Führen wir eine ehrliche Debatte angesichts der Gewalt im Nahen Osten und mischen wir uns selbst ein! Ich denke: Die Menschheit sollte in der Lage sein, sowohl Juden als auch Palästinensern ihr Menschenrecht auf Leben, Menschenwürde, Sicherheit und Selbstbestimmung zu sichern, gegen alle Egozentriker, die nur ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen. Meine Sichtweise des Konfliktes! Ich hoffe damit eine – auch kontroverse Debatte – anstoßen zu können, um einen Weg im öffentlichen Diskurs finden zu können. Worüber die Europäer nicht reden wollen: Israel wurde nötig, weil die Juden in Europa und vor allem in und von Deutschland diskriminiert und ermordet wurden! Die Mehrheit der jüdischen Europäer fühlten sich als Deutsche, Polen, Europäer und wollten nie nach Palästina und unterstützen nicht die Idee Herzls, dass Juden nur in einem eigenen Staat zu ihrem Recht kommen könnten, sondern glaubten dazu auch in ihren europäischen Ländern kommen zu können. Sie gingen aus Zwang nach Israel, um zu überleben; aber dort lebten ja Menschen, die Palästinenser, denen seither Quadratmeter nach Quadratmeter ihres Bodens genommen wird und ihr Recht auf Selbstbestimmung! Wir brauchen eine faire Debatte, in der alle Interessen zur Sprache kommen und die nicht durch Tabus verhindert wird! Wir bitten alle, die sich als Eine-Welt-Diplomaten verstehen, sich daran zu beteiligen, damit das Sterben im Nahen Osten dauerhaft ein Ende finden kann!

Israel ist gegen den Willen der Menschen im arabischen Raum errichtet worden. Auf Beschluss der neugebildeten Vereinten Nationen. Und warum? Theodor Herzl, Gründer der zionistischen Bewegung, erlebte die Diskriminierung der Juden in Europa, vor allem beim Dreyfussprozess in Frankreich und kam zum Schluss, dass die Juden in Europa nicht zu gleichen Rechten kommen werden, sondern im diskriminiert werden. Sie bräuchten einen eigenen Staat. Nun suchte der ein Gebiet auf der Welt, das sich für einen jüdischen Staat eignen könnte. Viele Gegenden waren im Gespräch; am Ende konzentrierte man sich auf das Gebiet um Jerusalem, dort meinte man noch am ehesten Argumente zu haben für ein Recht auf einen jüdischen Staat. Aber da lebten inzwischen andere Menschen, die Palästinenser. Trotzdem nahmen junge idealistische Juden die Idee Herzls an und wanderten nach Palästina aus. Allerdings nur wenige. Die meisten Juden fühlten sich als Deutsche, Polen, Russen, Franzosen und sahen keinen Grund nach Palästina zu gehen. Die Masse der Juden kam erst, als Hitlerdeutschland begann, die Juden zu vernichten und viele andere Länder den Juden keine Zuflucht gaben, sondern sie nur allein in das damals von England kolonialisierte Palästina gehen konnten. Das führte dann zu verstärkten Konflikten mit den dort lebenden Palästinensern, die ihr Leben in ihrem Land zunehmend bedroht sahen. Die UNO entschied dann gegen den Willen aller Länder im Nahen Osten, einen jüdischen Staat auf palästinensischem Boden zu errichten. Viele Palästinenser wurden jetzt vertrieben, um Platz für die jüdischen Einwanderer zu schaffen. Die Palästinenser zahlten für die Unfähigkeit der Europäer und insbesondere der Deutschen, mit den Juden in Toleranz und Respekt zu leben und in Gleichberechtigung zu leben. Die UNO legte die Grenzen fest des neuen Staates. Die arabische Welt führte mehrere Kriege gegen den neuen Staat, weil sie es nicht als fair ansah, dass sie Europäern ihr Land überlassen sollten und Millionen von ihnen selbst als Flüchtlinge leben sollten. Es gab und gibt nicht wenige Israelis, die das genauso kritisch sahen, aber für sich keine andere Chancen sahen, zu überleben, da sie erlebt hatten, was in Europa und besondern in Deutschland mit ihnen gemacht worden ist. Aber die Mehrheit der Juden wird von klein auf so erzogen, dass ihnen das Land gehöre, weil Juden vor 2000 Jahren in der Region gelebt hätten und Gott ihnen das Land versprochen hätte. Das ist das Rechtsverständnis, das ihnen gegeben wird, nicht das moderne Völkerrecht, wonach sie laut UN-Beschluss das Land bekommen haben. Nach dem Krieg 1967 hatte Israel weitere Teile Palästinas besetzt, die weit über die von der UNO festgelegten Grenzen hinausgehen. Dort vertreiben sie seither immer mehr Palästinenser und errichten jüdischen Siedlungen und werben Juden weltweit an, nach Israel zu kommen und sich dort niederzulassen, auf völkerrechtlich nicht-israelischem  Gebiet. Die internationale Gemeinschaft, die UNO, die USA, die EU, niemand verteidigt die palästinensischen Rechte auf das Land oder stoppt die völkerrechtliche Landnahme Israels. Und die Palästinenser? Die überlegen seit der Gründung Israels, wie sie ihre Rechte verteidigen können. In einem Staat mit den Juden? Das will vor allem die die Mehrheit Israels nicht, weil sie einen jüdischen Gottesstaat wollen, aber die Mehrheit der Palästinenser sind Christen oder Muslime. Das kann nicht zusammenpassen, das ginge nur in einem säkulären Staat. Aber das ist immer noch eine Möglichkeit! Oder in einem eigenen Staat, neben Israel! Das hatten schon  Vertreter beider Seiten vereinbart. Aber das kommt auch nicht voran, und Israel macht es immer mehr unmöglich, weil sie immer mehr Flächen im Westjordanland mit israelischen Siedlungen belegen. Für einen Staat braucht man ein Staatsgebiet, wo soll das sein? Angesichts dieser Lage, wo die Palästinenser nicht zu ihren Rechten kommen, sondern immer mehr verlieren, diskutieren sie, wie sie ihre Rechte durchsetzen können. Die einen hoffen auf Verhandlungen mit Israel und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der UNO; sie haben bisher aber auf diesem Weg nichts erreicht. Die anderen glauben deshalb, dass sie nur eine Zukunft haben, wenn sie der Gewalt Israels, mit der israelische Staat ihnen ihr Land wegnimmt, eigene Gewalt entgegensetzen und die Israelis dann durch Opfer, die die israelische Bevölkerung nicht mehr zu tragen bereit ist, zum Respekt der Rechte der Palästinenser gezwungen werden. Der Streit darum, wie man vorgehen soll, über Verhandlungen oder mit Gewalt, entzweit die Palästinenser, weil bisher beide Wege zu nichts geführt haben, sondern die Palästinenser immer mehr aus ihrem Land vertrieben werden und keine Chance auf Selbstbestimmung sehen. Arafat war der Mann, der beide Strömungen zusammengebracht hat und einen Frieden mit Israel hätte vereinbaren können, der auch die Sicherheit des Staates Israel in den Grenzen von 1967 bei den Palästinensern hätte  durchsetzen können, obwohl das die Akzeptanz der Vertreibung beinhaltet hätte. Israel war nicht zu Kompromissen bereit! Auch der israelische Regierungschef, der bereit war, wirkliche Zugeständnisse zu machen, Jitzchak Rabin, wurde ermordet, nicht von Palästinensern, sondern von israelischen Radikalen! Da die Israelis so erzogen werden, dass ihnen das ganze Land der Region gehört, hat jede israelische Regierung, die mit Hinweis auf das Völkerrecht und die Rechte der Palästinenser Kompromisse eingehen will, mit massivem und gewaltsamen Widerstand eines Teils der jüdischen Bevölkerung und insbesondere der Siedler zu rechnen. Ein Argument in Israel, dass man nicht verhandeln könne mit den Palästinensern, war, dass sie in Hamas und PLO gespalten seien. Aber als beiden jetzt begannen, dies zu überwinden und eine Einheitsregierung zu bilden, war Israels Regierung auch dagegen und brachte jetzt als neuen Grund vor; dass die Hamas beteiligt sei.

Auch die arabischen Staaten haben Israel vorgeschlagen, den Staat Israel zu akzeptieren und seine Sicherheit zu garantieren, auch wenn sie immer dagegen waren, dass die europäischen Probleme mit der religiösen Toleranz auf Kosten der Araber gelöst worden sind.  Doch diese arabische Friedensinitiative hat Israel nicht angenommen. Das Land setzt auf militärische Gewalt und ihr politisches Bündnis mit den USA, Deutschland, Frankreich, und die Beeinflussung der dortigen Bevölkerungen durch die westlichen Medien, die den Konflikt nicht so darstellen, dass die Bevölkerungen wirklich verstehen, was dahinter steckt, auch dass ihre Länder selbst wesentlich für das Entstehen des Konflikts verantwortlich sind und die Palästinenser heute den Preis für die Unfähigkeit der Europäer bezahlen müssen, mit den Juden gleichberechtigt zusammenzuleben, ja ihnen nicht einmal ihr Menschenrecht auf Leben in Europa sichern konnten.

Israel hat – aufgerüstet von den USA und Deutschland – eine der stärksten Armeen der Welt. Militärisch werden die Palästinenser gegen sie ihre Rechte nicht durchsetzen können und auch politisch kann man nicht sehen, dass in Israel eine Strömung entsteht, die bereit und fähig wäre, den Palästinensern ihr Recht auf Selbstbestimmung zuzugestehen. Solche Kräfte geraten gerade immer mehr unter Druck von rechtsextremen Gruppierungen. Aber es gibt sie und viele junge Israelis sehen, dass es so nicht weitergehen kann. Sie sind wichtig, um in der jüdischen Gemeinschaft weltweit und in Israel den Willen zu einem Kompromiss durchzusetzen.

Vor allem aber  die Weltgemeinschaft kann wohl die Gewalt beenden, indem sie den Palästinensern zu ihrem Recht verhilft und ihnen zeigt, dass es einen friedlichen Weg gibt und Gewalt nicht nötig ist. Dazu müsste aber insbesondere in den USA und Deutschland umgedacht werden. In den USA aber haben jüdische Lobbyorganisationen, die keine Kompromisse wollen, nach wie vor großen politischen Einfluss. Und in Deutschland ist es ganz schwer, aufgrund der eigenen Verantwortung für die Tötung von Millionen Juden und der Vertreibung vieler, die allein in Palästina überleben konnten, die israelische Politik zu kritisieren. Menschen, die das tun, werden sofort in die Schublade „Antisemiten“ gesteckt, auch wenn sie den Antisemitismus klar ablehnen. Es gibt keinen wirklichen ehrlichen Diskurs in Deutschland über das Thema bisher. Aber wir sollten ihn einleiten und von der Regierung fordern, die Unterstützung Israels einzustellen, wenn sie sich weiterhin nicht an das Völkerrecht hält und den Palästinensern jede selbstbestimmt Zukunft unmöglich macht. Denn das würde in jedem Volk der Welt dazu führen, dass man sich wehrt, auch gewaltsam. Wer will, dass das Sterben aufhört, von Palästinensern und Juden, muss einen Weg zur Gerechtigkeit unterstützen und gegen die Fanatiker auf beiden Seiten durchsetzen.

Wolfgang Lieberknecht, Eine-Welt-Diplomaten

PS: Das ist meine Meinung, ich würde mich freuen, damit eine sachliche Diskussion anzustoßen und auch kontroverse Meinungen herauszufordern. Sollte ich etwas sachlich falsch dargestellt haben, bin ich auch für Korrekturen dankbar. Ich verfolge das Geschehen seit Jahrzehnten, bin aber kein Fachmann auf dem Gebiet. Die Juden haben mich aber seit Kindheit beschäftigt. In unserer Stadt Wanfried gab es viele Juden. Wanfried war Endhafen der Weserschifffahrt. Und die Juden konnten mit ihren internationalen Verbindungen viel für diesen Handel beitragen. Mein Großvater hat einen Betrieb aufgebaut und mir erklärt, dass er alles für sein Geschäft von seinen jüdischen Freunden gelernt hätte. Später war er einer der ersten NSDAP-Mitglieder im Ort und wunderte sich dann, dass seine jüdischen Geschäftspartner nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten. Die Juden wurden aus unserem Ort vertrieben, viele  starben in den Konzentrationslagern, die Synagoge wurde zerstört. Einen Überlebenden hatte ich in Israel angerufen, um ihn zu unserem Stadtjubiläum einzuladen, aus Altersgründen klappte das leider nicht. Wir tragen aufgrund der deutschen Politik gegenüber den Juden eine historische Verantwortung, aber es ist nicht fair, dass die Palästinenser die Rechnung für unser  entsetzliches Verhalten bezahlen! Die Menschheit sollte in der Lage sein, sowohl Juden als auch Palästinensern ihr Menschenrecht auf Leben, Menschenwürde, Sicherheit und Selbstbestimmung  zu sichern, gegen alle Egozentriker, die nur ihre eigenen Interessen durchsetzen wollen.

Jüdisches Haus (Wanfried)

Windgasse 5 in Wanfried

Inschrift über dem Torbogen

Das Jüdische Haus in Wanfried, einer Landstadt im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, wurde 1620 errichtet. Das Fachwerkhaus an der Windgasse 5 ist ein geschütztesBaudenkmal.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Juden lebten in Wanfried in einem eigenen Viertel. Das jüdische Ghetto umfassteWindgasse, Steinweg, Kleine Gasse und Vor dem Schloß. Der Landgraf von Hessen-Wanfried hatte die Juden gegen Bezahlung mit dem Judenregal (Hoheitsrecht) unter seinen Schutz gestellt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Gebäude wurde 1620 von einem Juden erbaut. Der Spruch über dem Torbogen lautet übersetzt: „Das Glück möge sich vermehren, Amen. So möge es (Gottes) Wille sein. Schim`on Sohn des Kalanymos. (Dieses Haus) wurde fertiggestellt am Montag, 26. Kislew (5)381” (= 21. Dez. 1620).

Das stattliche Kaufmannshaus ist reich verziert mit Tauband, an den Eckständernbefinden sich Säulen mit Schuppenmotiven. Die Fußstreben sind mit den Eckständern verblattet. An den Schwellen und Füllhölzern befinden sich Schiffskehlenmit eingelegten Rundstäben.

 

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