Hedgfonds drohen Argentinien in den Bankrott zu treiben! Hedge-Funds nehmen bankrotte Länder ins Visier: Staatspleiten als Geschäftsidee – Mit Hilfe der US-Justiz haben dies Fonds Hunderte von Millionen aus dem Kongo, Peru und anderen armen Ländern bereits herausgepresst! Ein internationale Konkursordnung für Staaten ist dringlich, die die sozialen Menschenrechte der Bürger der Staaten bei den Rückzahlungsverpflichtungen berücksichtigt und die bei faulen Krediten auch die Gläubiger mit in die Pflicht nimmt.

Argentinien von Default bedroht

Wettlauf gegen die Zeit

Heute, 30. Juli 2014, 19:44
In den Aussenbezirken von Buenos Aires protestieren Arbeiter gegen den Drohenden Default.
In den Aussenbezirken von Buenos Aires protestieren Arbeiter gegen den Drohenden Default. (Bild: Reuters)

bu. São Paulo Nachdem Argentiniens Regierung 30 Tage hatte verstreichen lassen, ohne den Hedge-Funds in New York ein Angebot zu unterbreiten, um einen Zahlungsausfall zu verhindern, wurde am Ende doch noch ernsthaft verhandelt. Finanzminister Kicillof war am Dienstag zu den Verhandlungen gestossen, um beim US-Gericht in letzter Minute einen Aufschub zum Vollzug des Urteils zu erlangen. Danach darf Argentinien anstehende Zinszahlungen auf seine Anleihen nur leisten, wenn es zuvor den klagenden Hedge-Funds in New York 1,3 Mrd. $ überweist.

Es gibt alte Besitzstände

Doch ob Argentinien den Zahlungsausfall verhindern kann oder nicht, stand erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe fest – sicher ist: Argentinien hat gute Chancen, seine Schuldensituation bis Jahresende endgültig zu lösen. Denn der Regierung bleibt ein Spielraum für Verhandlungen von etwa zwei Monaten, wie die Citigroup schätzt. Entscheidend ist für Argentinien, dass die Gläubiger, die bei den beiden Umschuldungen von 2005 und 2010 mitgemacht haben, weder die Pflicht zur Nachzahlung gemäss Rufo-Klausel noch die Cross-Default-Klausel aktivieren, was eine sofortige Tilgung aller Schulden auslösen würde. Immerhin geht es dabei um Anleihen im Wert von 56 Mrd. $, die die Gläubiger seinerzeit bei den Umschuldungen erhalten haben. 93% der Gläubiger hatten bei der Umstrukturierung mitgemacht. Ein Teil der Obligationäre klagte auf volle Entschädigung und bekam vor der US-Justiz recht.

Nach der damals vereinbarten Klausel, der sogenannten «Right Upon Future Offers» (Rufo), dürfen andere Gläubiger zehn Jahre lang nicht besser gestellt werden als diejenigen, die bei den beiden Umschuldungsrunden mitgemacht haben. Diese Pflicht zu allfälligen Nachzahlungen gilt nur noch für dieses Jahr. Ab 2015 könnte Argentinien klagende Hedge-Funds auch zum Nennwert ausbezahlen, ohne Entschädigungsklagen befürchten zu müssen. Gelänge es Argentinien, seine Gläubiger bis zum Jahresende zu vertrösten, dann könnte die Regierung ihr Schuldenproblem wohl einfach lösen.

Tristes Bild der Konjunktur

Die Cross-Default-Klausel hat jedoch die grösste Sprengkraft für Argentinien. Sie bedeutet: Wenn die Zinsen auf eine Anleihe nicht gezahlt werden, gelten alle anderen mit dieser Klausel versehenen Papiere als notleidend. Danach könnten die Gläubiger der beiden Umschuldungsrunden fordern, dass ihre Bonds auf einen Schlag getilgt werden. Dafür müssen sich 25% der Inhaber von einer Gruppe von Bonds zusammenfinden. Die Citigroup vermutet jedoch, dass auch gut organisierte Gläubigergruppen weder in Tagen noch in Wochen in der Lage sein werden, die Cross-Default-Klausel zu aktivieren. Argentinien bleibt also noch eine Schonfrist.

Problematischer ist jedoch die Krise der argentinischen Wirtschaft: Die Konjunktur stagniert, die Inflation liegt geschätzt bei 40%. Der Aussenhandel ist eingebrochen, genauso wie der Konsum im ersten Halbjahr. Argentinien stehe vor einer schweren Rezession, so prognostiziert Gustavo Cañonero, Chefökonom der Deutschen Bank für Emerging Markets. Möglicherweise wird die argentinische Regierung angesichts der Krise eine Abwertung vornehmen, wie bereits zu Jahresbeginn, als sie den Peso um 25% gegenüber dem Dollar korrigierte. Offen ist, ob eine weitere Abwertung in geordneten Bahnen verlaufen kann.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wettlauf-gegen-die-zeit-1.18354148

Hedge-Funds nehmen bankrotte Länder ins Visier

Staatspleiten als Geschäftsidee

Christiane Hanna Henkel, New York Freitag, 11. Juli 2014
Der Hedge-Fund Elliott Management setzt Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof (Bild) unter Druck.
Der Hedge-Fund Elliott Management setzt Argentiniens Wirtschaftsminister Axel Kicillof (Bild) unter Druck. (Bild: Peter Foley / EPA)
Immer öfter mischen sich Hedge-Funds in den Umschuldungsprozess von zahlungsunfähigen Staaten ein – nicht ohne weitreichende Konsequenzen, wie das Beispiel von Argentinien und dem «Geier-Fonds» Elliott Management zeigt.

Möglicherweise wird Argentinien zum Ende des Monats erneut in den Staatsbankrott taumeln. Das Land hat nicht genug Geld, um die Forderungen seiner Schuldner zu bedienen. Nachdem Argentinien im Jahr 2001 in die Zahlungsunfähigkeit gerauscht ist und dem Land im Zuge einer Umschuldung dann rund zwei Drittel der Schulden erlassen worden sind, steht das südamerikanische Land nun wieder vor dem Bankrott. Das ist das Werk vornehmlich eines einzigen Mannes: Paul Singer, Gründer und Chef des amerikanischen Hedge-Fund Elliott Management.

Volles Risiko eingehen

Singer hatte in den Jahren nach Argentiniens Default via den zu seinem Hedge-Fund gehörenden Fund NML Capital die damals nahezu wertlosen Staatspapiere Argentiniens aufgekauft. Für die Bonds mit einem Nennwert über 800 Mio. $ hatte Singer lediglich 48 Mio. $ bezahlt oder rund 6 Cent je Dollar. An den folgenden Umschuldungen beteiligte er sich nicht, obwohl das für ihn vorteilhaft gewesen wäre. Immerhin erhalten die Obligationäre rund 30 Cent je Dollar. Doch Singer ging damals aufs Ganze. Er holte weitere auf notleidende Staatskredite spezialisierte Investoren ins Boot, wie etwa den von einem langjährigen Mitarbeiter geführten Hedge-Fund Aurelius Capital. Auch schlossen sich ihm eine Reihe privater Investoren aus Argentinien sowie aus Europa an, darunter viele Kleinsparer; diese «Holdouts» hatten sich an der vorherigen Umschuldung nicht beteiligt und hofften nun – mit einem mächtigen amerikanischen Hedge-Fund an ihrer Seite –, ihr ursprüngliches Recht auf die Auszahlung von 100% des Nennwertes durchsetzen zu können.

Singer zieht im Namen der anderen Altgläubiger vor Gericht, und zwar in New York, das als Gerichtsstandort für die Bonds festgelegt worden war. Und nach einem zähen, mehr als zehn Jahre dauernden Kampf legt schliesslich ein Richterspruch im Juni diesen Jahres endgültig fest: Argentinien muss Singer und den Mitklägern 100% des Nennwertes oder rund 1,3 Mrd. $ plus 200 Mio. $ an Zinsen ausbezahlen. Der Richterspruch zwingt Argentinien dazu, in dem Moment, wenn es Geld an seine Bond-Halter überweist, auch die Altgläubiger zu bedienen. Das ist insofern von Bedeutung, als Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner die Altgläubiger als «Geier» und «Leichenfledderer» abqualifiziert hat, die sich am Elend des Landes laben wollten. Singer hatte über Jahre vergeblich versucht, mittels Pfändungen von ausserhalb Argentiniens befindlichem Staatseigentum seine Forderungen einzutreiben. Erst das jüngste Gerichtsurteil zwingt Argentinien nun zu zahlen. Da dem Land derzeit aber die Mittel fehlen, steuert es erneut in Richtung Zahlungsunfähigkeit – es sei denn, Singer und Argentinien einigen sich auf dem Verhandlungswege.

Für Singer ist es nicht das erste Mal, dass er die oberste Politikerriege eines Landes gegen sich aufgebracht hat. In den neunziger Jahren etwa hatte er für 21 Mio. $ Bonds des sich in der Umschuldung befindlichen Peru gekauft und verklagte dann den Andenstaat in den folgenden Jahren erfolgreich auf volle Rückzahlung des Nennwertes. Ähnlich ging Singer im Fall von Panama vor. Hier konnte er die investierten rund 29 Mio. $ schätzungsweise mehr als verdoppeln. Später zog er gegen die Republik Kongo zu Felde; aus 20 Mio. $ wurden auf dem Gerichtsweg 90 Mio. $.

Elliott gehört zu den Pionieren in dem Bereich der notleidenden Staatspapiere als Investitionsobjekt. Und während noch immer die Mehrheit der Umschuldungen relativ glatt über die Bühne geht und es kaum die Umschuldung ablehnende Anleger und Klagen gibt, hat das Beispiel Elliott Schule gemacht: Immer öfter versuchen Hedge-Funds und andere Anleger von einer Umschuldung mit der Doppelstrategie von Umschuldungsverweigerung und Klage zu profitieren. Das jedenfalls haben deutsche Wissenschafter in einer Studie jüngst festgestellt.* Demnach werden seit Mitte der neunziger Jahre Umschuldungen verstärkt von Klagen begleitet (siehe Grafik).

Das hat schwerwiegende Folgen. Der Umschuldungsprozess werde, so die Autoren der Studien, in die Länge gezogen und auch unberechenbarer; oftmals etwa würde er von medienwirksamen Pfändungen von Staatseigentum begleitet. Auch könnte die Handelstätigkeit der überschuldeten Staaten beeinträchtigt werden; die Autoren weisen auf den Fall der Republik Kongo hin, bei dem die klagenden Gläubiger gerichtlich die Erdöl-Exporte blockieren liessen. Zudem könnte Staaten nach der Umschuldung zum Teil noch Jahre der Zugang zu den Kapitalmärkten versperrt bleiben, da es für potenzielle Bond-Investoren nicht absehbar sei, welche Forderungen die Altgläubiger erheben und durchsetzen können.

Geier oder Helden?

Aus den Ergebnissen der Studie und generell aus dem Fall Argentinien leiten Experten denn auch einen gewissen Regulierungsbedarf bezüglich der Abwicklung von Umschuldungen ab. Investoren wie Singer und seinen Hedge-Fund als Störenfriede abzutun oder gar als «Geier» oder «Leichenfledderer» zu verunglimpfen, würde aber zu kurz greifen. Staaten geraten selten unverschuldet in die Zahlungsunfähigkeit. Dahinter stehen meistens Korruption, Missmanagement und Verschwendungssucht. Investoren werden für dieses Risiko zwar über entsprechende Bond-Renditen entschädigt. Darüber hinaus hatten die Gläubiger bisher nicht viel in der Hand, da es anders als beim Unternehmenskonkurs ja keine Aktiva aufzuteilen gibt und auch Pfändungen kein Druckmittel sind. Der Fall Elliott und Argentinien hat nun aber gezeigt, dass Anleger sehr wohl ihre Rechte durchsetzen können. An Nachahmern dürfte es künftig nicht mangeln.

* Julian Schumacher, Christoph Trebesch, Henrik Enderlein: Sovereign Defaults in Court. May 6, 2014.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/staatspleiten-als-geschaeftsidee-1.18341028

US-Hedge-Fund Pionier Paul Singer

Der Mann, der gegen Staaten kämpft

Christiane Hanna Henkel, New York Freitag, 11. Juli 2014, 05:30
Paul Singer ist ein Pionier des Anlegens in notleidende Kredite.
Paul Singer ist ein Pionier des Anlegens in notleidende Kredite. (Bild: Keystone / AP / John Minchillo)
Paul Singer ist ein Pionier des Anlegens in notleidende Kredite. Sein auf in Nöte geratene Firmen und Länder spezialisierter Hedge-Fund ist einer der grössten. Wer ist der Mann, der immer wieder als «Leichenfledderer» und «Geier» beschimpft wird?

Paul Elliott Singer gehört zu jenen Menschen, die sich mit Kampfeslust und Zähigkeit für ihre Ziele einsetzen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass es zu Singers täglichem Brot gehört, sich mit Firmen oder – im Fall von Argentinien – gar mit ganzen Ländern herumzustreiten. Mit seinem Hedge-Fund nämlich kauft Singer Anteile an schlecht laufenden oder konkursiten Firmen auf und setzt dann alles daran, die Unternehmensstrategie zu beeinflussen und einen Turnaround zu initiieren. Unermüdlich ziehen er und sein Team dafür auch hinter den Kulissen die Strippen, um Verwaltungsräte auszuwechseln und ihre Leute in Position zu bringen. Und im Fall von notleidenden Staatskrediten ziehen sie regelmässig vor Gericht, um ihre Forderungen oft in zähen, Jahre dauernden Verfahren einzutreiben. Damit ist Singer so erfolgreich, dass ihm mittlerweile laut dem Branchendienst Hedge Fund Alert Kunden Gelder im Umfang von 39,4 Mrd. $ anvertraut haben. Der von ihm gegründete und geführte Hedge-Fund Elliott Management gehört weltweit zu den grössten. Und mit dem Gründungsjahr 1977 gehört er zudem zu den Pionieren der Branche.

Risiko macht bescheiden

Der 1944 als Sohn eines Apothekers aus dem an New York angrenzenden Gliedstaat New Jersey geborene Singer heuerte nach dem Studium der Psychologie und der Jurisprudenz in Harvard im Jahr 1974 als Rechtsanwalt bei einer Investmentbank an. Nebenbei experimentierte er mit der Geldanlage: Er machte Arbitrage-Geschäfte, bei denen er den Preisunterschied zwischen Aktien und Wandelanleihen eines Unternehmens ausnutzte. Damit war er so erfolgreich, dass ihm schon bald Familienmitglieder und Freunde Gelder zum Anlegen überliessen und Singer mit einem Kapital von rund 1 Mio. $ Elliott Management gründete. Zunehmend investierte er in in Bedrängnis geratene Firmen; später kamen Länder hinzu.

Mit seiner Anlagestrategie geht Singer grosse Risiken ein, schliesslich investiert er in Schuldner, die nicht mehr zahlungsfähig sind. Als Geheimnis seines Erfolges dürfte Bescheidenheit eine Rolle gespielt haben. Oft wird er mit der Aussage zitiert, dass man Erfolg nicht als gegeben sehen dürfe, dass man immer alles hinterfragen müsse und sich bewusst sein müsse, dass man jederzeit Verluste anhäufen könne, die weit über das Absehbare hinausgingen. Ausserdem ist es wohl sein Gespür für Risiken, das ihn immer wieder als ausgesprochenen Kritiker an der Politik auftreten lässt. In den Briefen an seine Kunden zieht er regelmässig gegen die Risiken der lockeren Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank und gegen die Haushalts- und Schuldenpolitik der US-Regierung zu Felde. Generell hält er die weltweit vorherrschende Doktrin, die Märkte mit billigem Geld zu überfluten und die Staatshaushalte mit immer neuen Schulden zu finanzieren, vor dem Hintergrund noch immer viel zu komplexer Finanzmärkte für hochgefährlich.

Da die Kombination aus den jüngst angehäuften immensen Schuldenbergen der Industrieländer auf der einen Seite und der Komplexität und dem hohen Leverage des Finanzsystems auf der anderen Seite relativ neu sei, könne man nicht voraussagen, wie das alles enden werde, schreibt er in seinem Investoren-Brief. Und wagt dann noch eine Antwort: «Schlecht, schätzen wir einmal.» Das ist kein gutes Omen: Singer gehörte vor der Finanzkrise zu den wenigen, die ein baldiges Platzen der Immobilienblase vorausgesagt und vor der Komplexität der entsprechenden Derivate gewarnt hatten.

Doch so, wie er versucht, das Schicksal von Firmen oder von Ländern herumzudrehen, sieht der 69-Jährige auch die Politik als einen seiner Gestaltungsräume. So unterstützte er im letzten Präsidentschaftswahlkampf den konservativen Kandidaten Mitt Romney und setzt sich immer wieder mit viel Verve für andere Republikaner und konservative Organisationen oder Think-Tanks ein. Seitdem sich einer seiner Söhne als homosexuell geoutet hat, ist Singer zudem ein ausgesprochener Verfechter der Gleichberechtigung von Homosexuellen. Mit mehr als 10 Mio. $ an Spendengeldern soll der Hedge-Fund-Manager bisher entsprechende, zum Teil von ihm selbst initiierte Kampagnen unterstützt haben. Dabei lässt er nichts unversucht, seine dem Thema ablehnend gegenüberstehende Partei umzustimmen. Singer unterstützt etwa Kandidaten und vielversprechende Jungpolitiker, die inhaltlich auf seiner Linie sind, und versucht, seine Leute in entsprechenden Positionen in der Partei und der Politik zu placieren.

Die Hälfte für gute Zwecke

Im letzten Jahr unterzeichnete Singer den von Bill Gates und Warren Buffett aus der Taufe gehobenen «Giving Pledge». Damit verpflichtet er sich – wie die weiteren 127 Personen, die das Spenden-Versprechen bisher abgegeben haben –, mehr als die Hälfte seines Vermögens gemeinnützigen Zwecken zukommen zu lassen. Im Fall von Singer sind das Hunderte von Millionen Dollar. In der von der Zeitschrift «Forbes» aufgestellten Liste der Superreichen rangierte der Hedge-Fund-Pionier im Jahr 2012 in den USA auf Platz 382 und weltweit auf Platz 1107. Sein Vermögen wird auf 1500 Mio. $ geschätzt.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/der-mann-der-gegen-staaten-kaempft-1.18341026

 

November 2001: Insolvenzrecht für Staaten gefordert

Neu sind die Bemühungen um eine solche internationale Insolvenzordnung für Staaten freilich nicht. Schon Anfang des Jahrzehnts war als Reaktion auf eklatante Schuldenfälle in mehreren Schwellenländern heftig um dieses Thema gerungen worden. Doch die Bemühungen blieben letztlich erfolglos.

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Vorschlag der damaligen Vizepräsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Anne Krueger, vom November 2001 für einen „Sovereign Debt Restructuring Mechanism“ (SDRM). Krueger wurde seinerzeit von IWF-Chef Horst Köhler unterstützt. Köhler, der inzwischen Bundespräsident ist, hält die Idee nach den jüngsten Erfahrungen für aktueller denn je. Es könne Länder geben, die mit ihren Schulden nicht mehr fertig würden, sagte Köhler dem Magazin „Focus“. Deshalb sei es an der Zeit, das für viele Undenkbare zu denken: „Wir brauchen geordnete Insolvenzverfahren nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Staaten.“

Gläubiger können überstimmt werden

Der IWF-Vorschlag sah seinerzeit vor, dass ein Insolvenzverfahren von einem überschuldeten Land eingeleitet wird. Es würde sich damit vorübergehend Schutz vor Gläubigern sichern. Schuldner und Gläubiger sollten direkt und geordnet Zahlungserleichterungen, Umschuldungen oder auch eine Teilentschuldung aushandeln.

Zentraler Punkt der Insolvenzordnung: Wird eine Einigung zwischen beiden Seiten lediglich von einer großen Mehrheit der Gläubiger (mindestens 70 Prozent) getragen, soll sie auch für nicht-kooperative Gläubiger rechtlich bindend sein. Sie können also überstimmt werden.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland692.html

 

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