Das macht Hoffnung: Ukrainer in anderen Regionen protestieren gegen „Anti-Terror-Operation“ in der Ostukraine: Angesichts der steigenden Opferzahlen regt sich nun auch Protest gegen den Bürgerkrieg: vor allem im Südwesten des Landes, wo ungarisch- und rumänischsprachige Minderheiten leben, kommt es zu Demonstrationen gegen Einberufungen. „Wir haben den Krieg nicht gewollt! Sollen doch die hingehen, die da auf dem Maidan in Kiew geschrien haben“ zitiert der „Stern“ eine Bewohnerin des 3.000-Einwohner-Dorfes Woloka, das 50 Männer in den Krieg schicken soll. In Nowoseliza an der Grenze zur Slowakei griffen die Mütter kürzlich einberufener Wehrpflichtiger den nationalistischen Lokalpolitiker Iwan Popadjuk an, zerrissen sein besticktes Trachtenhemd und forderten ihn auf, doch selber in den Krieg zu ziehen.Auch aus Lwiw (Lemberg), Belaja Zerkow, Bogorodtschany bei Iwano-Frankiwsk und Nikolajew werden Anti-Kriegs-Proteste gemeldet. Immer öfter werden Einberufungsbescheide einfach verbrannt. Wie viele Ukrainer sich der Wehrpflicht entzogen haben, ist in Zeiten des Propagandakrieges schwer zu überprüfen: zumindest im Fall des 79. Luftlanderegiments waren es laut ukrainischen Medien seit März 43 Mann, die die Einheit ohne Befehl verließen. 54 Soldaten, die vor den Kampfhandlungen auf russisches Territorium flohen, sich aber dann wieder zum Dienst meldeten, droht nun ein Prozess wegen Landesverrats.

Auch in anderen Regionen sind es vor allem Angehörige Wehrpflichtiger, die aus Protest auf die Straße gehen: Laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian blockierten am Wochenende im südukrainischen Mykolajiw Frauen aus Protest gegen die schlechte Versorgung ihrer Angehörigen, die seit fast zwei Wochen an der Front eingesetzt sind, zwölf Stunden lang die Brücke über den Bug. Sie kritisierten, dass die Soldaten kaum Lebensmittel und Wasser erhielten, auch die Munition sei knapp.

Sogar in der Hauptstadt Kiew kam es zu Kundgebungen gegen die Einberufungen. Die Demonstrantinnen verlangten, dass die Soldaten öfter abgelöst werden sollten.

foto: epa/roman pilipey

Demonstration in Kiew, 22. Juli 2014. Auf den Schildern steht „Unsere Ehemänner sind kein Kanonenfutter“, „Mütter gegen den Krieg“ und „Rotation“

Auch aus Lwiw (Lemberg), Belaja Zerkow, Bogorodtschany bei Iwano-Frankiwsk und Nikolajew werden Anti-Kriegs-Proteste gemeldet. Immer öfter werden Einberufungsbescheide einfach verbrannt.

Wie viele Ukrainer sich der Wehrpflicht entzogen haben, ist in Zeiten des Propagandakrieges schwer zu überprüfen: zumindest im Fall des 79. Luftlanderegiments waren es laut ukrainischen Medien seit März 43 Mann, die die Einheit ohne Befehl verließen.

54 Soldaten, die vor den Kampfhandlungen auf russisches Territorium flohen, sich aber dann wieder zum Dienst meldeten, droht nun ein Prozess wegen Landesverrats. (bed, derStandard.at, 1.8.2014)

http://derstandard.at/2000003879062/Proteste-gegen-Anti-Terror-Operation-in-der-Ostukraine

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