Chile und Peru rufen Botschafter aus Israel zurück – Chiles Außenministerium: Verschärfung der israelischen Militäroperation ist eine „kollektive Bestrafung“ der palästinensischen Bevölkerung. Die Militäroperationen respektierten keine Normen des internationalen Menschenrechtes, wie die mehr als 1.000 zivilen Opfer, darunter Frauen und Kinder, zeigten. Israels Regierung beschießt und bombardiert zum dritten Mal Schule der UNO und tötet 20 Menschen und bombardiert auch drei Gotteshäuser – Die fünf Staaten des südamerikanischen Mercosur-Blocks riefen indes bei ihrem Gipfel in Caracas zum sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen auf. „Wir glauben, dass der israelisch-palästinensische Konflikt das Potenzial hat, die ganze Region zu destabilisieren“, sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Notwendig sei deshalb ein „sofortiger, umfassender und dauerhafter“ Waffenstillstand.

20 Tote bei neuerlichem Beschuss einer UN-Schule in Gaza

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Die zerbombte UN-Schule.

30. Juli 2014, 08:19

Beim Angriff einer UNO-Schule in einem Flüchtlingslager sind 20 Menschen ums Leben gekommen – Israel könnte UN-Resolutionsentwurf für Waffenruhe anstreben

Gaza – Beim Beschuss einer Schule der UNO-Hilfsorganisation UNRWA sind nach palästinensischen Angaben am Mittwochmorgen 20 Menschen im Flüchtlingslager Jabalia im nördlichen Gazastreifen getötet worden. Mehr als 50 seien verletzt worden, sagte der Sprecher der palästinensischen Rettungsdienste, Ashraf al-Kidra. Dort hätten Menschen aus der Region Zuflucht gesucht. Zuvor waren am Dienstag laut UNRWA-Angabenzum dritten Mal Raketen in einer UN-Schule gefunden worden.

Getroffen wurden über Nacht auch drei Moscheen, wie die palästinensischen Sicherheitskräfte mitteilten. Die getroffenen islamischen Gotteshäuser befinden sich demnach in Gaza-Stadt, im Lager Shati und in Rafah. Nach israelischen Medienangaben wurden Dutzende „Terrorziele“ bombardiert.

Vorbild Libanonkrieg

Israel könnte – ähnlich wie schon im Libanokrieg 2006 – laut Haaretz versuchen über einen UN-Resolutionsentwurf eine Waffenruhe herzustellen. Das israelische Außenministerium soll Premierminister Benjamin Netanjahu dazu geraten haben. Dieser Schachzug könnte die Legitimität der Hamas minimieren und Israels Interesse, den Gazastreifen zu entwaffnen und die Palästinensische Autonomiebehörde dort zu einem Verhandlungspartner zu machen, stärken.

Botschafter zurückgerufen

Chile und Peru haben indessen wegen der Verschärfung der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen ihre Botschafter in Israel zu Konsultationen zurückgerufen. Chile beobachte mit großer Sorge die Einsätze, die derzeit eine „kollektive Bestrafung“ der palästinensischen Bevölkerung darstellten, hieß es am Dienstag (Ortszeit) in einer Mitteilung des chilenischen Außenministeriums. Die Militäroperationen respektierten keine Normen des internationalen Menschenrechtes, wie die mehr als 1.000 zivilen Opfer, darunter Frauen und Kinder, zeigten.

Ähnlich äußerte sich das peruanische Außenministerium, das die Unterbrechung des Waffenstillstandes durch neue israelische Militäroperationen „zutiefst“ bedauerte. Die fünf Staaten des südamerikanischen Mercosur-Blocks riefen indes bei ihrem Gipfel in Caracas zum sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen auf. „Wir glauben, dass der israelisch-palästinensische Konflikt das Potenzial hat, die ganze Region zu destabilisieren“, sagte Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff. Notwendig sei deshalb ein „sofortiger, umfassender und dauerhafter“ Waffenstillstand. (red/APA, 30.7.2014)

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