Prof. Noam Chomsky (USA): Die US-Amerikanische Regierung ist in der Lage die Menschheit in eine totale Katastrophe zu stürzen Die Enthüllung der Ziele der US-Außenpolitik: Nach dem Verschwinden der Sowjetunion, gegen deren Bedrohung, so die Standarderklärung, die starken militärischen Kräfte nach 1945 nötig seien, rüstete die USA nicht ab. Sie unterhielt auch danach weiter eine Armee, fast so groß, wie die Armeen aller anderen Länder zusammen. Und sie erfand immer neue Gründe und Feindbilder als Begründung dafür; auch wenn sie noch so lächerlich waren, die Intellektuellen entlarvten das nicht, sondern schwiegen! Und für die Begründung der Kriege mussten jetzt andere herhalten, auch wenn dies noch so fadenscheinig war. Auch wenn diese Kriege völkerrechtswidrig waren und mit Kriegsverbrechen verbunden, die Intellektuellen schwiegen und enthüllten es nicht.

Prof. Noam Chomsky (USA): Die US-Amerikanische Regierung ist  in der Lage die Menschheit in eine totale Katastrophe zu stürzen

Die Enthüllung der Ziele der US-Außenpolitik

Die Frage, wie die Außenpolitik bestimmt wird, ist von entscheidender Bedeutung in der Weltpolitik. Hier werde ich dazu nur einige Hinweise geben, die nach Meinung geeignet sind, dieses Thema für die und am Beispiel der Vereinigten Staaten produktiv zu erforschen.

 

Erstens, die USA sind unerreicht in ihrer globalen Bedeutung und Wirkung.

Zweitens ist es eine ungewöhnlich offene Gesellschaft, möglicherweise  einzigartig, was bedeutet, wir wissen mehr darüber.

Schließlich ist es klar das Wichtigste für die Amerikaner, die in der Lage sind, politische Entscheidungen in den USA zu beeinflussen,  und somit auch für andere, sofern ihre Handlungen solche Entscheidungen beeinflussen können.

Diese allgemeinen Grundsätze erstrecken sich auch auf die anderen Großmächte, und auch darüber hinaus.

 

Es gibt eine „übliche Standard-Version“, gemeinsam getragen von der akademischen Lehre,  Regierungserklärungen und dem öffentlichen Diskurs.

Das erste Ziel Regierungen sei, Sicherheit zu gewährleisten, und die war für die USA und ihre Verbündeten seit 1945 von Russland bedroht.

 

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Lehre zu überprüfen.

Die offensichtliche Frage ist: Was passierte, als die russischen Bedrohung im Jahr 1989 verschwand? Und die Antwort lautet: Es ging alles so weiter wie vorher!

 

Die USA intervenierten danach sofort in Panama und töteten dabei wahrscheinlich Tausende von Menschen und installierten dort ein Marionetten-Regime.

Das war Routine in US-dominierten Bereichen – aber in diesem Fall nicht ganz so Routine. Zum ersten Mal wurde eine wichtige außenpolitische Handlung nicht von mit einer angeblichen russischen Bedrohung gerechtfertigt.

 

Stattdessen wurde eine Reihe von betrügerischen Vorwänden für die Invasion erfunden, die sich bei jeder Prüfung sofort als unhaltbar erweisen.

 

Die Medien stimmten dem Krieg  begeistert zu und lobten die großartige Leistung, Panama zu besiegen. Für sie war es unbedeutend, dass die Vorwände für den Krieg lächerlich waren und der Krieg ein radikaler Bruch des Völkerrechts war, die die anderswo scharf verurteilt werden, vor allem in Lateinamerika. Ignoriert wurde auch, dass eine einstimmig angenommene Resolution zur Verurteilung von Verbrechen bei der Panamainvasion, nur durch ein Veto der USA verhindert wurde; nur Großbritannien hatte sich enthalten.

 

Alles Routine. Und das ist alles vergessen (auch dieses Vergessen ist Routine).

 

Von El Salvador bis zur russischen Grenze

 

Die Regierung von George H. W. Bush entwarf eine neue nationale Sicherheitspolitik und einen Verteidigungshaushalt in Reaktion auf den Zusammenbruch des globalen Feindes. Beides  war so ziemlich das Gleiche wie vor, wenn auch mit neuen Vorwänden.

Es sollten weiterhin,  so stellte es sich jetzt heraus, militärische Kräfte Einrichtung unterhalten werden, fast so groß wie die aller anderen Staaten der Welt zusammen und dazu auf einem technologisch weit überlegenen Niveau; gegen wen? Für die Verteidigung gegen die nun nicht existierenden Sowjetunion?

 

Nun war die Begründung nicht mehr die Sowjetunion, sondern die wachsenden „technische Fähigkeiten“ der Dritte-Welt-Mächte. Opportunistische Intellektuelle schweigen dazu, um sich nicht der Lächerlichkeit preis zu geben, wenn sie das unterstützen.

 

Die USA, so das Argument für die neuen Programm, müssen ihre „Verteidigungsindustrie“ sichern. Der Satz ist ein Verhüllung der Tatsachen, die sich auf High-Tech-Industrie im Allgemeinen bezieht, denn die ist für Forschung und Entwicklung in hohem Maße von umfangreichen staatlichen Subventionen lebt, oft unter dem Schirm des Verteidigungsministeriums. Und die Ökonomen bezeichnen trotzdem weiterhin die USA als „freie Marktwirtschaft „.

 

Eine der interessantesten Bestandteile der neuen Pläne hatte mit dem Nahen Osten zu tun. Dort so wurde erklärt, muss Washington Interventionstruppen unterhalten, um die großen Probleme „nicht vor der Tür des Kreml-abzulegen.“

Im Gegensatz zu 50 Jahre Betrug, wurde stillschweigend eingeräumt, dass das Hauptanliegen nicht die Russen waren, sondern vielmehr das, was man als „radikale nationale Unabhängigkeitsbewegungen“ bezeichnet, also nationale Bewegungen, die nicht unter US-Kontrolle stehen.

 

All dies erschüttert die Glaubwürdigkeit der Standarderklärung der Sicherheitsinteressen, aber blieb unkommentiert oder blieb vielleicht gerade deshalb unbeachtet.

Übersetzt von Wolfgang Lieberknecht, ich bin dankbar für unzulängliche Stellen in der Übersetzung, vielleicht kann noch jemand drüber schauen. Ich bin da kein Fachmann, schätze aber Chomsky und halte seine Gedanken für wichtig.

Quelle:

Noam Chomsky: Our Govt. Is Capable of Creating Total Catastrophe for Humankind

America’s real foreign policy exposed.

Photo Credit: Wikimedia Commons

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The question of how foreign policy is determined is a crucial one in world affairs.  In these comments, I can only provide a few hints as to how I think the subject can be productively explored, keeping to the United States for several reasons.  First, the U.S. is unmatched in its global significance and impact.  Second, it is an unusually open society, possibly uniquely so, which means we know more about it.  Finally, it is plainly the most important case for Americans, who are able to influence policy choices in the U.S. — and indeed for others, insofar as their actions can influence such choices.  The general principles, however, extend to the other major powers, and well beyond.

There is a “received standard version,” common to academic scholarship, government pronouncements, and public discourse.  It holds that the prime commitment of governments is to ensure security, and that the primary concern of the U.S. and its allies since 1945 was the Russian threat.

There are a number of ways to evaluate the doctrine.  One obvious question to ask is: What happened when the Russian threat disappeared in 1989?  Answer: everything continued much as before.

The U.S. immediately invaded Panama, killing probably thousands of people and installing a client regime. This was routine practice in U.S.-dominated domains — but in this case not quite as routine. For first time, a major foreign policy act was not justified by an alleged Russian threat.

Instead, a series of fraudulent pretexts for the invasion were concocted that collapse instantly on examination. The media chimed in enthusiastically, lauding the magnificent achievement of defeating Panama, unconcerned that the pretexts were ludicrous, that the act itself was a radical violation of international law, and that it was bitterly condemned elsewhere, most harshly in Latin America.  Also ignored was the U.S. veto of a unanimous Security Council resolution condemning crimes by U.S. troops during the invasion, with Britain alone abstaining.

All routine.  And all forgotten (which is also routine).

From El Salvador to the Russian Border

The administration of George H.W. Bush issued a new national security policy and defense budget in reaction to the collapse of the global enemy.  It was pretty much the same as before, although with new pretexts.  It was, it turned out, necessary to maintain a military establishment almost as great as the rest of the world combined and far more advanced in technological sophistication — but not for defense against the now-nonexistent Soviet Union.  Rather, the excuse now was the growing “technological sophistication” of Third World powers.  Disciplined intellectuals understood that it would have been improper to collapse in ridicule, so they maintained a proper silence.

The U.S., the new programs insisted, must maintain its “defense industrial base.” The phrase is a euphemism, referring to high-tech industry generally, which relies heavily on extensive state intervention for research and development, often under Pentagon cover, in what economists continue to call the U.S. “free-market economy.”

One of the most interesting provisions of the new plans had to do with the Middle East.  There, it was declared, Washington must maintain intervention forces targeting a crucial region where the major problems “could not have been laid at the Kremlin’s door.”  Contrary to 50 years of deceit, it was quietly conceded that the main concern was not the Russians, but rather what is called “radical nationalism,” meaning independent nationalism not under U.S. control.

All of this has evident bearing on the standard version, but it passed unnoticed — or perhaps, therefore it passed unnoticed.

http://www.alternet.org/world/noam-chomsky-whose-security-how-washington-protects-itself-and-corporate-sector

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