Uganda: Gericht kippt umstrittenes Anti-Homosexuellen-Gesetz – Ugandas Präsident Yoweri Museveni hatte das Gesetz im Februar in Kraft gesetzt, das unter anderem lebenslange Haftstrafen für Homosexuelle zulässt und Bürger verpflichtet, Schwule bei den Behörden zu denunzieren. Für das Gesetzt gibt es Wurzeln in den USA – Christliche US-Sekten hatten mit einer Kampagne gegen Homosexuelle den Konflikt in Uganda radikalisiert! Während der dreitägigen Veranstaltung hörten zahlreiche Ugander, darunter Politiker, Polizisten und Lehrer, die Thesen der drei US-Amerikaner, wonach Homosexualität heilbar ist, schwule Männer Jugendliche missbrauchen und es die Absicht der Schwulenbewegung sei, die traditionellen afrikanischen Familienwerte zu zerstören.

Uganda: Gericht kippt umstrittenes Anti-Homosexuellen-Gesetz

1. August 2014, 13:12

Wurde mit einer unzureichenden Stimmenzahl beschlossen

Kampala – Ugandas Verfassungsgericht hat das international kritisierte Gesetz gegen Homosexuelle gekippt. Das Gesetz sei im Parlament mit einer unzureichenden Stimmenzahl beschlossen worden und damit „null und nichtig“, sagte der Vorsitzende Richter bei der Verkündung der Entscheidung am Freitag in der Hauptstadt Kampala.

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hatte das Gesetz im Februar in Kraft gesetzt, das unter anderem lebenslange Haftstrafen für Homosexuelle zulässt und Bürger verpflichtet, Schwule bei den Behörden zu denunzieren.

„Die Gerechtigkeit hat die Oberhand bekommen, wir haben gewonnen“, sagte der Anwalt Nicholas Opiyo, der die Kläger vor dem Verfassungsgericht vertreten hatte. Die Unterstützer des Gesetzes kündigten an, sie würden gegen die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof des Landes in Berufung gehen.

Heftige internationale Kritik

Das Gesetz hatte einen internationalen Proteststurm ausgelöst. US-Außenminister John Kerry verglich es mit der antisemitischen Gesetzgebung der Nazis und seine Regierung verhängte ebenso wie andere Länder Sanktionen gegen Kampala. Auch internationale Organisationen wie die Weltbank stoppten Hilfen für das Land.

Homophobie und die Diskriminierung sexueller Minderheiten waren schon vor dem Gesetz in Uganda weit verbreitet. Ursprünglich war in dem Gesetzentwurf sogar die Todesstrafe für wiederholte homosexuelle Handlungen vorgesehen gewesen. Erst nachdem diese gekippt wurde, stimmte das Parlament im Dezember vergangenen Jahres zu. (APA, 1.8.2014)

 

http://derstandard.at/2000003864148/Uganda-Gericht-kippt-umstrittenesAnti-Homosexuellen-Gesetz

Ein ugandisches Gesetz und sein möglicher US-Ursprung

MICHAELA KAMPL
26. Februar 2014, 14:11
  • Der US-Evangelikale Scott Lively bei seinem Vortrag in Kampala im Jahr 2009. Scott schrieb über seinen Besuch hier.

  •  

    Pastor Martin Ssempa, einer der Befürworter des Anti-Homosexuellen-Gesetzes, spricht bei einer Pressekonferenz über seine Vorstellungen von Homosexualität.

  • Trailer der preisgekrönten Dokumentation „Call me Kuchu“ über die Situation Homosexueller in Uganda.

US-Evangelikale sollen das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Uganda beeinflusst haben – Die Befürworter des neuen Gesetzes bestreiten das vehement

 

Der Anfang: Ein Seminar in der Hauptstadt

Im März 2009 fand in der Hauptstadt Kampala das „Seminar on Exposing the Homosexual’s Agenda“ statt. Veranstalter war die ugandische Organisation Family Life Network. Thema der Vorträge der US-amerikanischen Gäste: die Zerstörung der traditionellen Familienwerte durch Homosexualität und die Gefahr für die Gesellschaft, die von Schwulen und Lesben ausgehe.

Missionare, „Heilungsseminare“ und Gebete

Einer der drei Missionare war Scott Lively, evangelikaler Missionar und Autor zahlreicher schwulenfeindlicher Bücher – darunter „The Pink Swastika“ (Das pinkfarbene Hakenkreuz), das Verbindungen zwischen Homosexualität und dem Nationalsozialismus herstellt. Zweiter im Bunde war Caleb Lee Brundidge, der sich selbst als ehemaligen Schwulen bezeichnet, Homosexualität als Krankheit betrachtet und sogenannte „Heilungsseminare“ abhält. Die beiden wurden begleitet von Don Schmierer, einem Mitglied von Exodus International, einer US-amerikanischen christlichen Organisation, die glaubt Homosexualität, sei eine Fehlentwicklung und durch Gebete und „Therapien“ veränderbar.

Während der dreitägigen Veranstaltung hörten zahlreiche Ugander, darunter Politiker, Polizisten und Lehrer, die Thesen der drei US-Amerikaner, wonach Homosexualität heilbar ist, schwule Männer Jugendliche missbrauchen und es die Absicht der Schwulenbewegung sei, die traditionellen afrikanischen Familienwerte zu zerstören.

http://derstandard.at/1392686414984/Ein-ugandisches-Gesetz-und-sein-moeglicher-US-Ursprung

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