Im irakischen Falludscha gibt es erhöhte Krebserkrankungen, Mißbildungen bei Neugeborenen und eine Veränderung im Geburtenverhältnis zwischen Jungen und Mädchen. Wissenschaftler und sein Team leicht angereichertes Uran, wie es in Atomreaktoren und Atombomben benutzt wird. Das Material enthielt das Isotop U235, das nicht im abgereicherten Uran vorkommt. Dieses hochradioaktive Uran wurde sowohl in den Haarproben der Eltern als auch in Wasser- und Bodenproben gefunden… In den Ländern, in denen der Westen militärisch intervenierte, stellen sich jetzt furchtbare Folgen der verwendeten Uran-Munition ein! Viele Frauen bringen in Irak, Bosnien oder Afghanistan missgebildete Kinder zur Welt! Deadly Dust: Todesstaub Uran Munition und die Folgen! Die Uran-Technologie für Geschosse ist in Deutschland entwickelt worden! Die IPPNW „IPPNW – Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.“ fordern eine Ächtung der Uran-Munition

Im letzten Irak-Krieg verschossen die Alliierten hunderte von Tonnen uranhaltiger Munition. Die panzerbrechende Waffe wirkt noch nach Jahren.

 

Diese Dokumentation von Frieder Wagner erzählt von einem Kriegsverbrechen: dem Einsatz der Uranmunition im Irak, im Bosnienkrieg und im Kosovo.

Diese „Wunderwaffe der Alliierten durchdringt einen feindlichen Panzer wie ein Messer die Butter. Dabei verbrennt das radioaktive Uran, das zudem hochgiftig ist und eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren hat, zu winzigsten Nanopartikelchen. Eingeatmet können sie tödliche Krebstumore verursachen und den genetischen Code aller Lebewesen für viele Generationen deformieren. In den betroffenen Ländern sind dadurch inzwischen ganze Regionen unbewohnbar geworden.

Der deutsche Tropenarzt und Epidemiologe Dr. Siegwart-Horst Günther machte nach dem Golfkrieg 1991 als erster auf die verheerenden Folgen von solchen Urangeschossen aufmerksam und wurde dafür in Deutschland diskreditiert und verfolgt. Der Film begleitet ihn und seine amerikanischen Kollegen bei ihren Untersuchungen im Kosovo, in Bosnien und im Irak. Überall dort hatten amerikanische Truppen die gefährliche Uran-Munition eingesetzt.

Der Film zeigt bislang wenig bekannte Langzeitfolgen unter denen besonders die Kinder in den Kriegsgebieten zu leiden haben. Nach Ende des jüngsten Irak-Krieges entdeckten die Experten in der Umgebung von Basra kontaminierte Kriegsschauplätze, deren radioaktive Verseuchung die natürliche Erdstrahlung um das 20.000-fache übertrifft.

Am 2. Dezember 2008 gehörte zur Agenda der Vollversammlung der UNO ein Antrag auf Ächtung von Uranmunition. Das Ergebnis war beeindruckend: 141 Nationen forderten, gestützt auf die internationale Rechtslage, die Herstellung, Verbreitung und Anwendung von Uranmunition und Uranwaffen künftig zu verbieten. Dass die Atommächte Frankreich, Großbritannien, Israel und die USA dagegen votierten, überraschte nicht; Russland enthielt sich der Stimme und China blieb der Abstimmung fern. Eine Resolution erging an die verantwortlichen UN-Organisationen, die gesundheitlichen Folgen zu überprüfen. Uranmunition dient nicht der Sicherheit, sie gefährdet die Sicherheit.

Damit, so der Völkerrechtler Manfred Mohr, sollten die umstrittenen Arsenale eigentlich Thema der jährlichen Sicherheitskonferenzen in München sein. Waren sie nicht, denn dort bestimmt weitgehend die NATO das Programm. Eine weltweite Koalition blickt daher auf den neuen Konferenzleiter, Botschafter Wolfgang Ischinger, und erhofft sich einen neuen Wind. Einen Wind, der nicht mehr Nanostaub aus radioaktivem Schwermetall übers Land weht, sondern einen Wind, der den Mantel des Vertuschens und Verschweigens hochbläst.

Eine Dokumentation von dem redlichen Frieder Wagner aus dem Jahre 2006.

Warum der Einsatz von Uranmunition und Uranbomben ein Kriegsverbrechen ist.
Eine Beweis- und Faktensammlung und
Warum Regierungsstudien zur Uranmunition oft nur Gefälligkeitsarbeiten sind.
http://www.steinbergrecherche.com/200… (.pdf; 0,33 MB)

Frieder Wagner
Journalist und Filmemacher in Köln

Weitere wichtige! Informationen (DVD, Frieder Wagner, Horst Günther): http://goo.gl/nJUn, http://goo.gl/a7p3, http://goo.gl/9BhR,http://goo.gl/reZl, http://goo.gl/1syS, http://goo.gl/JTbF,http://goo.gl/Wq9I, http://goo.gl/C6CO, http://goo.gl/2A6l,http://goo.gl/exT6, http://goo.gl/INHJ, http://goo.gl/LYRw,http://goo.gl/xg6W

Uranmunition

Urankern eines panzerbrechenden DU-Geschosses Kaliber 30 mm

Uranmunition, DU-Munition (von engl.: depleted uranium), ist panzerbrechende Munition, deren Projektile abgereichertes Uran enthalten. Aufgrund der hohen Dichte(~19,1 g/cm3) des Urans entfalten diese Geschosse beim Auftreffen auf das Ziel eine große Durchschlagskraft. Das abgereicherte Uran besteht, im Vergleich zu Natururan, zu einem geringeren Anteil aus dem spaltbaren Uranisotop 235U und damit größtenteils aus dem nicht durch thermische Neutronen spaltbaren Isotop 238U. Die Radioaktivität des abgereicherten Urans (die α-Strahlungs-Aktivität ist mit 15.000 Bq/g etwa 40 % geringer als die von Natururan, die 25.000 Bq/g beträgt[1]) erfüllt in diesem Fall außer eventueller Abschreckungswirkung keinen militärischen Zweck. Weiterhin kann Uranmunition auch Spuren von Transuranen wie z. B.Plutonium enthalten.[2]

In jüngster Zeit wurden mehrere tausend Tonnen Uranmunition überwiegend in indisch-pakistanischen Grenzkonflikten, in Tschetschenien, während der sowjetischen Intervention in Afghanistan, imBosnien-Krieg, im Kosovo-Krieg, im Zweiten Golfkrieg und im Irakkrieg eingesetzt. Alleine während eines dreiwöchigen Einsatzes im Irakkrieg 2003 wurden von der Koalition der Willigen zwischen 1000 und 2000 Tonnen Uranmunition eingesetzt.[3][4]

Uranmunition wird, soweit bekannt, von 21 Armeen der Welt bevorratet: USA, Russland, Großbritannien, Volksrepublik China,Schweden, Niederlande, Griechenland, Frankreich, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Türkei, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate, Kuwait, Israel, Saudi-Arabien, Irak, Pakistan, Thailand, Südkorea, Japan. Uranmunition wird seit Mitte der 1970er Jahre zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge eingesetzt.

Herstellung[Bearbeiten]

Abgereichertes Uran fällt als Abfallprodukt bei der Anreicherung von Uran für die Energieerzeugung oder Waffenproduktion an. Für die Herstellung von 1 kg Uran mit einem Anreicherungsgrad von 5 % werden 11,8 kg natürliches Uran benötigt. Somit stehen 10,8 kg abgereichertes Uran für eine Weiterverarbeitung zur Verfügung. Bisher wurden jedoch nur etwa 5 % des anfallenden abgereicherten Urans weiterverwendet. Auf Grund dieser Tatsachen ist die Herstellung von Uranmunition im Vergleich z. B. zu Wolframcarbidmunition sehr günstig.

Anwendung[Bearbeiten]

20-mm-Munition für das Phalanx CIWS auf der USS Missouri (BB-63)

Uranmunition besteht entweder zu einem großen Teil aus Uran in Legierung mit anderen Metallen wie Titan oder Molybdän oder nur teilweise in Form eines länglichen Kerns inmitten eines Geschosses aus anderen Materialien. Da Urankorrosionsanfällig ist, sind die Geschosse zumindest mit einem dünnen Schutzmantel aus anderem Metall umgeben.

DU-Geschosse sind KE-Penetratoren, die durch hohen Impuls die Panzerung einesHartziels durchschlagen. Uran eignet sich für diese Einsätze v. a. wegen seiner sehr hohen Dichte, aber auch wegen der Eigenschaft, sich beim Aufschlag so zu verformen, dass eine Spitze erhalten bleibt; daher wird Uranmunition auch als „selbstschärfend“ bezeichnet. Ein zusätzlicher Effekt ist, dass sich beim Aufprall auf ein gepanzertes Ziel heißer Uranstaub bildet, der sich bei Luftkontakt im Inneren spontan entzündet (pyrophorer Effekt). Dadurch kann die mitgeführte Munition oder der Treibstoff entzündet werden, was zu der sogenannten Sekundärexplosion des Zieles führen kann.

Urangeschosse werden als Wuchtgeschosse bei der Munition für Panzer, meist in Form von Treibkäfiggeschossen wie bei der Munition M829 (circa 4,5 kg Uran pro Schuss) und für Maschinenkanonen eingesetzt. In nennenswerten Umfang wurde die Munition „PGU-14/B API Armor Piercing Incendiary [DU] 30mm Ammunition“ mit dem Flugzeug Fairchild-Republic A-10 und dem Helikopter Hughes AH-64 verwendet. DieKadenz deren Bordwaffen GAU-8/A Avenger (bis 4.200 Schuss pro Minute) und M230 Chain Gun (bis 625 Schuss pro Minute) bewirken einen rechnerischen Maximalenausstoß von 1265 kg, respektive 188 kg des Uranisotop 238U pro Minute. Die hierzu verwendeten Projektile PGU-14/B enthalten jeweils 301,315 Gramm Uran 238, das mit einem Gewichtsanteil von 0,75 % Titan legiert und mit einem Mantel von 0,8 mm Aluminium umhüllt wird.[5] Des Weiteren ist Uranmunition für Maschinenkanonen in den Kalibern 25 mm und 20 mm beim Militär verbreitet.

Wirkung[Bearbeiten]

Neben dem militärisch erwünschten zerstörenden Effekt entfaltet Uran sowohl wegen seiner Radioaktivität als auch wegen seiner chemischen Giftigkeit eine schädliche Wirkung auf den menschlichen Organismus. Aufgrund der geringen Aktivität der Geschosse wird dabei die toxische Wirkung auf die Nieren als entscheidend angesehen. Es gibt kein internationales Abkommen, das den Einsatz von abgereichertem Uran explizit verbietet. Der Einsatz von Urangeschossen steht jedoch u. a. in Konflikt mit dem Genfer Protokoll [6], das die Verwendung von giftigen Stoffen im Krieg verbietet.

Physikalische Wirkung[Bearbeiten]

Abgereichertes Uran – mit einem Gehalt von 99,8 % 238U und 0,2 % 235U – ist selbst ein Alphastrahler, dessen Strahlung Kleidung und Haut nicht durchdringt, und – mit einer Halbwertszeit von 4,468 Milliarden Jahren – nur schwach radioaktiv ist. Die α-Aktivität von 238U und die von seinen Zerfallsprodukten ausgehende Betastrahlung ergeben eine gesamte Aktivität von etwa 40.000 Bq pro Gramm DU. Ein Kilogramm abgereichertes Uran erzeugt in einer Entfernung von einem Meter eine jährliche Strahlendosis von 1 mSv, das entspricht etwa einem Drittel der Aufnahme durch natürliche Quellen (2–3 mSv/Jahr).[7] Dennoch kann die von ihm erzeugte Dosisleistung, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder auf kurze Entfernung wirkt, das Erbgut schädigen und Krebs auslösen. Die eigentliche Gefahr geht aber nicht von äußerer Strahlung aus, sondern von über die Atemwege und Nahrung aufgenommenen, uran- oder uranoxidhaltigen Stäuben (innere Strahlung).

Bei Schwangeren besteht – vorwiegend in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft – eine erhöhte Gefahr der Schädigung von Embryo oder Fötus im Mutterleib schon bei leicht erhöhter Radioaktivität oder ionisierender Strahlung.[8] In der Lunge abgelagerte Partikel erzeugen eine lokal erhöhte Bestrahlung gerade durch Alphateilchen. Die sich in diesem Zusammenhang entwickelnden Krankheitsbilder wurden zuerst durch S. H. Günther untersucht.[9]

Über die Bewertung der Schädlichkeit der relativ schwachen ionisierenden Strahlung herrscht Uneinigkeit. Da nur wenige Erkenntnisse zu auftretenden Schäden durch geringe Strahlungsdosen vorliegen, werden diese aus den bekannten Daten über Schäden von hohen Dosisleistungen abgeleitet. Diese Vorgehensweise ist jedoch umstritten, manche Studien zeigen weit geringere Schäden durch niedrige Strahlungsdosen als diese Extrapolation vermuten ließe, andere Forscher vermuten im Gegenteil größere Risiken als bisher angenommen.

Chemische Wirkung[Bearbeiten]

Uran wirkt chemisch wie viele andere Schwermetalle und schädigt als Gift den Stoffwechsel der inneren Organe, vorwiegend der Nieren.[10][11] Die chemische Giftigkeit ist besonders in den ersten Wochen nach der Aufnahme einer größeren Uran-Menge von Bedeutung.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Von der intakten Munition geht eine relativ geringe Gefahr aus, da der intakte Metallmantel bzw. auch das massive Geschoss selbst die meisten ionisierenden Strahlen abschirmen. Auch das von verschossenen Penetratoren ausgehende Risiko wird meist als gering eingeschätzt. Die Hauptwirkung entsteht, weil sich beim Einschlag der Geschosse auf ein hartes Ziel einAerosol aus feinsten Uran- und Uranoxid-Partikeln bildet. Dieses kann bis in die tieferen Atemwege eingeatmet werden oder über die Nahrung aufgenommen werden und dadurch in beiden Fällen in die Blutbahn geraten.

Ein Einwand dazu lautet, ein Großteil des bei einmaligem Kontakt aufgenommenen Materials werde rasch ausgeschieden. Nach Angaben der WHO[12] werden innerhalb weniger Tage 90 Prozent des löslichen Urans aus dem Blut ausgeschieden und 98 Prozent des über die Nahrung aufgenommenen sowie 95 % des eingeatmeten Urans werden ausgeschieden, ohne je ins Blut zu geraten. Kritiker antworten darauf, die verbleibenden 2 bis 5 % sind giftig genug, die Ausscheidungsrate nur für die einmalige Aufnahme zutreffe und nicht für die tägliche kontinuierliche Aufnahme über Trinkwasser und Nahrung[13] und dass sich unlösbare Partikel bis zu acht Jahre lang in der Lunge einlagern können. Dort wirken sie dann sowohl aufgrund der Alpha-Strahlung, als auch aufgrund der chemischen Eigenschaften stark krebserregend. Zudem kann es auch im kurzen Zeitraum zwischen der Aufnahme in den Körper und der Ausscheidung zu akuten Vergiftungen mit schweren, langanhaltenden Schäden bis zum akuten Nierenversagen kommen.[10][11] Die WHO hat daher in derselben Empfehlung Grenzwerte für die tägliche Aufnahme von löslichen Uranverbindungen von 0,5 μg/kg Körpergewicht, von 5 μg/kg für unlösliche Verbindungen und von maximal 1 μg/m3 in der Umgebungsluft bei Aufnahme über den Atemtrakt empfohlen.[12]

Eine potenzielle Bedrohung stellen ebenfalls die in den Boden geschossenen Projektile dar, welche innerhalb von fünf bis zehn Jahren vollständig korrodieren können und dadurch das Uran ins Grundwasser freisetzen. Ende 2000 durchgeführte Messungen der Internationalen Atomenergieorganisation im ehemaligen Jugoslawien zeigten bisher nur minimal erhöhte Urankonzentrationen im Grundwasser, die nicht über denen von Regionen mit naturbedingt höherem Urangehalt liegen. Nachdem 2003 laut einem Bericht[14] der UNEP in Bosnien im Boden, in der Luft und im Trinkwasser abgereichertes Uran gefunden wurde, empfiehlt sie eine mehrjährige Beobachtung durch regelmäßige Wasserproben vorzunehmen und in der Zwischenzeit das Wasser aus „anderen Quellen“ zu beziehen.

Laut einer Studie der Forscher vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) verwittert das Material der Urangeschosse im Boden und zersetzt sich zu Sabugalit, ein Stoff der zu den AluminiumUranylphosphaten zählt. Die vollständige Umwandlung der Uranmunition in Sabugalit, in dem das giftige Uran fest gebunden ist, könnte nach Schätzungen der Forscher in rund 50 Jahren erwartet werden. Mit diesem Umwandlungsprozess ist parallel ein „Auswaschungsprozess“ gekoppelt, der deutlich länger anhält. „Dabei entstehen neue carbonathaltige Uranverbindungen, die sehr gut wasserlöslich sind“ und so in Sickerwasser, Grundwasser gelangen und von Pflanzen aufgenommen werden können. Die im Sickerwasser gemessenen Werte sind vergleichbar mit Werten, die „in ehemaligen Uranabbaugebieten, wie den Bergwerken bei Schlema in Sachsen“ gemessen wurden. Eine Abschätzung der Folgen für die Landwirtschaft kann gemäß der Pressemitteilung zu den Forschungsergebnissen nicht gegeben werden.[15]

Wegen der Gefahr, die aus der Inhalation des Uran-Aerosols rühren, sollten Soldaten und Zivilisten deswegen einen Atemschutz anlegen, wenn sie sich in Gebieten aufhalten, in denen vor kurzem panzerbrechende Munition eingesetzt worden ist. Bis sich das Aerosol komplett niedergeschlagen hat, können besonders in ariden Gebieten Tage vergehen.

Studien[Bearbeiten]

Über das tatsächliche Ausmaß der Bedrohung herrscht Uneinigkeit. Von Gegnern dieser Waffen, wie der Organisation Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, wird Uranmunition für Krebserkrankungen, Missbildungen[16] und Folgeschäden wie dasGolfkriegssyndrom verantwortlich gemacht. Sie führen an, dass Statistiken einen nicht zu übersehenden Anstieg gerade von Haut- und Lungenkrebserkrankungen in betroffenen Kriegsgebieten zeigen.

Nach Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) liegt keine besondere Gefährdung vor. Im WHO guidance on exposure to depleted uranium heißt es explizit, dass keine Studie eine Verbindung zwischen Kontakt mit abgereichertem Uran und dem Auftreten von Krebs oder angeborenen Defekten finden konnte (No study has established a link between exposure to DU and the onset of cancers or congenital abnormalities.).

Kritiker bemängeln die Methodik und angeblich mangelnde Unabhängigkeit der Studien. Gegner der Uranmunition fordern die Durchführung neuer Auswertungen und Bewertungen.[17]

Der so genannte Lloyd-Bericht[18] über Gesundheitsschäden bei britischen Golfkriegsveteranen zeigte die Existenz des Golfkriegssyndroms auf und untersuchte eine Reihe von potenziellen Auslösern dafür. Uranmunition wurde dabei als ein potenzieller Auslöser bezeichnet, allerdings verwies die Studie auch klar auf den Mangel an gesicherten Fakten über die Risiken. Besonders hervorgehoben wurde ein früherer Bericht der Royal Society, der die Gefahr von Uranmunition für Soldaten als nach heutigem Wissensstand eher gering einschätzte, allerdings ebenfalls Langzeitstudien und weitergehende Untersuchungen forderte.

Die Studie Krebs, Kindersterblichkeit und Geburtenänderung im Geschlechterverhältnis von Chris Busby, Malak Hamdan und Entesar Ariabi von 2010 zeigt einen Anstieg bei Krebs und Missbildungen in Falludscha/Irak.[19]

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Versuche mit Uran-Hartkerngeschossen führte die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg durch. Da die Produktion der Panzergranate 40 − ein Unterkaliber-Panzerabwehrgeschoss mit Wolfram-Hartkern − aufgrund Mangels an Wolfram im Sommer 1943 eingestellt werden musste, war man auf der Suche nach Alternativen. Im März 1944 wurden erfolgreich Versuche mit Urankern-Munition durchgeführt. Infolge Materialmangels kam es aber auch hier nicht zu einer weiteren Herstellung.[20]

Alternativen[Bearbeiten]

Eine etwas geringere panzerbrechende Wirkung lässt sich mit Wolframcarbid (Dichte: ca. 16 g/cm3, je nach Zusammensetzung) erreichen, das nicht radioaktiv ist. Allerdings ist Wolframcarbid teurer als abgereichertes Uran, schwerer zu verarbeiten und kann in Form feiner Stäube, die auch Cobalt enthalten, eine Lungenfibrose auslösen[21]; Uran ist als Abfallprodukt der Atomindustrie leicht verfügbar. Wolframcarbid hat bei gleicher Aufschlaggeschwindigkeit eine 5-10 Prozent geringere Durchschlagskraft als Uran, da sich ein Uranprojektil beim Durchdringen der Panzerung selbst schärft, das Wolframcarbidprojektil hingegen stumpf wird. Die Bundeswehr verwendet Wolframcarbidmunition. Die USA haben die Munition des Phalanx CIWS größtenteils durch Wolframcarbidgeschosse ersetzt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Videos[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen Uran-Munition – Labor Spiez Schweiz.
  2. Hochspringen Bernard Rostker: Environmental Exposure Report: Depleted Uranium in the Gulf (II). Department of Defense, 13. Dezember 2000.
  3. Hochspringen Paul Brown: Gulf troops face tests for cancer. The Guardian, 25. April 2003.
  4. Hochspringen The Huffington Post: [1] The Huffington Post, 20. März 2013.
  5. Hochspringen Munition: PGU-14/B API Detailinformation bei fas.org (engl. eingesehen am 15. Juni 2011)
  6. Hochspringen Volltext des Genfer Protokolls und Liste der Vertragsparteien (englisch)
  7. Hochspringen Hintergrundinformationen zu abgereichertem Uran (PDF-Datei; 148 kB), Labor Spiez, 2000, S. 4.
  8. Hochspringen Anggatira Gollmer: Radiation might affect Japan’s youngest. Meldung bei der Deutschen Welle vom 18. März 2011.
  9. Hochspringen S.-H. Günther: Uran-Geschosse, Schwergeschädigte Soldaten, mißgebildete Neugeborene, sterbende Kinder, 2. erw. Auflage, Ahriman-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2000, ISBN 978-3-89484-805-7.
  10. Hochspringen nach:a b Thomas Efferth: Molekulare Pharmakologie und Toxikologie: Biologische Grundlagen von Arzneimitteln und Giften. Springer, 2006, ISBN 9783540212232, S. 238
  11. Hochspringen nach:a b Werner Böcker, Helmut Denk, Philipp Ulrich Heitz: Repetitorium Pathologie. Elsevier,Urban&Fischer, 2007, ISBN 9783437434006, S. 296
  12. Hochspringen nach:a b WHO: Depleted uranium. Fact sheet N°257, Januar 2003.
  13. Hochspringen Depleted uranium: sources, exposure and health effects (PDF; 23 kB). Executive summary der WHO, Januar 2003.
  14. Hochspringen Depleted Uranium in Bosnia and Herzegovina. Post-Conflict Environmental Assessment (PDF; 17,5 MB) UNEP, Mai 2003.
  15. Hochspringen Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) Langzeitstudie zur Auflösung von Uranmunition, Pressemitteilung, Abruf am 21. April 2011.
  16. Hochspringen Beitrag mit Abb. u. a. zu Missbildungen bei Neugeborenen (Englisch)
  17. Hochspringen http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18257520.html
  18. Hochspringen lloyd-gwii.com (PDF; 829 kB)
  19. Hochspringen http://www.mdpi.com/1660-4601/7/7/2828/
  20. Hochspringen Militärgeschichtliches Forschungsamt: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 5/2, ISBN 3-421-06499-7, S. 646
  21. Hochspringen Eintrag zu Wolframcarbid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 21. Januar 2014 (JavaScript erforderlich)

Leicht angereichertes Uran, wie es in Atomreaktoren und Atombomben benutzt wird

… In seiner ersten Untersuchung aus dem Jahr 2010 hatte Busby herausgefunden, daß nach der Belagerung von Falludscha 2004 erhöhte Krebserkrankungen, Mißbildungen bei Neugeborenen und eine Veränderung im Geburtenverhältnis zwischen Jungen und Mädchen aufgetreten waren. Um der Ursache dieser Ergebnisse auf den Grund zu gehen, wurden bei der zweiten Studie in diesem Jahr Bodenproben genommen, Trinkwasser und andere Wasserquellen untersucht, ebenso Haarproben von 25 Eltern genommen, deren Kinder mit Mißbildungen zur Welt kamen. Dabei wurden hohe Werte von Uran gefunden, was die genetischen Schäden der Kinder erklären könnte.

Erstaunlicherweise handelte es sich aber nicht um abgereichertes Uran, was Busby und andere immer vermutet hatten. Vielmehr fanden der Wissenschaftler und sein Team leicht angereichertes Uran, wie es in Atomreaktoren und Atombomben benutzt wird. Das Material enthielt das Isotop U235, das nicht im abgereicherten Uran vorkommt. Dieses hochradioaktive Uran wurde sowohl in den Haarproben der Eltern als auch in Wasser- und Bodenproben gefunden…

Karin Leukefeld: Ursache und Wirkung. Krebs und Mißbildungen in Falludscha – Neue Studie zum Einsatz von Uran-Waffen. junge Welt, 3. Dezember 2011 und Video, sieben Minuten, Russia Today, Anfang November 2011,  T:I:S, 3. Dezember 2011

Siehe außerdem John Schou, M.D.: Fallujah and the Uranium, .doc-Datei, T:I:S, 6. Februar 2012

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/fallujah.htm#angereichertes

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Die Demokratisierung von Faludschah

Erstmals wandten sich Ärzte aus Falludscha im Oktober 2009 mit einem offenen Brief an die Vereinten Nationen und forderten eine Untersuchung. Allein im September 2009 waren 24 Prozent der 170 Neugeborenen innerhalb von sieben Tagen gestorben, 75 Prozent von ihnen hätten schwere körperliche Schäden aufgewiesen, hieß es in dem Schreiben.

jW, T:I:S, 30. August 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/fallujah.htm#Demokratisierung

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Patrick Cockburn

Toxic legacy of US assault on Fallujah ‚worse than Hiroshima‘. The shocking rates of infant mortality and cancer in Iraqi city raise new questions about battle.

Dr Chris Busby, a visiting professor at the University of Ulster and one of the authors of the survey of 4,800 individuals in Fallujah, said it is difficult to pin down the exact cause of the cancers and birth defects. He added that „to produce an effect like this, somevery major mutagenic exposure must have occurred in 2004 when the attacks happened“.

T:I:S, 26. Juli 2010

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Mißgebildete Neugeborene

In September 2009, Fallujah General Hospital had 170 new born babies, 24% of whom were dead within the first seven days, a staggering 75% of the dead babies were classified as deformed.

This can be compared with data from the month of August in 2002 where there were 530 new born babies of whom six were dead within the first seven days and only one birth defect was reported.

Ursache: abgereichertes Uran, von den US-Streitkräften eingesetzt.

Offener Brief, T:I:S, 21. Oktober 2009

Ergänzungen

Video, zwei Minuten, grauenhafte Mißbildungen, und Text. Sky News und The United States takes the matter of three-headed babies very seriously. The Anti-Empire Report . William Blum T:I:S, 7. April 2010. Die Vereinigten Staaten nehmen die Geburt dreiköpfiger Babys sehr ernst. Übersetzung des Artikels von William Blum von Jürgen Jung auf Luftpost Kaiserslautern/Ramstein. T:I:S, 25. April 2010

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/fallujah.htm#Neugeborene

IPPNW-Broschüre „Uranmunition: Strahlende Geschosse“

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Neue Studie von pax Niederlande

USA verwendete im Irakkrieg Uranmunition in Wohngebieten

"Laid to waste" - Studie von pax Niederlande

Laut einem Bericht der niederländischen Friedensorganisation Pax haben die US-Streitkräfte im Irakkrieg 2003 Uranmunition in Wohngebieten eingesetzt. Das US-Militär hatte bis jetzt den Einsatz der Munition ausschließlich gegen irakische Panzertruppen eingestanden. Doch nach Angaben der Friedensorganisation wurden auch die Ortschaften im Raum Basra, al-Samawa und Nasiria mit Uran-Munition beschossen. Das gehe aus einer Handvoll US-Koordinaten des niederländischen Verteidigungsministeriums hervor, die die Organisation im Rahmen des Freedom of Information Act erhalten hat.

lesen …[pax-Studie „Laid to Waste“]

 

Uranmunition ächten!

Petition unterschreiben

Foto: Naomi Toyoda06.11.2013 

Die Koalition zur Ächtung von Uranwaffen (ICBUW Deutschland) wird in einem Jahr am 6. November (der Aktionstag gegen Uranwaffen) eine Petition an den deutschen Bundestag einreichen. Darin wird eine Ächtung von Uranwaffen durch den deutschen Bundestag gefordert. Ziel ist es auch, den Druck für eine Ächtung dieser Waffen auf internationaler Ebene zu erhöhen.

lesen …[Die Petition unterschreiben]  [Erläuterung zur Petition (PDF)]  [ICBUW-Pressemitteilung zum Aktionstag]

 

Pressemitteilung von IPPNW und ICBUW

WHO verzögert Bericht über Auswirkungen von Uranmunition

Angeborene Fehlbildungen im Irak

Die Kinderärztin Dr. Samira Alaani untersucht am Fallujah General Hospital ein Neugeborenes; Foto: Donna Mulhearn26.09.2013 

Das irakische Gesundheitsministerium sieht laut einem kürzlich mit Unterstützung der WHO veröffentlichten vorläufigen Bericht keinen Beleg für eine gestiegene Rate angeborener Fehlbildungen im Irak. Die deutschen Sektionen der IPPNW und ICBUW (International Coalition to Ban Uranium Weapons) kritisieren diese Verlautbarung. Das angewendete Studiendesign, bisherige Studienergebnisse sowie frühere gegenteilige Aussagen  hochrangiger Vertreter des irakischen Gesundheitsministeriums werfen viele kritische Fragen auf. Die IPPNW und die ICBUW fordern die WHO und das irakische Gesundheitsministerium auf, den vollständigen Datensatz sowie die endgültige Studie zu veröffentlichen. Zudem müsse das irakische Gesundheitsministerium endlich mit dem Aufbau eines landesweiten Registers für angeborene Fehlbildungen und kindliche Krebserkrankungen beginnen.

lesen …[Bericht des irakischen Gesundheitsministerium]  [IPPNW/ICBUW-Report „Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition“]  [Petition an die WHO]

 

Video von ICBUW und Pax Christi

Ein komplexes Thema in 6 Minuten erklärt: Uranmunition

 

 

IPPNW/ICBUW-Presseinformation vom 7.3.2013

Uranmunition verseucht den Irak noch nach zehn Jahren

10. Jahrestag der Irak-Invasion

Frau im Irak vor einem Schrottpanzer, Foto: Khajak Vartanian07.03.2013 

Die US-Amerikaner haben Uranmunition im Irakkrieg in zivilen Gebieten eingesetzt. Die Zivil-bevölkerung wurde anschließend mit den Folgen der Kontamination allein gelassen. Bis heute verweigert die US-amerikanische Regierung, Daten über die Ziele der eingesetzten Urangeschosse (400 Tonnen) zu veröffentlichen. Die irakische Regierung bestätigt auf Basis der begrenzten verfügbaren Daten, dass etwa 300 kontaminierte Stellen bekannt sind. Regelmäßig werden weitere Stellen entdeckt. Die Säuberung solcher Orte kostet um die 150.000 US-Dollar. Die Kosten variieren in Abhängigkeit von Ort, Ausmaß und Grad der Kontamination erheblich.

lesen …[Bericht “In a state of Uncertainty”]  [IPPNW/ICBUW-Report „Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition“ ]

 

IPPNW-Pressemitteilung vom 30.1.2013

NATO-Staaten sollen keine Uranmunition mehr einsetzen

Münchener Sicherheitskonferenz

Irakische Kinder spielen vor zerstörten Panzern, Foto: Karjak Vartanian30.01.2013 

Außenminister Guido Westerwelle soll sich auf der Münchener Sicherheitskonferenz am kommenden Wochenende für einen sofortigen Stopp des Einsatzes von Uranmunition der NATO-Verbündeten einsetzen. Das fordern die ärztliche Friedensorganisation IPPNW und die deutsche Sektion der International Coalition to Ban Uranium Weapons (ICBUW). Beide Organisationen engagieren sich für die weltweite Ächtung von Uranmunition, wie sie auch die Fraktion der Linken morgen im Bundestag fordert. In dem Antrag „Uranmunition ächten“ (Drucksache 17/11898) erheben die Abgeordneten auch ganz praktische Forderungen wie die Beseitigung der Folgen des Uranwaffeneinsatzes und die Entschädigung der Opfer, z.B. durch die Einrichtung einer Stiftung.

lesen …[IPPNW/ICBUW-Report „Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition“]

 

IPPNW-Presseinformation vom 3.12.2012

Uranwaffen müssen geächtet werden

IPPNW/ICBUW-Report: Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition

Report von IPPNW und ICBUW: Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition03.12.2012 

Die gesundheitlichen Schädigungen durch Uranmunition für Zivilbevölkerung, Soldaten und Umwelt sind so gravierend, dass sie international geächtet werden muss. Zu diesem Ergebnis kommt der Report „Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition – Die gesellschaftliche Debatte um den Einsatz einer umstrittenen Waffe“ der internationalen Ärzteorganisation IPPNW in Zusammenarbeit mit der International Coalition to Ban Uranium Weapons (ICBUW).

lesen …[IPPNW/ICBUW-Report „Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition“ (pdf-Datei)]

 Presseinformation vom 30.10.2012

Verwender sollen Ungefährlichkeit uranhaltiger Waffen belegen

Bundesregierung soll UN-Resolution zum Thema Uranmunition zustimmen

Uranmunition wurde unter anderem im Bosnienkrieg und im Kosovo eingesetzt. Foto: ICBUW30.10.2012 

Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Zivilgesellschaft und der deutschen Politik haben  die Bundesregierung aufgefordert, dem in der UN-Generalversammlung eingebrachten Resolutionsentwurf zum Thema Uranmunition zuzustimmen. Darin findet sich zum ersten Mal die Forderung nach dem Vorsorgeprinzip. Angewandt auf uranhaltige Waffen müsste der Verwender deren Ungefährlichkeit für Umwelt und Zivilbevölkerung vor einem Einsatz nachweisen. Zu den Unterstützern des Schreibens an Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Außenminister Guido Westerwelle gehören Mitglieder der deutschen Sektion der IPPNW, ICBUW (International Coalition to Ban Uranium Weapons), IALANA (International Association of Lawyers Against Nuclear Arms), pax christi, des Darmstädter Signals sowie die Abgeordneten Uta Zapf (SPD) und Agnieszka Brugger (Bündnis 90/Die Grünen).

lesen …[Schreiben an die deutsche Bundesregierung]  [UNEP-Dokumentation]  [UN-Resolutionsentwurf]

 

„Die Waffe ist effektiv und billig“

Interview mit Prof. Manfred Mohr in der taz

25.01.2012 

Militär und Rüstungsfirmen nutzen Waffen mit Uranmunition: Soldaten und Zivilisten sterben seit Jahren an Krebs. Trotzdem scheut die Bundesregierung die Ächtung. Völkerrechtler und Vorständler der Internationalen Koalition für ein Verbot von Uranwaffen Prof. Manfred Mohr gibt der taz ein Interview.

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IPPNW-Pressemitteilung vom 6.7.2011

Vorwürfe des Einsatzes von Uranmunition unabhängig untersuchen

NATO-Krieg in Libyen

Mahdi Darius Nazemroaya, Centre for Research on Globalization06.07.2011 

Laut Berichten des Centre for Research on Globalization haben Wissenschaftler in Libyen radioaktive Isotope gefunden, die auf den NATO-Einsatz von Uranmunition zurückzuführen seien. Die IPPNW fordert eine unabhängige Untersuchung dieser Vorwürfe durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) unter Beteiligung kritischer Wissenschaftler. „Der mögliche Einsatz von Uranmunition widerspricht eklatant den angeblichen Zielen des Schutzes der Zivilbevölkerung. Über die tödliche Wirkung hinaus, führt der Einssatz zu langfristigen schwerwiegenden Gesundheitsschäden. Daher muss Uranmunition geächtet werden,“ erklärt Sabine Farrouh, Vorstandsmitglied der IPPNW.

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Anfrage zum Einsatz von und Schutz vor Uranmunition

Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion und Antwort der Bundesregierung

15.11.2010 

Die Grünen-Fraktion im Bundestag hat sich wieder einmal des Themas DU (Depleted Uranium, abgereichertes Uran) angenommen. Im Oktober 2010 veröffentlichte sie, initiiert durch ihre abrüstungspolitische Sprecherin Agnieszka Malczak, eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. In ihrer Fragestellung legt diese Kleine Anfrage dabei besonders Wert auf Transparenz, insbesondere in Bezug auf einen möglichen DU-Einsatz in Afghanistan und die der Bundeswehr und Bundesregierung dazu vorliegenden Informationen. Die Antwort der Bundesregierung enthält allerdings wenig neue Informationen, insbesondere darüber, welche Informationen der Bundesregierung selbst vorliegen. Ende dieses Jahres wird sich auch der Unterausschuss für Abrüstung mit der Thematik auseinandersetzen.

[Kleine Anfrage vom 07.10.2010 (pdf)]  [Antwort der Bundesregierung vom 15.11.2010 (pdf)]

 

UN zu den Folgen von DU-Munition

Resolution des Ersten Komitees der Generalversammlung

28.10.2010 

Auf internationaler Ebene steht Uranmunition derzeit weit oben auf der Agenda. Im Verlaufe der 65. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen gab es im Rahmen des Ersten Komitees nach 2007 und 2008 einen dritten Resolutionsentwurf zum Thema DU. Eingereicht wurde sie von der Bewegung der blockfreien Staaten. Die Resolution wurde am 28. Oktober 2010 verabschiedet. Mit „Nein“ votierten lediglich Frankreich, Großbritannien, Israel und die USA.

[Resolutionsentwurf v. 13.10.2010 (engl., pdf)]  [Bericht des Generalsekretärs v. 14.07.2010 (engl., pdf)]  [Bericht des Generalsekretärs, Addendum v. 17.09.2010 (engl., pdf)]

 

Das Erbe des Einsatzes von Uranmunition auf dem Balkan

Balkan-Report der ICBUW

11.10.2010 

Am 11. Oktober 2010 hat die ICBUW (Internationale Koalition für das Verbot von Uranwaffen) einen Bericht zu den Folgen des Gebrauchs von Uranmunition in den Kriegen auf dem Balkan während der 1990er Jahre veröffentlicht. Darin weißt sie darauf hin, dass Länder, die von Konflikten gezeichnet sind, meist nicht über die notwendigen Kapazitäten zur Untersuchung dieser Folgen verfügen. Außerdem fehlen oftmals die Mittel für Dekontaminierungsmaßnahmen. Daher empfiehlt die Studie äußerste Vorsicht beim Einsatz von Uranmunition.

[Volltext der Studie (engl., pdf)]

 

EU-Parlamentarier rufen zur Unterstützung von UN-Resolution auf

Offener Brief an die EU-Mitgliedstaaten

07.10.2010 

Im September 2010 unterzeichneten Mitglieder des EU-Parlaments über die Parteigrenzen hinweg einen Aufruf zum Thema Uranmunition. Die Parlamentarier, darunter etliche Deutsche, drängen alle EU-Mitglieder dazu, im Oktober 2010 die UN-Resolution zu diesem Thema zu unterstützen. Sie weisen außerdem auf die mangelnde Transparenz hin, die beim Einsatz dieser Waffen herrscht. Da nicht hinreichend bekannt gemacht wird, wo entsprechende Munition abgefeuert wurde, ist eine genaue Untersuchung ihrer gesundheitlichen Folgen sehr schwierig.

[Brief der EU-Parlamentarier (engl., pdf)]

 

Aus IPPNW-Forum Juni 2010

Gefährlicher Staub

Uranmunition und ihre medizinischen Folgen

15.06.2010 

Depleted Uranium (DU) ist die englische Bezeichnung für abgereichertes Uran – ein Abfallprodukt, das bei der Anreicherung von Kernbrennstoff für Atomkraftwerke und von waffenfähigem Uran für Atombomben entsteht. Es wird von der Rüstungsindustrie zur Herstellung von panzer- und bunkerbrechender Munition verwendet. Uran-Geschosse entfalten aufgrund ihrer extrem hohen Dichte eine größere Durchschlagskraft als konventionelle Munition.

lesen …[Liste aktueller Forschungsarbeiten zu DU]

 

Medizinische Folgen von Uranmunition

Factsheet von IPPNW

01.06.2010 

In dieser Broschüre wird über Einsätze von Uranmunition, deren mögliche gesundheitliche Folgen und neuere Forschungsergebnisse zum Thema informiert. Sie schließt mit einem Aufruf zur Ächtung dieser Waffen.

[Broschüre lesen (pdf)]

 

Auf dem Weg zur Ächtung von Uranwaffen

Workshop in Berlin

20.04.2010 

„Auf dem Weg zur Ächtung von Uranwaffen“ war der Titel eines Workshops  von der ICBUW (Int. Coalition to Ban Uranium Weapons) in Zusammenarbeit mit der IALANA (Int. Association of Lawyers Against Nuclear Arms) und IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) am 16./17. April 2010 in Berlin. Die Verstalter informierten über den aktuellen Stand der Kampagne mit Fokus auf Deutschland.

[Weitere Informationen]

 

IPPNW-Pressemitteilung vom 18.1.2010

USA suchen nach Alternativen zu Uranmunition

IPPNW fordert Ächtung von Uranwaffen

18.01.2010 

Die USA suchen derzeit nach Alternativen zu Uranmunition. Das hat die us-amerikanische Regierungsbehörde zur Beschaffung von Munition für die Armee (Maneuver Ammunition Systems) gegenüber der „Internationalen Koalition zur Ächtung von Uranwaffen“ (ICBUW) bestätigt. „Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Abgereichertes Uran wurde in den beiden Irak-Kriegen systematisch eingesetzt und stellt mit großer Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Ursache für die massiv ansteigenden Zahlen von Krebserkrankungen der irakischen Bevölkerung dar“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Die Ärzteorganisation IPPNW fordert die deutsche Bundesregierung auf, dem Beispiel Belgiens zu folgen und die Produktion und den Einsatz von Uranmunition zu verbieten.

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Einladung zur Pressekonferenz, 15.7.2009, Istanbul

Abgereichertes Uran – Überbleibsel aus dem Irak-Krieg

Ärzte und Experten informieren über die epidemiologische Studie in Basra

13.07.2009 

Seit Mitte der 1990er Jahre berichten Ärzte aus Basra über einen rapiden Anstieg von Krebsfällen und Geburtsschäden. Sie nehmen an, dass dies auf die Umweltzerstörung durch im Kampf freigesetzte Schadstoffe zurückzuführen ist – wie z.B. abgereichertes Uran (Depleted Uranium, DU). Bisher ist kaum etwas unternommen worden, um das Ausmaß dieses Problems zu evaluieren.

lesen …[International Coalition to Ban Uranium Weapons]  [IPPNW-Stellungnahme zur DU-Munition]

 

NATO prüft die Gesundheitsfolgen von Uranwaffen erneut

Robert F. Simmons, Stv. Generalsekretär, Foto: NATO02.04.2009 

Bei einem Treffen mit AktivistInnen gegen Uranwaffen, sagte der stellvertretende NATO-Generalsekretär für Sicherheitskooperation und Partnerschaft, Robert F. Simmons, dass das Bündnis bereit sei, erneut die Gesundheits- und Umweltfolgen von Uranwaffen zu prüfen.

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Irakische Umweltministerin bittet japanische Regierung um Unterstützung

05.09.2008 

Während eines Aufenthaltes in Kyoto anlässlich des dortigen UNEP-Treffens plant die irakische Umweltministerin Nermeen Osman einen Besuch im japanischen Außen- und Umweltministerium, um dort Rat und Unterstützung bei den Vorkehrungen zur Dekontaminierung und Gesundheitsmaßnahmen für Betroffene der Region zu ersuchen.

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Afghanistan plant Untersuchung

US-Einsatz von Uran-Geschosse

19.04.2008 

Die afghanische Regierung will untersuchen, ob die USA Ende 2001 bei ihrem Krieg gegen die Taliban Geschosse mit abgereichertem Uran eingesetzt und damit Missbildungen bei Kindern verursacht haben. In einigen der häufig bombardierten Gegenden etwa im Osten des Landes seien Babys mit Fehlbildungen zur Welt gekommen, sagte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums.

[Artikel von Reuters]

 

Morgantini fordert Initiative gegen Uranmuniton

Aufruf der Vizepräsidentin des EU-Parlaments

18.12.2007 

Die Europäische Union sollte vor der internationalen Gemeinschaft ein Beispiel setzen für ein weltweites Moratorium bezüglich Uranmunition“, unterstrich Luisa Morgantini, die Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments am 13. November 2007 in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Els de Groen (Dutch MEP of the Green/EFA Group) anlässlich des Internationalen Aktionstages gegen Uranwaffen. Das UN-Abrüstungskomittee in New York verabschiedete Anfang November 2007 mit großer Mehrheit eine Resolution, in der die UN-Mitgliedsstaaten aufgefordert werden, die Gesundheitsrisiken des Einsatzes von Uranmunition zu überprüfen.

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UN-Abrüstungskomitee verabschiedet Resolution

Gesundheitsrisiken sollen überprüft werden

18.12.2007 

Spät in der Nacht zum 1. November 2007 verabschiedete das UN-Abrüstungskomitee mit einer überwältigenden Mehrheit eine Resolution bezüglich des militärischen Einsatzes von Uranmunition. Die Resolution unter dem Namen „Effects of the use of armaments and ammunitions containing depleted uranium“ wurde mit 122 zu sechs Stimmen von dem UN-Abrüstungskomitee in New York abgesegnet. Es gab 35 Enthaltungen. In der Resolution werden alle UN-Mitgliedsstaaten dazu aufgefordert, die durch den Einsatz von Uranwaffen entstehenden Gesundheitsrisiken zu überprüfen. Der Resolutionsentwurf stammt von der Gruppe der blockfreien Staaten (NAM=Non-Aligned Movement) und wurde von Indonesien eingereicht.

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Uranmüll: Russische Post für Staatsanwalt

Strafanzeige gegen die Urenco

28.11.2007 

Vor einem Jahr stellten russische AtomkraftgegnerInnen in Münster Strafanzeige gegen die Urenco Deutschland wegen des Verdachts auf illegalen Atommüllexport von Gronau nach Russland. Die Staatsanwaltschaft nahm zwar Ermittlungen auf, wollte den politisch brisanten Fall aber schnell wieder loswerden. Im Mai stellten sie die Ermittlungen gegen die weltweit führende Urananreicherungsfirma ein. Nun fordern die russischen AktivistInnen die Wiederaufnahme der Ermittlungen und haben dazu einen Anwalt aus Münster eingeschaltet.

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255 Soldaten am Balkan-Syndrom erkrankt

170 Millionen Euro für kranke Soldaten

09.10.2007 

Neuer Alarm wegen des sogenannten Balkan-Syndroms in Italien. 255 Soldaten, die in den letzten zehn Jahren an Auslandsmissionen am Balkan, in Afghanistan, in Irak und in Libanon beteiligt waren, sind an verschiedenen Tumorarten erkrankt. 37 Soldaten kamen ums Leben, berichtete der italienische Verteidigungsminister Arturo Parisi in einer Ansprache vor dem Senat in Rom am Dienstag.

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Uranwaffen-Konferenz im Europaparlament

Lobbyarbeit mit Parlamentariern

18.05.2007 

Die Eröffnung der Austellung „Die Opfer von Uranwaffen“ des japanischen Fotografen Naomi Toyoda markierte den Auftakt der Konferenz „Die menschlichen Kosten von Uranwaffen“ im Europa-Parlament vom 14.-16. Mai 2007, die von der Internationalen Koalition zur Ächtung von Uranwaffen (ICBUW) organisiert wurde. Internationale Gäste wie der irakische Onkologe Dr. Jawad Al-Ali und der US-Veteran Gerard Metthew berichteten über ihre Arbeit und ihre persönliche Geschichte.

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Archiv

Ältere Artikel zum Thema Uranmunition sind hier: archiv.ippnw.de

 

 

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