Britische Studie: Krise hat in Europa und Nordamerika 10.000 Selbstmorde verursacht! „Politik mitschuld!“ Als die größten Risikofaktoren machte die Untersuchung dementsprechend Arbeitslosigkeit, Verschuldung und den Verlust des Eigenheims aus. „Die Studie bestätigt, was wir seit geraumer Zeit befürchten: dass Arbeitslosigkeit, Unsicherheit im Beruf und viele weitere Faktoren, die mit einer Rezession einhergehen, mit psychischer Verfassung und Selbstmord zusammenhängen.“ Zu Erinnerung: Die Milliardäre haben in den vergangenen Jahren ihre Vermögen verdoppelt! Und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte haben sich die Staaten verpflichtet, das Menschenrecht auf Arbeit zu sichern.

Britische Studie:
Krise hat 10.000 Selbstmorde verursacht

Die Wirtschaftskrise in Europa und Nordamerika hat einer britischen Studie zufolge zu 10.000 zusätzlichen Selbstmorden geführt. Die Forscher geben der Politik eine Mitschuld.

15.06.2014

© DPAVergrößernArbeitslose stehen Schlange vor einem Arbeitsamt bei Madrid

Britische Forscher haben die verheerenden Folgen der Wirtschaftskrise auf eine erschreckende Zahl gebracht: Die Krise in Europa und Nordamerika hat zu mehr als 10.000 zusätzlichen Selbstmorden geführt. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Universität Oxford und der London School of Hygiene & Tropical Medicine, die im „British Journal of Psychiatry“ erschienen ist. Die Forscher schreiben, dass die Zahl der Selbstmorde  „deutlich angestiegen“ sei – und dass dies zumindest teilweise vermeidbar gewesen wäre.

Wie die BBC auf ihrer Internetseite berichtet, werteten die Forscher Daten aus 24 EU-Ländern sowie aus den Vereinigten Staaten und Kanada aus. Demnach ging die Zahl der Selbstmorde etwa in Europa bis zum Jahr 2007 zunächst zurück. Im Jahr 2009 gab es dann einen Anstieg um 6,5 Prozent, der in dieser Deutlichkeit bis 2011 anhielt. In den Vereinigten Staaten waren die Zahlen schon früher gestiegen, die Entwicklung beschleunigte sich aber mit Ausbruch der Wirtschaftskrise. Als die größten Risikofaktoren machte die Untersuchung dementsprechend Arbeitslosigkeit, Verschuldung und den Verlust des Eigenheims aus.

Die Politik kann gegensteuern

Der Anstieg wurde aber keinesfalls in allen untersuchten Ländern beobachtet. So stieg die Selbstmordrate in Schweden, Finnland und Österreich nicht an – trotz Rezession. „Politik und praktizierende Psychiatrie müssen sich fragen, ob der Anstieg von Suiziden unvermeidlich ist“, sagte einer beteiligten Forscher, Aaron Reeves von der Universität Oxford, gegenüber der BBC. Die Länder, in denen die Zahlen nicht anstiegen, hätten beispielsweise in Beschäftigungsprogramme investiert oder Löhne subventioniert. „Solche Angebote helfen Menschen, die die volle Wucht wirtschaftlicher Krisen ertragen müssen.“

Andy Bell vom Centre for Mental Health sagte: „Die Studie bestätigt, was wir seit geraumer Zeit befürchten: dass Arbeitslosigkeit, Unsicherheit im Beruf und viele weitere Faktoren, die mit einer Rezession einhergehen, mit psychischer Verfassung und Selbstmord zusammenhängen.“

 

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/krise-hat-10-000-selbstmorde-verursacht-12991320.html

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