Wir laden ein zur Debatte: Brauchen wir eine neue Internationale, einen internationalen Zusammenschluss für Frieden und soziale Gerechtigkeit und die Sicherung der Umwelt? Brauchen wir sie angesichts der wirtschaftlichen Globalisierung und der globalen Bedrohung von Frieden und Umwelt heute nicht sogar dingender als je zuvor?

Brauchen wir eine neue Internationale, einen internationalen Zusammenschluss für Frieden und soziale Gerechtigkeit und die Sicherung der Umwelt? Brauchen wir sie angesichts der wirtschaftlichen Globalisierung und der globalen Bedrohung von Frieden und Umwelt heute nicht sogar dingender als je zuvor? Geben uns Internet, Bildungsniveau, Fremdprachenkenntnisse und Migration nicht heute bessere Chancen als je zuvor, international in Kontakt zu kommen, zu diskutieren, zu agieren, Informationen und Meinungen auszutauschen? Haben wir da nicht die Möglichkeit internationale Debatten über die globalen Fragen anzustoßen und zu führen, als Basis für nötige globale demokratische Entscheidungen und den Ausbau globaler demokratischer Institutionen, an denen sich auch die „kleinen Leute“ beteiligen können?

Was sollten ihre Grundlagen, ihre Ziele und ihre Strategie sein? Wie sollte sie organisiert sein? Wir könnte man anfangen, sie aufzubauen?

Eine-Welt-Diplomaten schlagen vor, darüber eine Debatte zu führen, um zu sehen, ob es genug Interesse gibt, so etwas zu beginnen!

Wolfgang Lieberknecht

Hier einige Informationen zur Ersten Internationale:

Internationale Arbeiterassoziation

Die Internationale Arbeiterassoziation (IAA), in der späteren Geschichtsschreibung auch Erste Internationale genannt, wurde 1864 in London gegründet. Die IAA war der erste internationale Zusammenschluss von Arbeitergesellschaften, die nach den provisorischen Statuten „dasselbe Ziel verfolgen, nämlich: den Schutz, den Fortschritt und die vollständigeEmanzipation der Arbeiterklasse“.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Karl Marx, Mitglied im Generalrat der IAA

Der Sitz der IAA war nach dem Gründungskongress der IAA am 28. September 1864 in der Londoner St. Martin’s Hall zunächst London. Auf dem fünften Kongress, dem Haager Kongress, wurde im September 1872 die Verlagerung des Sitzes nach New York beschlossen.

Im Gegensatz zu späteren Internationalen bestanden die Mitglieder der Ersten noch aus einer Vielzahl politisch divergierender Gruppen, die unterschiedliche Sozialismuskonzepte verbanden. Obwohl faktisch relativ einflusslos, wurde „die Internationale“ von vielen Gegnern als ursächlich für das Erstarken derArbeiterbewegung in vielen Ländern und das Entstehen der Pariser Kommune von 1871 gesehen. Überschattet wurde die Organisation bereits kurz nach ihrer Entstehung durch heftige Grabenkämpfe, insbesondere zwischen der Richtung vonKarl Marx, dem Mitverfasser des Kommunistischen Manifests und Haupttheoretiker des Kommunismus einerseits und dem Anarchisten Michail Bakunin andererseits. Während Marx für eine Organisation der noch zu bildenden Arbeiterparteien in den Einzelstaaten unter zentralistischer Führung der Internationalen eintrat, war Bakunin gemäß den Vorstellungen des Anarchismus für strikte Herrschaftslosigkeit und gegen jegliche Form von zentraler Führung. Dieser grundsätzliche Konflikt führte schließlich zur Spaltung der IAA.

Hatte sich bereits 1871 auf der Londoner Konferenz, wo nur vom Generalrat eingeladene Sektionen vertreten waren, die Marxsche Position durchgesetzt, wurden auf dem Haager Kongress von 1872 zentralistische Strukturreformen und eine politische Neuausrichtung der Organisation beschlossen. Außerdem wurden Bakunin und James Guillaume aus der Internationale ausgeschlossen. Die von ihnen geführte Juraföderation führte eine Woche später einen Gegenkongress in St. Imier (Schweizer Jura) durch, der das Zustandekommen des Haager Kongress als illegtim einstufte, seine Beschlüsse nicht anerkannte und die Fortführung der Internationale auf föderalistischer Grundlage beschloss. In der Folgezeit schlossen sich dem alle aktiven Landesföderationen an, vorwiegend weil sie die zunehmende Macht des Generalrats ablehnten. Fortan bestanden zwei Organisationen, die den Namen der IAA für sich reklamierten: einerseits die Landesföderationen aus Belgien, England, Holland, Italien und Spanien (auch bekannt als Antiautoritäre Internationale), andererseits der Generalrat und einzelne, vorwiegend deutschsprachige Lokalsektionen. Letztere löste sich 1876 unter Friedrich Adolph Sorge offiziell auf, während die antiautoritäre IAA, wenn auch ab Mitte der 1870er in Auflösung begriffen, bis Anfang der 1880er Jahre fortwirkte.

1889 trat in Paris der Internationale Arbeiterkongress zusammen und gründete die Zweite Internationale, aus der später die bis heute bestehende Sozialistische Internationale hervorging. 1919-1943 bestand in Moskau als sog. Dritte Internationaledie Kommunistische Internationale. Des Weiteren gründete sich 1922 in Berlin die noch heute bestehende anarchosyndikalistische Internationale ArbeiterInnen-Assoziation, die sich in der Tradition der Ersten Internationale sieht.

Das von Eugène Pottier 1871 gedichtete Kampflied Die Internationale (1888 vertont von Pierre Degeyter, um 1910 von Emil Luckhardt sehr frei und weniger radikal ins Deutsche übertragen) bezieht sich auf die IAA und die Pariser Kommune von 1871.

Kongresse und Konferenzen[Bearbeiten]

Gründungskonferenz (London, 25.–29. September 1864)

Die aus 13 europäischen Ländern und den USA stammenden knapp 2000 Teilnehmer gründeten die IAA am 28. September 1864 in der Londoner St. Martin’s Hall. Führendes Gremium war der Generalrat, dessen Präsidium Karl Marx angehörte. Er war vom Londoner Deutschen Arbeiterbildungsverein eingeladen worden und formulierte die wichtigsten Erklärungen und Adressen, so die berühmte Inauguraladresse der Internationalen Arbeiter-Assoziation.[2] Johann Georg Eccarius war als weiterer deutscher Vertreter zur Gründungsversammlung eingeladen worden. Neben Marx und Eccarius zählten Carl Heinrich Pfänder, Friedrich Leßner, Georg Lochner und Karl Kaub zu deren Generalrat.

Folgekonferenz (London, 25.–28. September 1865)
I. Kongress (Genf, 3.–8. September 1866)

William Randal Cremer, Generalsekretär der IAA von 1865 bis 1867

Während des Genfer Kongresses 1866 dominierten die Anhänger Proudhons die Diskussionen. Es nahmen auch sechs Blanquisten aus Paris an dem Kongress teil, aber sie wurden hinausgeworfen. Eine wichtige Entscheidung an dieser Veranstaltung war die Forderung nach einem Achtstundentag.

II. Kongress (Lausanne, 2.–8. September 1867)

Der Lausanner Kongress der Internationale fand vom 2. bis 8. September 1867 statt. Marx war nicht anwesend, da er an den letzten Korrekturen von Das Kapital arbeitete. Der Kongress wurde von 64 Delegierten aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien und der Schweiz besucht.

III. Kongress (Brüssel, 6.–13. September 1868)

Die auf Marx beruhenden Beschlüsse des Genfer Kongresses fanden zunehmende Beachtung. Der Brüsseler Kongress der IAA vom 8. bis 13. September 1868 bestätigte Marxs Taktik. Der Kongress der IAA in Brüssel zeigte, dass sich die von Marx und seinen Mitstreitern vertretenen Positionen weiter durchsetzten.

Die Delegierten des Basler Kongresses 1869

IV. Kongress (Basel, 6.–11. September 1869)

Der Basler Kongress fand vom 6. bis 11. September 1869 statt.[3] Laut Stekloff[4]waren 75 Delegierte aus Großbritannien, Frankreich, Belgien, Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien, Spanien, und den Vereinigten Staaten von Amerika anwesend. Die Konferenz war vor allem durch die Konfrontation zwischen den Positionen der Proudhon’schen Mutualisten, sowie der kollektivistisch-anarchistischen Position Bakunins mit seinen Anhängern auf der einen und Karl Marx Positionen auf der anderen Seite geprägt.

Für den September 1870 wurde zum V. Kongress in Mainz eingeladen. Der Kongress wurde jedoch aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges abgesagt und auf unbestimmte Zeit vertagt.

Konferenz von London (17.–23. September 1871)

Die zweite, nicht öffentliche Konferenz der IAA fand mit 13 Mitgliedern des Generalrats und 23 Delegierten aus Belgien, Deutschland, Frankreich, England, Irland, Italien, Spanien, der Schweiz und den USA in London statt. Nur ausgewählte Sektionen wurden vom Generalrat eingeladen.[5][6] Die IAA bekundete in einer Resulution die Solidarität mit der Pariser Kommune und stellte heraus, dass die „Konstituierung der Arbeiterklasse als politische Partei unerlässlich ist für den Triumph der sozialen Revolution und ihres Endzieles – der Abschaffung der Klassen“. Intern wurde eine Namensregelung für den Generalrat, die Föderalräte der Länder und die lokalen Sektionen beschlossen. Die Bezeichnung Generalrat sollte nur dem selbigen zugestanden werden, die Föderalräte nach den einzelnen Ländern benannt werden und die Sektionen nach ihrem Ortsnamen. Als sektiererisch betrachtete Namen wie Mutalisten, Kollektivisten, Kommunisten usw. schloss die Konferenz aus.[5][6] Auf der Konferenz wird zudem beschlossen, dass der Generalrat nicht mehr die Funktion des Regionalrates der britischen Föderation wahrnehmen soll. Stattdessen wurde ein eigener englischer Föderalrat mit neuen lokalen Sektionen gebildet. Für Frankreich wurde eine lebhafte Werkstättenagitation und die Verbreitung von Druckschriften empfohlen. Für die sogenannte Verschwörung des Sergei Gennadijewitsch Netschajew lehnte die IAA jegliche Verantwortung ab.[5][6] Von Bedeutung war zudem der ideologische Konflikt zwischen Anarchisten und Marxisten – den Anhängern von Bakunin einerseits und denen von Marx. Beschlossen wurde auch die Verlagerung des Sitzes ab 1872 nach New York.

V. Kongress (Den Haag, 2.–7. September 1872)

Nach der Pariser Kommune (1871) charakterisierte Bakunin die Ideen von Marx als autoritär und meinte, dass, wenn eine marxistische Partei der Arbeiterklasse an die Macht käme, es am Ende aus seiner Sicht genau so schlimm wäre, wie die Herrschaft der Klasse der Kapitalisten, gegen die sie gekämpft hatten. Im Jahre 1872 gipfelte der Konflikt in der Ersten Internationale mit einem endgültigen Bruch zwischen den beiden Gruppen infolge des Haager Kongresses. Dieser Kampf wird oft als der Ursprung des seit langem andauernden Konflikts zwischen Anarchisten und Marxisten zitiert. Als konfliktreich sollten sich vor allem drei Beschlüsse erweisen: 1. Der Ausschluss Bakunins und Guillaumes. 2. Die Ausweitung der Kompetenzen des Generalrats. 3. Die strategische Festlegung, die Sektionen auf den Aufbau nationaler Parteien zu verpflichten.

Gegenkongress von St. Imier (15.–16. September 1872)

Zu dem Gegenkongress hatte die italienische Landesföderation aufgerufen, die den Kongress von Den Haag boykottierte, weil dieser auf den ihres Erachtens illegitimen Beschlüsse der Londoner Konferenz aufbaue. Dem Aufruf folgten 15 Delegierte, darunter von den spanischen, italienischen und schweizerischen Landesföderationen sowie von Einzelsektionen aus Frankreich und den USA. Die Delegierten erkannten die Beschlüsse von Den Haag nicht an und verabschiedeten Resolutionen, die die Macht des Generalrats ablehnten, den föderalistischen Charakter der IAA unterstrichen und die parteipolitische Strategie zugunsten ökonomischen, gewerkschaftlichen Handelns zurückwies. In der Folgezeit schlossen sich noch die Landesföderationen aus Belgien, Holland und England der sogenannten antiautoritären Fraktion an. Diese war zunächst nicht rein anarchistisch, sondern verstand sich vielmehr als „föderalistisch“ oder „sozialrevolutionär“. Der englische Föderalrat etwa war nicht gegen die politische Aktion, lehnte aber die Zentralisierung und die Macht des Generalrats ab. Dieser wiederum schloss die genannten Landesföderationen schließlich aus der IAA aus, weil sie die Beschlüsse nicht anerkannten. Bis 1873 war so die Spaltung der Organisation in zwei IAA vollzogen.

VI. Kongress – antiautoritär (Genf, 1.–6. September 1873)

Die antiautoritäre Fraktion hielt ihren Kongress – offiziell als VI. Kongress der IAA bezeichnet – im September 1873 in der Schweiz. Anwesend waren 27 Delegierte, die die Landesföderationen aus Italien, Spanien, England, Holland, Belgien und der Schweiz repräsentierten. In einer ersten Resolution beschlossen die Delegierten die Abschaffung des Generalrats und stellten teilweise die Statuten von 1866 wieder her. Jedes Jahr sollte eine andere regionale Föderation das Föderalbüro der Internationale übernehmen und mit Korrespondenz, Statistik und der Organisation des nächsten Kongresses beauftragt werden. Schließlich schickten die Delegierten am letzten Kongresstag noch eine versöhnliche Adresse an den Kongress des Generalrats, der seinen Kongress zwei Tage später ebenfalls in Genf abhalten sollte.

VI. Kongress – Generalrat (Genf, 8.–13. September 1873)

Ebenfalls als VI. Kongress der IAA firmierte der vom Generalrat ausgerichtete Kongress in Genf. Zugegen waren 28 Delegierte, ausschließlich aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, die keine Landesföderationen, allenfalls lokale Einzelsektionen repräsentierten. Der Kongressorganisator Philipp Becker sprach nach dem Kongress von „aus dem Boden gestampften“ Delegierten, mit denen „eine Mehrheit für die richtige Seite“ sichergestellt werden sollte. Unter anderem sollte die sogenannte Perret-Fraktion überstimmt werden, die auf Versöhnung mit den Bakunisten aus war. Marx selbst bezeichnete den Kongress als „Fiasko“ und erklärte die Internationale für praktisch gescheitert.[7]

VII. Kongress – antiautoritär (Brüssel, 7.–13. September 1874)

In Brüssel waren 17 Delegierte aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Deutschland und der Schweiz anwesend. Die italienische Föderationen sah sich nicht in der Lage, eine Delegation zu senden. Zu diesem Zeitpunkt war die antiautoritäre Fraktion noch nicht rein anarchistisch. So sprachen sich der englische Delegierte (Johann Georg Eccarius, ein Kommunist und ehemaliger Weggefährte von Marx im Generalrat) und die deutschen Delegierten (zwei Lassalianer) für die Eroberung der politischen Macht aus, während insbesondere die belgischen, spanischen und schweizer Delegierten eine anti-parlamentarische Strategie bevorzugten. Entsprechend beschloss der Kongress eine Resolution, die es den Landesföderationen freistellte, in welchem Maße sie von der „politischen Aktion“ Gebrauch machen.

Der XIII. Kongress wurde zunächst für 1875 in Barcelona festgesetzt, fand jedoch wegen organisatorischer Probleme nicht statt.

Konferenz von Philadelphia – Generalrat (15. Juli 1876)

Zum Treffen der Fraktion um den Generalrat fanden sich zehn Mitglieder des Generalrats sowie 14 Delegierte aus Nordamerika ein. Aus Europa war kein Delegierter anwesend. Im Bericht des Generalrats wurde festgestellt, dass die Organisation faktisch nicht existiere und das seit langem keine Mitgliedsbeiträge eingegangen seien. In Konsequenz wurde beschlossen, die Organisation auf unbestimmte Zeit aufzulösen. Damit existierte nur noch die antiautoritäre Fraktion als IAA.

VIII. Kongress – antiautoritär (Bern, 26.–29. Oktober 1876)

In Bern waren insgesamt 28 Delegierte zugegen, welche die Föderationen aus Belgien, Frankreich, Holland, Italien und der Schweiz repräsentierten. Außerdem gab es eine Anzahl von delegierten Beobachtern wie den sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Julius Vahlteich. Es wurde unter anderem beschlossen, einen allgemeinen sozialistischen Kongress im nächsten Jahr in Gent durchzuführen.

IX. Kongress – antiautoritär (Verviers, 6.–8. September 1877)

Auf dem Kongress, welcher der letzte offizielle der IAA sein sollte, fanden sich 20 Delegierte ein, unter anderem aus Spanien, Italien, Deutschland und der Schweiz. Der Großteil der Delegierten reiste nach dem Kongress direkt zu dem Sozialistenkongress in Gent weiter. Ein für das nächste Jahr in der Schweiz vorgesehener Kongress fand nicht mehr statt.

Sozialistischer Weltkongress (Gent, 9.–12. September 1877)

Der in vom VIII. IAA-Kongress in Bern initiierte Kongress von Gent, stellt, wenn auch keine offizieller IAA-Kongress, den letzten Versuch dar, eine Einigung insbesondere zwischen Anarchisten und Sozialdemokraten zu erzielen. Jedoch stellten die Delegierten eine Unvereinbarkeit der beiden strategischen Ansätze fest und beschlossen in gegenseitigem Einvernehmen, getrennte Wege zu gehen. Das Vorhaben einiger Sozialdemokraten, eine marxistische Internationale wiederherzustellen, ging zunächst nicht über eine Absichtserklärung hinaus.

Internationaler Sozialistisch-Revolutionärer Kongress von London (14.–19. Juli 1881)

Im Vorfeld dieses Kongresses gab es zunächst Unklarheiten, ob es sich hier um einen offiziellen Kongress der (antiautoritären) IAA handele. Letztendlich wurde er als offener Kongress von Anarchisten durchgeführt, auf dem dennoch Delegierte von IAA-Lokalsektionen und Landesföderationen, so etwa der spanischen, anwesend waren. Als letzte Zusammenkunft von IAA-Delegierten markiert dieser Kongress das endgültige Ende der IAA, zumal dort die „Propaganda der Tat“ als maßgebliche Strategie der anarchistischen Bewegung beschlossen wurde und damit für eine Weile den von Anarchisten vertretenen gewerkschaftlichen Ansatz der IAA ablöste.

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Hirsch: Aufstieg und Niedergang der Ersten Internationale. In: derselbe: Denker und Kämpfer. Gesammelte Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt a. M. 1955, S. 129–148.
  • Richard Sperl (Hrsg.): Karl Marx und die Gründung der I. Internationale. Dokumente und Materialien. Dietz Verlag, Berlin 1964 enthält Briefe, an Karl Marx zur Gründung der IAA, erstmals in deutscher Sprache
  • Die I. Internationale in Deutschland (1864–1872). Dokumente und Materialien. Redaktion Rolf Dlubek, Evgenija Stepanova, Irene Bach, Ursula Hermann, Erich Kundel, Vera Morosova, Olga Senekina, Richard Sperl. Dietz Verlag, Berlin 1964.
  • Chimen Abramsky, Henry Collins: Karl Marx and the British labour movement : Years of the first International. London : Macmillan 1965
  • The General Council of the First International. 1864–1866. The London Conference. Minutes. Second Printing. Progress Publishers, Moscow 1974.
  • The General Council of the First International. 1866–1868. Lawrence & Wishart / Progress Publishers, London / Moscow o.J.
  • The General Council of the First International. 1868–1870. Lawrence & Wishart / Progress Publishers, London / Moscow o.J.
  • The General Council of the First International. 1870–1871. Lawrence & Wishart / Progress Publishers, London / Moscow o.J.
  • The General Council of the First International. 1871–1872. Lawrence & Wishart / Progress Publishers, London / Moscow o.J.
  • The Hague Congress of the First International. September 2–7, 1872. Minutes and Documents. Translated by Richard Dixon and Alex Miller. Designed by Vladimir Yeryomin. Progress Publishers, Moscow 1976.
  • Julius Braunthal: Geschichte der Internationale. Band 1. Berlin und Bonn 1978.
  • Die Erste Internationale 1864–1870. Teil I. Verlag Progreß, Moskau 1981.
  • Die Erste Internationale 1870–1876. Teil 2. Verlag Progreß, Moskau 1981 (mit Bibliographie)
  • Karl Marx, Friedrich Engels: Marx-Engels-Gesamtausgabe.
    • Band I/20: Werke, Artikel, Entwürfe September 1864 bis September 1867. Akademie-Verlag, Berlin 1992, ISBN 3-320-00012-8.
    • Band I/21: Werke, Artikel, Entwürfe September 1867 bis März 1871. Akademie-Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-05-004588-7.
  • Antje Schrupp: Nicht Marxistin und auch nicht Anarchistin. Frauen in der ersten Internationale. Ulrike Helmer Verlag, Königstein/Taunus 1999, ISBN 3-89741-022-2.
  • G. M. Stekloff: History of The First International. Martin Lawrence, London 1928.
  • Pierre Ramus, H. Zoccoli: Die Erste Internationale 1864. anarchistische texte Nr. 17, Libertad Verlag, Berlin 1979.
  • Allgemeine Statuten und Verwaltungs-Verordnungen der Internationalen Arbeiterassoziation. Verlag der Expedition des „Volksstaat“, Leipzig 1871. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen Provisorische Statuten der Internationalen Arbeiter-Assoziation. In: Marx-Engels-Werke. Band 16, S. 15.
  2. Hochspringen Karl Marx: Inauguraladresse der Internationalen Arbeiter-Assoziation (Oktober 1864) In: Marx-Engels-Werke.Band 16, S. 5 ff.
  3. Hochspringen Ein Bild der Delegierten ist abgedruckt in: Wilhelm Liebknecht: Vom vierten internationalen Arbeiterkongreß in Basel im Jahre 1969. In: Beilage zum „Wahren Jacob“ Nr. 184, 1893, S. 1527–1530. Digitalisat
  4. Hochspringen G. M. Stekloff: History of the First International. Chapter 10: The Basle Coongress
  5. Hochspringen nach:a b c Franz Mehring: Karl Marx. Geschichte seines Lebens (1918). Arbeiterpresse, Essen 2001, ISBN 3-88634-075-9, S. 446 ff.
  6. Hochspringen nach:a b c Die Internationale Arbeiter-Assoziation. Kleine Chronik der ersten Internationale (1862–1878)geschichtevonunten.de, 15. Juni 2008.
  7. Hochspringen G. M. Stekloff: History of the First International. Part 2, Chapter 4: The End of the Marxist International

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Arbeiterassoziation

 

Besonders spannend die Inauguraladresse, hier zentrale Auszüge:

Der Kampf über die gesetzliche Beschränkung der Arbeitszeit wütete um so heftiger, je mehr er, abgesehen von aufgeschreckter Habsucht, in der Tat die große Streitfrage traf, die Streitfrage zwischen der blinden Herrschaft der Gesetze von Nachfrage und Zufuhr, welche die politische Ökonomie der Mittelklasse bildet, und der Kontrolle sozialer Produktion durch soziale Ein- und Vorsicht, welche die politische Ökonomie der Arbeiterklasse bildet. Die Zehnstundenbill war daher nicht bloß eine große praktische Errungenschaft, sie war der Sieg eines Prinzips. Zum erstenmal erlag die politische Ökonomie der Mittelklasse in hellem Tageslicht vor der politischen Ökonomie der Arbeiterklasse.

Ein noch größerer Sieg der politischen Ökonomie der Arbeit über die politische Ökonomie des Kapitals {1} stand bevor. Wir sprechen von derKooperativbewegung, namentlich den Kooperativfabriken, diesem Werk {2} weniger kühnen „Hände“ (hands). Der Wert dieser großen Experimente kann nicht überschätzt werden. Durch die Tat, statt durch Argumente, bewiesen sie, daß Produktion auf großer Stufenleiter und im Einklang mit dem Fortschritt moderner Wissenschaft vorgehen kann ohne die Existenz einer Klasse von Meistern (masters), die eine Klasse von „Händen“ anwendet; daß, um Früchte zu tragen, die Mittel der Arbeit nicht monopolisiert zu werden brauchen als Mittel der Herrschaft über und Mittel der Ausbeutung gegen den Arbeiter selbst, und daß wie Sklavenarbeit, wie Leibeigenenarbeit so Lohnarbeit nur eine vorübergehende und untergeordnete gesellschaftliche Form ist, bestimmt zu verschwinden |12| vor der assoziierten Arbeit, die ihr Werk mit williger Hand, rüstigem Geist und fröhlichen Herzens verrichtet. In England wurde der Samen des Kooperativsystems von Robert Owenausgestreut; die auf dem Kontinent versuchten Arbeiterexperimente waren in der Tat der nächste praktische Ausgang der Theorien, die 1848 nicht erfunden, wohl aber laut proklamiert wurden.

Zur selben Zeit bewies die Erfahrung der Periode von 1848 bis 1864 unzweifelhaft, was die intelligentesten Führer der Arbeiterklasse in den Jahren 1851 und 1852 gegenüber der Kooperativbewegung in England bereits geltend machten, daß, wie ausgezeichnet im Prinzip und wie nützlich in der Praxis, kooperative Arbeit, wenn beschränkt auf den engen Kreis gelegentlicher Versuche vereinzelter Arbeiter, unfähig ist, das Wachstum des Monopols in geometrischer Progression aufzuhalten, die Massen zu befreien, ja die Wucht ihres Elends auch nur merklich zu erleichtern. Es ist vielleicht gerade dies der Grund, warum plausible Lords, bürgerlich-philanthropische Salbader und ein paar trockne politische Ökonomen jetzt mit demselben Kooperativsystem schöntun, das sie früher in seinem Keim zu ersticken versucht hatten, das sie verhöhnt hatten als die Utopie des Träumers und verdammt hatten als die Ketzerei des Sozialisten. Um die arbeitenden Massen zu befreien, bedarf das Kooperativsystem der Entwicklung auf nationaler Stufenleiter und der Förderung durch nationale Mittel. Aber die Herren von Grund und Boden und die Herren vom Kapital werden ihre politischen Privilegien stets gebrauchen zur Verteidigung und zur Verewigung ihrer ökonomischen Monopole. Statt die Emanzipation der Arbeit zu fordern, werden sie fortfahren, ihr jedes mögliche Hindernis in den Weg zu legen. Lord Palmerston sprach aus ihrer Seele, als er in der letzten Parlamentssitzung den Verteidigern der Rechte der irischen Pächter höhnend zuschrie: „Das Haus der Gemeinen ist ein Haus von Grundeigentümern!“

Politische Macht zu erobern ist daher jetzt die große Pflicht der Arbeiterklassen. Sie scheinen dies begriffen zu haben, denn in England, Frankreich, Deutschland und Italien zeigt sich ein gleichzeitiges Wiederaufleben und finden gleichzeitige Versuche zur Reorganisation der Arbeiterpartei statt. Ein Element des Erfolges besitzt sie, die Zahl. Aber Zahlen fallen nur in die Waagschale, wenn Kombination sie vereint und Kenntnis sie leitet. Die vergangene Erfahrung hat gezeigt, wie Mißachtung des Bandes der Brüderlichkeit, welches die Arbeiter der verschiedenen Länder verbinden und sie anfeuern sollte, in allen ihren Kämpfen für Emanzipation fest beieinanderzustehen, stets gezüchtigt wird durch die gemeinschaft- |13| liche Vereitlung ihrer zusammenhangslosen Versuche. Es war dies Bewußtsein, das die Arbeiter verschiedener Länder, versammelt am 28. September 1864 in dem öffentlichen Meeting zu St. Martin’s Hall, London, anspornte zur Stiftung derInternationalen Assoziation.

Eine andere Überzeugung beseelte jenes Meeting.

Wenn die Emanzipation der Arbeiterklassen das Zusammenwirken verschiedener Nationen erheischt, wie jenes große Ziel erreichen mit einer auswärtigen Politik, die frevelhafte Zwecke verfolgt, mit Nationalvorurteilen ihr Spiel treibt und in piratischen Kriegen des Volkes Blut und Gut vergeudet? Nicht die Weisheit der herrschenden Klassen, sondern der heroische Widerstand der englischen Arbeiterklasse gegen ihre verbrecherische Torheit bewahrte den Westen Europas vor einer transatlantischen Kreuzfahrt für die Verewigung und Propaganda der Sklaverei. Der schamlose Beifall, die Scheinsympathie oder idiotische Gleichgültigkeit, womit die höheren Klassen Europas dem Meuchelmord des heroischen Polen und der Erbeutung der Bergveste des Kaukasus durch Rußland zusahen; die ungeheueren und ohne Widerstand erlaubten Übergriffe dieser barbarischen Macht, deren Kopf zu St. Petersburg und deren Hand in jedem Kabinett von Europa, haben den Arbeiterklassen die Pflicht gelehrt, in die Geheimnisse der internationalen Politik einzudringen, die diplomatischen Akte ihrer respektiven Regierungen zu überwachen, ihnen wenn nötig entgegenzuwirken; wenn unfähig zuvorzukommen, sich zu vereinen in gleichzeitigen Denunziationen und die einfachen Gesetze der Moral und des Rechts, welche die Beziehungen von Privatpersonen regeln sollten, als die obersten Gesetze des Verkehrs von Nationen geltend zu machen.

Der Kampf für solch eine auswärtige Politik ist eingeschlossen im allgemeinen Kampf für die Emanzipation der Arbeiterklasse.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

 

http://www.mlwerke.de/me/me16/me16_005.htm

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