sei. Es habe Verletzte gegeben, und seitdem lägen die Trümmer überall auf der Straße, die Stromleitungen seien umgekippt. Elektrizität, Internet und Festnetztelefon gebe es nicht mehr. Auch Brot könne man nicht mehr zu kaufen, mit Benzin versuche man nun zu backen und zu kochen. Doch auch das sei knapp. „Wir haben auch kein Wasser mehr in der Wohnung. Wir müssen also jeden Tag unser Leben organisieren, schauen, wo wir noch Wasser herkriegen“, schilderte er die Situation. „Das Ganze ist natürlich sehr mühsam und nervenzehrend.“ Es sei „wie im Mittelalter“. Nach den jüngsten Angriffen und dem inzwischen jahrelangen Embargo werde „eine humanitäre Katastrophe sichtbar“. Da auch die Medikamente knapp seien, forderte Lejeune, es müsse dringend etwas passieren – „sonst werden hier sehr viele Menschen auch an Seuchen sterben“.

Mehr zum Thema

 

http://www.palaestina-portal.eu/

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Eine Antwort zu Offener Brief Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza An die Mitglieder des Deutschen Bundestages An die deutschen Mitglieder des Europäischen Parlaments An die deutsche Bundesregierung: Wenn die israelische Armee zum wiederholten Male in einer Großoffensive die Bevölkerung Gazas angreift und dabei für den Tod und unendliches Elend tausender Menschen verantwortlich ist, so geschieht dies auch mithilfe deutscher Waffen und im Rahmen einer engen deutsch-israelischen militärischen, politischen und kulturellen Zusammenarbeit. WDR-Journalist berichtet von der Angst vor dem Tod aus Gaza: Im Live-Stream des russischen Fernsehens kann man ein Bild davon gewinnen, was in Gaza passiert!

  1. Ellena Olsen schreibt:

    Eine wichtige Aktivität, endlich eine Reaktion auf die andauernden Angriffe auf Zivilisten, entsetzlich, was im Gazastreifen abläuft. Das ist nicht hinnehmbar!

    Gefällt mir

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